THW trainiert Zivilschutzübung OZINEX26 in Mönchengladbach; Autarke Bereitstellung trotz Infrastruktur-Ausfall

THW - Inland - Vorbereitet für den Zivilschutzfall

Ein Wohngebiet wird Ziel eines Angriffs, für Betroffene muss eine Notunterkunft eingerichtet werden. Dazu fällt die Wasserversorgung aus, das Kommunikationsnetz kollabiert und am Himmel werden Drohnen gesichtet. Eine dreitägige Zivilschutzübung hat 70 THW -Einsatzkräfte umfassend gefordert. Am Ende stand eine wichtige Erkenntnis.

Wenn Kritische Infrastrukturen zusammenbrechen, müssen Einsatzorganisationen trotzdem handlungsfähig bleiben. Genau das haben mehrere THW -Fachgruppen Notversorgung und Notinstandsetzung bei der Übung in Mönchengladbach jetzt umfassend trainiert. Die Ehrenamtlichen haben dafür unter anderem einen autarken Bereitstellungsraum auf einem alten Autobahnstück eingerichtet: Unabhängig von der öffentlichen Infrastruktur brachte das THW hier Einsatzkräfte unter, verpflegte sie, produzierte den benötigten Strom und stellte die logistische Versorgung sicher.

Der fiktive Angriff auf ein Wohngebiet brachte besondere Herausforderungen mit sich. Menschen wurden in dem Szenario verletzt, Häuser brannten. Das THW musste eine Notunterkunft aufbauen und betreiben, was in kurzer Zeit in einer Schule gelang. Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte errichteten die notwendige Infrastruktur mit Stromversorgung, Beleuchtung und Aufenthaltsbereichen, registrierten die betroffenen Personen und übernahmen deren Erstversorgung und Betreuung.

Unterstützung benötigte auch die Feuerwehr. Denn die ausgefallene Wasserversorgung machte die Brandbekämpfung schwierig. Die THW -Helferinnen und -Helfer pumpten deshalb Wasser aus einem See. Sie bauten eine längere Förderstrecke auf und richteten mehrere Entnahmestellen ein, an denen die Feuerwehr ihre Einsatzfahrzeuge mit Löschwasser versorgen konnte.

Die Übungsleitung konfrontierte die Teilnehmenden mit weiteren überraschenden Lageentwicklungen: Simulierte Ausfälle der Kommunikationsinfrastruktur zwangen die Führungskräfte dazu, alternative Kommunikationswege einzurichten. Hinzu kamen Drohnensichtungen, Sabotagehandlungen und Bombendrohungen. Die Einsatzkräfte fanden gute Lösungen für die Herausforderungen und konnten so ihre Handlungssicherheit unter außergewöhnlichen Einsatzbedingungen weiter stärken.

Die sicherheitspolitischen Entwicklungen der vergangenen Jahre zeigen, dass der Schutz der Bevölkerung vor den Auswirkungen von Krisen, Konflikten und dem Ausfall Kritischer Infrastrukturen an Bedeutung gewinnt. Das THW nimmt hierbei als operative Zivilschutzbehörde des Bundes eine zentrale Rolle ein. Neben den Einsatzkräften des THW haben auch die Feuerwehr sowie die Polizei an der Übung teilgenommen. Dabei ist erneut deutlich geworden: Komplexe Einsatzlagen im Zivil- und Katastrophenschutz lassen sich bewältigen, wenn alle Beteiligten abgestimmt und professionell Handeln. Aus diesem Grund sind gemeinsame Trainings unverzichtbar.

Die Übung OZINEX26 hat vom 17. bis 19. Juli 2026 in Mönchengladbach stattgefunden.

Bei der Übung errichtete das THW eine Notunterkunft in einer Schule mit Betten und Aufenthaltsbereichen.

Um die Feuerwehr mit Löschwasser zu versorgen, baute das THW eine längere Förderstrecke auf.