Hessisches Statistisches Landesamt BIP-Wachstum in Hessen 2024 gestiegen; Hochtaunuskreis +6,6% führend

Wirtschaftswachstum in 22 von 26 hessischen Kreisen und kreisfreien Städten im Jahr 2024 | Hessen Statistik

Wirtschaftswachstum in 22 von 26 hessischen Kreisen und kreisfreien Städten im Jahr 2024

Die Wirtschaftsleistung, gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP), hat sich 2024 in den hessischen Landkreisen und kreisfreien Städten unterschiedlich entwickelt. Die Spannweite reichte von minus 2,6 Prozent im Landkreis Groß-Gerau bis plus 6,6 Prozent im Hochtaunuskreis. Das hessische BIP stieg 2024 gegenüber 2023 nominal um 3,5 Prozent auf 371,4 Milliarden Euro.

Logo - Auf Facebook teilen Öffnet sich in einem neuen Fenster

Logo - Auf X teilen Öffnet sich in einem neuen Fenster

Logo - Auf LinkedIn teilen Öffnet sich in einem neuen Fenster

Logo - Auf Xing teilen Öffnet sich in einem neuen Fenster

Logo - Auf E-Mail teilen Öffnet sich in einem neuen Fenster

Im Jahr 2024 hat das nominale Bruttoinlandsprodukt (BIP), also die Summe aller in der Region produzierten Waren und Dienstleistungen, in Hessen 371,4 Milliarden Euro erreicht. Damit stieg die Wirtschaftsleistung landesweit um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit 22 von 26 Kreisen und kreisfreien Städten verzeichneten fast alle hessischen Regionen ein Wachstum des BIP. Wie das Hessische Statistische Landesamt weiter mitteilt, war der Anstieg im Hochtaunuskreis mit 6,6 Prozent am stärksten. Maßgebliche Wachstumsimpulse gingen vor allem von den Dienstleistungsbereichen und dem Verarbeitenden Gewerbe aus. Auch die Stadt Offenbach am Main (plus 6,5 Prozent), der Main-Kinzig-Kreis (plus 5,7 Prozent) und die Landeshauptstadt Wiesbaden (plus 5,5 Prozent) verzeichneten deutliche Zuwächse.

Eine rückläufige Wirtschaftsleistung zeigte sich im Landkreis Groß-Gerau (minus 2,6 Prozent), im Landkreis Kassel (minus 1,5 Prozent), im Odenwaldkreis (minus 0,2 Prozent) sowie im Lahn-Dill-Kreis (minus 0,1 Prozent). Ausschlaggebend für diese Entwicklung war insbesondere das Verarbeitende Gewerbe.

58,2 Prozent (216,1 Milliarden Euro) des hessischen BIP erwirtschafteten die Landkreise, 41,8 Prozent (155,2 Milliarden Euro) die kreisfreien Städte. Frankfurt am Main erzielte ein Viertel (25,7 Prozent) des hessischen BIP. An zweiter Stelle und mit großem Abstand folgte die Landeshauptstadt Wiesbaden mit einem Anteil am Landesergebnis von 6,1 Prozent.

Wirtschaftskraft in kreisfreien Städten höher als in Landkreisen

Die Wirtschaftskraft, gemessen am BIP je Einwohnerin und Einwohner, unterschied sich 2024 deutlich zwischen den Regionen: Frankfurt am Main erreichte mit 126.720 Euro den höchsten Wert. Dieser war mehr als doppelt so hoch wie der hessische Durchschnitt von 59.190 Euro. Zwischen den kreisfreien Städten und den Landkreisen zeigte sich ein deutliches Gefälle: Die kreisfreien Städte übertrafen im Durchschnitt mit einem BIP je Einwohnerin und Einwohner von 101.040 Euro den Landesdurchschnitt um 70,7 Prozent. Die Landkreise hingegen lagen mit durchschnittlich 45.620 Euro 22,9 Prozent unter dieser Vergleichsmarke. Ein Grund für die Unterschiede ist der hohe Anteil an Einpendelnden in den kreisfreien Städten. Personen tragen mit ihrer Arbeitsleistung auch dann zur Wertschöpfung am Arbeitsort bei, wenn sie außerhalb wohnen.

BIP je erwerbstätige Person in Hessen gestiegen

Je erwerbstätige Person lag das BIP in Hessen 2024 bei 102.770 Euro. Das waren 3,0 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Wert gibt die Wirtschaftsleistung je erwerbstätige Person am Arbeitsort wieder und wird unter anderem durch die regionale Wirtschaftsstruktur beeinflusst. Den höchsten Wert erreichte der Hochtaunuskreis mit 132.690 Euro je erwerbstätiger Person. Am niedrigsten lag der Wert im Vogelsbergkreis mit 77.930 Euro. Der Unterschied zwischen beiden Regionen betrug damit 70,3 Prozent.

Die Größen der regionalen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) werden ausgehend von den Ergebnissen der nationalen VGR berechnet. Das bedeutet, dass zuerst nationale, vom Statistischen Bundesamt ermittelte Ergebnisse für Deutschland vorliegen, auf deren Basis die Ergebnisse der Bundesländer berechnet werden. Die Länderergebnisse bilden wiederum die Ausgangswerte für die weitere regionale Verteilung auf die Kreise. Kreisergebnisse zu einem Berichtsjahr werden somit erstmalig nach 18 Monaten veröffentlicht.

Darüber hinaus hat der Arbeitskreis „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ mit dem Berechnungsstand „August 2025“ auch ältere Jahre revidiert. Grund dafür sind vor allem Revisionen der Bundesergebnisse durch das Statistische Bundesamt, an die die Länder- und Kreisergebnisse zwingend angepasst werden müssen. Die Überarbeitungen dienen der kontinuierlichen Qualitätsverbesserung: Neu verfügbare Datenquellen, methodische Weiterentwicklungen und korrigierte Ausgangsdaten werden eingearbeitet, um das Wirtschaftsgeschehen in den Ländern und Kreisen so präzise wie möglich abzubilden. Weitere Hintergrundinformationen zu den Revisionen und den zugrunde liegenden Datenquellen finden Sie hier. Öffnet sich in einem neuen Fenster

Die bisher veröffentlichten Ergebnisse der überarbeiteten Jahre verlieren mit der heutigen Veröffentlichung ihre Gültigkeit.

Auf Kreisebene ist keine Preisbereinigung möglich. Als Anhaltspunkt kann Hessen insgesamt dienen, das 2024 einen preisbereinigten Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts von 0,4 Prozent (nominal plus 3,5 Prozent) aufwies.

Mehr Zahlen erhalten Sie in unserer Tabelle „Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen in Hessen 2023 und 2024 nach Verwaltungsbezirken“ zum Download.

Unter dem Motto „80 Jahre Statistik Hessen. Fakten für morgen.“ feiert das Hessische Statistische Landesamt 2026 sein 80-jähriges Jubiläum. Mehr zur Geschichte der hessischen Statistik erfahren Sie auf unserer Internetseite .

21.56 KB) Öffnet sich in einem neuen Fenster

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf unserer Fachseite.

Öffnet sich in einem neuen Fenster