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title: "Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn erinnert Opfer des DDR-Grenzregimes in Berlin; Ines Geipel hält Gedenkrede"
sdDatePublished: "2026-08-06T09:54:00Z"
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Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn erinnert Opfer des DDR-Grenzregimes in Berlin; Ines Geipel hält Gedenkrede

Gedenkveranstaltung zum 65. Jahrestag des Baus der
Berliner Mauer
Am 13. August, um 16:00 Uhr, erinnert die Gedenkstätte Deutsche
Teilung Marienborn an die Opfer des DDR-Grenzregimes anlässlich
des 65. Jahrestags der Schließung der innerstädtischen Grenze in
Berlin.
Am 13. August 1961 riegelte die kommunistische Führung die Grenze
zwischen Ost- und West-Berlin ab. In den darauffolgenden Wochen
errichtete sie mit der Berliner Mauer ein bauliches Symbol der Teilung
Europas und schloss zugleich das letzte Schlupfloch im „Eisernen
Vorhang“ für Flüchtlinge aus der DDR. In der Folge wurden im DDR-
Sperrgebiet vermeintlich „politisch unzuverlässige“ Bewohnerinnen und
Bewohner aus grenznahen Ortschaften gezwungen, ihr Zuhause zu
verlassen. Auch die Grenzsperranlagen der DDR wurden deutlich
verstärkt.
Nach Grußworten durch Prof. Dr. Armin Willingmann, stellvertretender
Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt und Prof. Dr. Joachim
Schachtner, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für
Wissenschaft und Kultur, hält die Schriftstellerin, Journalistin und
Hochschullehrerin Professor Ines Geipel die Gedenkrede zum Jahrestag.
Nicht nur als Autorin des Buchs „Generation Mauer“ hat sich Geipel mit
dem Leben in zwei deutschen Staaten und den Folgen der
Diktaturvergangenheit beschäftigt. Für ihr literarisches Werk erhielt sie
den Erich-Loest-Preis.
Im Anschluss bietet ein Gespräch mit Ines Geipel sowie den Zeitzeugen
Rolf-Joachim Erler-McLean und Dr. Hauke Hückstädt einen Rückblick auf
Magdeburg, 6. August 2026
Ansprechpartner:
Matthias Ohms
matthias.ohms@erinnern.org
Tel: 0391 244 55 924
Fax: 0391 244 55 998
www.erinnern.org

den Mauerbau und eine Reflexion der Auswirkungen auf das persönliche
Leben wie auf die Gesellschaften in Ost und West.
Die musikalische Begleitung der Veranstaltung übernimmt ein
Streicherensemble aus Musikerinnen und Musiker der Partnerstädte
Braunschweig und Magdeburg.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Biographische Informationen:
Ines Geipel, geb. 1960 in Dresden war Leistungssportlerin in den
Disziplinen Sprint und Weitsprung. In den 1980ern gewann sie fünfmal
hintereinander die DDR-Leichtathletik-Meisterschaft. Sie war in das
staatlich organisierte Dopingprogramm eingebunden.
Ab 1980 studierte Geipel Germanistik an der Friedrich-Schiller-
Universität Jena. Im August 1989 flüchtete sie über Ungarn aus der DDR
und ging nach Darmstadt, wo sie Philosophie und Soziologie studierte.
Sie lehrte Philosophie und Literaturwissenschaft in Jena, Darmstadt und
Potsdam-Babelsberg. Von 2001 bis 2025 lehrte sie als Professorin an der
Berliner Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“.
Sie engagierte sich politisch für die beiden Dopingopfer-Hilfegesetze
zugunsten von dopinggeschädigten DDR-Sportlern, die die
Bundesregierung 2002 und 2016 verabschiedete.
Rolf-Joachim Erler-McLean, geb. 1949 in Dresden, ist Sohn eines in
West-Berlin stationieren amerikanischen Soldaten. Erler wohnte
zunächst bei seiner Mutter. Nach der Denunziation eines Besuchs seines
Vaters 1955 floh seine Mutter aus der DDR. Erler blieb bei den
Großeltern. Nachdem 1961 die Mauer gebaut wurde, sah er seine
Mutter nie wieder. In der DDR doppelt stigmatisiert als uneheliches Kind
des „Klassenfeinds“ und als Kind einer republikflüchtigen Mutter, stand
er früh unter Beobachtung des Ministeriums für Staatssicherheit.
1973 entschloss sich Erler zur Flucht über die Transitstrecke Berlin –
Hannover. Die Flucht endete an der GÜSt Marienborn. Er und sein
Fluchthelfer wurden verhaftet. Nach über zwei Jahren Gefängnis kaufte
die Bundesrepublik Erler 1975 frei. Er studierte Theologie. Bereits 1982
berief die Bundesregierung Erler in den Stiftungsrat für ehemalige

politische Häftlinge. Er fädelte viele Freikäufe ein. Ende der 1980er
übersiedelte er in die Schweiz, war bis 2014 Pfarrer einer Gemeinde in
Zürich Seebach. Er ist Schweizer Staatsbürger. Seit seiner Pensionierung
lebt er in Berlin, engagiert sich im Schweizer Verein Berlin und im
Vorstand des Menschenrechtszentrums Cottbus e. V.
Hauke Hückstädt, geb. 1969 in Schwedt/Oder, trainierte Rudersport,
wurde DDR-Vizemeister im Doppel-Vierer mit Steuermann, war mit 13
Jahren auf dem Weg zum Olympia-Kader. Der Ausreiseantrag seiner
Eltern unterbrach seine Sportkarriere; er wurde des Vereins verwiesen.
Das Ministerium für Staatssicherheit überwachte und schikanierte seine
Familie. 1984 siedelten er und seine Eltern schließlich aus der DDR nach
Hannover über. Er machte dort eine Lehre und schloss nach Abitur und
Zivildienst 1999 das Studium der Germanistik und Geschichte an der
Leibniz Universität Hannover ab. Von 1995 bis 2001 war er im
Leitungsteam der Veranstaltungsinstitution Literarischer Salon Hannover
tätig, schrieb Literaturkritiken für Radio und Zeitungen, veröffentlichte
Gedichte, Aufsätze, Reden und Essays.
Von Oktober 2000 bis April 2010 war er Geschäftsführer und
Programmleiter der Veranstaltungsinstitution Literarisches Zentrum
Göttingen e. V. Zudem lehrte er an der Georg-August-Universität
Göttingen sowie der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am
Main zu Themen der Gegenwartspoesie und Literaturvermittlung. Seit
Juli 2010 ist er Leiter des Literaturhaus Frankfurt am Main e. V.

Informationen zum Pressefoto: Streckmetallzaun am Grenzdenkmal
Hötensleben, Foto: Herzsprung Foto im Auftrag der Gedenkstätte
Deutsche Teilung Marienborn.
Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn
An der Bundesautobahn 2
39365 Marienborn

Tel: 039406-9209-0
Mail: info-marienborn@erinnern.org
Web: www.erinnern.org

Öffnungszeiten
täglich
10:00 - 17:00 Uhr