Forscher aus Kandalafts Labor, Swiss Medical Network/UNIL, Lausanne BRCA1-mutierter Eierstockkrebs widersteht Impfung; PD-1-Blockade PARP-Hemmung stärken Immunität, dauerhafte Kontrolle.

Warum Krebsimpfstoffe bei BRCA1-mutiertem Eierstockkrebs oft versagen | Swiss Medical Network

Warum Krebsimpfstoffe bei BRCA1-mutiertem Eierstockkrebs oft versagen

Forscher aus dem Labor von Prof. Lana E. Kandalaft vom Swiss Medical Network und der Universität Lausanne (UNIL) haben einen wichtigen Mechanismus aufgedeckt, der erklärt, warum manche BRCA1-mutierte Eierstockkrebsarten nicht auf Krebsimpfstoffe ansprechen – und wie diese Resistenz überwunden werden kann.

Die in iScience veröffentlichte Studie zeigt, dass Eierstockkrebserkrankungen mit BRCA1-Mutationen sich grundlegend von solchen mit BRCA2-Mutationen unterscheiden. Obwohl BRCA1-mutierte Tumoren stark von Immunzellen durchdrungen sind, sind viele dieser T-Zellen bereits funktionell erschöpft, was verhindert, dass therapeutische Impfstoffe eine stärkere Antitumor-Reaktion auslösen.

Mithilfe fortschrittlicher präklinischer Modelle und räumlicher Transkriptomik stellten die Forscher fest, dass dendritische Zellimpfstoffe die Antitumorimmunität wirksam aktivierten und das Überleben bei BRCA2-defizienten und BRCA-Wildtyp-Tumoren verlängerten, nicht jedoch bei BRCA1-defizienten Tumoren. Wichtig ist, dass die Kombination des Impfstoffs mit einer PD-1-Immun-Checkpoint-Blockade und einer PARP-Hemmung die T-Zell-Funktion wiederherstellte, stärkere tumorspezifische Immunantworten hervorrief und eine dauerhafte Tumorkontrolle bewirkte.

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Haupthindernis bei BRCA1-mutiertem Eierstockkrebs nicht ein Mangel an Immunzellen, sondern eine Immunerschöpfung ist. Die Umkehrung dieser Erschöpfung könnte das volle Potenzial therapeutischer Krebsimpfstoffe erschließen.

Obwohl es sich hierbei um präklinische Ergebnisse handelt, die noch an Patienten validiert werden müssen, liefern sie eine solide Grundlage für zukünftige klinische Studien, in denen Krebsimpfstoffe, PARP-Inhibitoren und Immun-Checkpoint-Inhibitoren bei BRCA1-mutiertem Eierstockkrebs kombiniert werden.