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title: "Jugendämter in Sachsen-Anhalt melden 2025 akute Kindeswohlgefährdungen; 981 akute Fälle gegenüber Vorjahr um 17 weniger"
sdDatePublished: "2026-08-06T10:05:00Z"
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topics:
  - name: "social services"
    identifier: "medtop:20000820"
locations:
  - "Mansfeld-Südharz"
  - "Magdeburg"
  - "Halle (Saale)"
  - "Sachsen-Anhalt"
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Jugendämter in Sachsen-Anhalt melden 2025 akute Kindeswohlgefährdungen; 981 akute Fälle gegenüber Vorjahr um 17 weniger

Pressemitteilung vom 06.08.2026, 2025 leichter Rückgang der Zahl der akuten Kindeswohlgefährdungen

Nr. 206/2026
Halle (Saale), 6. August 2026
 2025 leichter Rückgang der Zahl der akuten
Kindeswohlgefährdungen
•
Jugendämter in Sachsen-Anhalt meldeten
7 407 Gefährdungseinschätzungen
•
Akute Kindeswohlgefährdungen traten am häufigsten bei Säuglingen
und Kleinkindern im 1. Lebensjahr auf
•
Mehrzahl der Verfahren durch Polizei bzw. Justizbehörden initiiert
Halle (Saale) – 2025 meldeten die Jugendämter in Sachsen-Anhalt insgesamt
7 407 Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls. Damit stieg die
Anzahl der Verfahren gegenüber dem Vorjahr um 14,7 % (+947 Fälle). Wie das
Statistische Landesamt mitteilt, reduzierte sich die Anzahl der Verfahren mit dem
Ergebnis einer akuten Kindeswohlgefährdung leicht auf 981 Verfahren (-17 Fälle).
Die Anzahl der Verfahren mit dem Ergebnis einer latenten Kindeswohlgefährdung,
das heißt, eine Kindeswohlgefährdung konnte nicht ausgeschlossen werden, blieb
nahezu unverändert bei 877 Verfahren (+2 Fälle). Gegenüber dem Vorjahr stellten
die Jugendämter 3 325 Verfahren (+360 Fälle) keine Kindeswohlgefährdung fest,
jedoch bestand hier ein weiterer Hilfe- und Unterstützungsbedarf. Keine
Kindeswohlgefährdung und kein Unterstützungsbedarf wurde 2 224 Mal (+602)
festgestellt.
Akute Kindeswohlgefährdungen am häufigsten bei Kindern im Alter von unter
einem Jahr
Die meisten akuten Kindeswohlgefährdungen wurden bei Kindern im Alter von unter
einem Jahr registriert (118 Fälle). Dabei war Vernachlässigung die häufigste Form
der akuten Kindeswohlgefährdung unter Säuglingen und Kleinkindern (91 Fälle). In
dieser Altersgruppe und auch bei den Gefährdungseinschätzungen insgesamt
(3 666 Mädchen; 3 741 Jungen) war das Geschlechterverhältnis relativ
ausgeglichen.
Mehrzahl der Verfahren durch Polizei bzw. Justizbehörden initiiert
Verfahren wurden 2025 am häufigsten durch die Polizei/Justizbehörden
(2 272 Fälle), anonym (1 235 Fälle) sowie durch die Schule (650 Fälle) und Bekannte
bzw. Nachbarn (561 Fälle) initiiert. In den meisten Fällen gab es zum Zeitpunkt des
Verfahrens zur Feststellung einer Kindeswohlgefährdung keine Inanspruchnahme
von Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe (69,3 %). Bei 30,7 % wurden zum
Zeitpunkt des Verfahrens bereits Leistungen wahrgenommen.
Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht.
Pressesprecherin
PRESSEMITTEILUNG
Merseburger Str. 2
06110 Halle (Saale)
Tel. 0345 2318-702
Fax 0345 2318-913
Internet:
https://statistik.sachsen-
anhalt.de
E-Mail:
pressestelle@
statistik.sachsen-anhalt.de

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Anzeichen für Vernachlässigung häufigste Art der Kindewohlgefährdung
Bei Feststellung einer akuten oder latenten Kindeswohlgefährdung handelte es sich am
häufigsten um Anzeichen für Vernachlässigung des Kindes bzw. Jugendlichen (852 Fälle),
gefolgt von körperlicher (256 Fälle) und psychischer Misshandlung (243 Fälle). Unter den
registrierten Fällen wurde mit 100 Fällen am seltensten sexuelle Gewalt als Art der
Kindeswohlgefährdung angegeben.
Die meisten Verfahren in der kreisfreien Stadt Halle (Saale) eingeleitet
Die meisten Verfahren wurden 2025 wie auch in den Vorjahren in der kreisfreien Stadt
Halle (Saale) eingeleitet (1 910 Fälle), gefolgt von der Landeshauptstadt Magdeburg
(1 380 Fälle) sowie dem Landkreis Mansfeld-Südharz (629 Fälle).
Methodische Hinweise:
Die Angaben stammen aus der Statistik über den Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung.
Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Unversehrtheit des körperlichen, geistigen und
seelischen Wohls. Werden dem zuständigen Jugendamt maßgebliche Anhaltspunkte zur
Gefährdung des Kindeswohls bekannt, hat es, im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte, das
Gefährdungsrisiko einzuschätzen und entsprechenden Handlungsbedarf umzusetzen.
Weitere Informationen:
Weitere Informationen zum Thema Kinder- und Jugendhilfe finden Sie im Internetangebot des
Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt.
Die lange Zeitreihe oder die Basisdaten zum Thema Kindeswohlgefährdung können über die
Tabellen zum Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung (22518) in der Datenbank GENESIS-
Online abgerufen werden.

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Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls in Sachsen-Anhalt
nach dem Ergebnis des Verfahrens und der bekannt machenden Institution oder Person
Jahr
Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls
ins-
gesamt
davon nach Ergebnis des Verfahrens
darunter nach der bekannt machenden
Institution oder Person
akute
Kindes-
wohlge-
fährdung
latente
Kindes-
wohlge-
fährdung
keine
Kindes-
wohlge-
fährdung
aber
Hilfebedarf
keine
Kindes-
wohlge-
fährdung
und kein
Hilfebedarf
Polizei/
Gericht/
Staats-
anwaltschaft
Bekannte/
Nachbarn
Anonyme
Meldung
Schule

2025
7 407
981
877
3 325
2 224
2 272
561
1 235
650
2024
6 460
998
875
2 965
1 622
1 834
619
945
662
2023
6 161
1 143
761
2 486
1 771
1 607
553
872
586
2022
4 809
933
497
1 990
1 389
995
452
883
445
2021
5 036
686
638
2 125
1 587
873
517
913
368
2020
4 708
 724
 550
1 850
1 584
 649
 517
1 043
346
2019
3 624
 558
 426
1 394
1 246
 392
 353
 733
314
2018
3 235
 475
 378
1 166
1 216
 402
 345
 676
244
2017
3 467
 573
 478
1 241
1 175
 360
 433
 625
313
2016
2 557
 391
 324
 890
 952
 256
 336
 469
164
2015
2 475
 408
 384
 798
 885
 244
 291
 484
149
2014
2 725
 372
 317
 890
1 146
 256
 371
 560
215
2013
2 438
 374
 331
 788
 945
 213
 285
 506
181
2012
2 315
 374
 339
 703
 899
 184
 288
 498
150