voestalpine AG Zwischenbericht 1. Quartal 2026/27 Europa; EBIT up 78,8% YoY to 306,6m
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- QUARTAL 2026/27
voestalpine-KONZERN IN ZAHLEN
1 Q 2025/26 VS. 1 Q 2026/27 Mio. EUR 1 Q 2025/26 1 Q 2026/27 Veränderung in % 01.04.–30.06.2025 01.04.–30.06.2026 Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse 3.901,5 3.994,4 2,4 EBITDA 361,2 495,0 37,0 Abschreibungen 189,7 188,4 –0,7 EBIT 171,5 306,6 78,8 Ergebnis vor Steuern 138,7 278,6 100,9 Ergebnis nach Steuern1 106,3 196,2 84,6 Bilanz Investitionen in Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und Beteiligungen 169,6 225,5 33,0 Eigenkapital 7.517,8 8.030,5 6,8 Nettofinanzverschuldung 1.456,8 1.038,0 –28,7 Nettofinanzverschuldung in % des Eigenkapitals (Gearing) 19,4 % 12,9 % Finanzkennzahlen EBITDA-Marge 9,3 % 12,4 % EBIT-Marge 4,4 % 7,7 % Cashflow aus der Betriebstätigkeit 444,1 344,3 –22,5 Aktienkennzahlen Aktienkurs Ende der Periode (EUR) 23,90 40,84 70,9 Börsenkapitalisierung Ende der Periode 4.097,7 7.002,0 70,9 Anzahl der ausstehenden Aktien Ende der Periode 171.450.616 171.450.616 0,0 Unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) 0,59 1,14 93,2 Verwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) 0,58 1,10 89,7 Personal Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) Ende der Periode 49.551 48.641 –1,8 1 Vor Abzug von nicht beherrschenden Anteilen.
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ZWISCHENBERICHT
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WIRTSCHAFTLICHES UMFELD EUROPA Die wirtschaftliche Entwicklung in Europa blieb zu Beginn des Geschäftsjahres 2026/27 verhalten. Der Euroraum zeigte nur eine geringe konjunkturelle Dynamik. Für den weiteren Verlauf des Kalenderjahres wird weiterhin nur ein moderates Wachstum erwartet. Stabilisierend wirkten die in Deutschland beschlossenen Infrastrukturinvestitionen sowie höhere Ausgaben für die europäische Sicherheits- und Verteidigungsarchitektur. Die Europäische Zentralbank hat zuletzt erste Schritte in Richtung einer restriktiveren Geldpolitik gesetzt. Zwar hatte sich die Inflationsdynamik etwas abgeschwächt, der Konflikt im Mittleren Osten geht jedoch mit Unsicherheiten auf der Energieseite einher. Damit bleiben die Inflationsrisiken erhöht. Der Arbeitsmarkt zeigte sich trotz des schwierigen konjunkturellen Umfelds robust. Bestimmend für die wirtschaftliche Entwicklung in Europa blieb die handelspolitische Unsicherheit. Die US-Zollpolitik belastete weiterhin das Investitionsklima. Gleichzeitig verbesserte sich der handelspolitische Rahmen für die europäische Stahlindustrie. Mit den neuen EU-Safeguard- Nachfolgemaßnahmen und dem CO₂-Grenzausgleichsmechanismus wurden in diesem Jahr Schutzmaßnahmen etabliert, die den europäischen Stahlmarkt wirksamer vor Importdruck absichern sollen. Kurzfristig wirkten jedoch hohe Lagerbestände belastend auf die Marktpreise. Die Nachfrage in den Bereichen Bau, Maschinenbau und Stahlbau blieb weiterhin gedämpft. Eine nachhaltige Belebung der Bautätigkeit war nicht erkennbar. Die Automobilindustrie zeigte ein differenziertes Bild. Im Flachstahlbereich konnte die voestalpine dank hoher Produktqualität und Liefertreue Marktanteile sichern und die Nachfrage stabil halten. Das Marktumfeld im Bereich Automotive Components blieb hingegen schwierig. Strategisch wichtige Wachstumssegmente wie Eisenbahninfrastruktur, Luftfahrt und Lagertechnik entwickelten sich weiterhin positiv. USA / NORDAMERIKA Die wirtschaftliche Entwicklung in Nordamerika zeigte zu Beginn des Geschäftsjahres 2026/27 weiterhin eine solide Grunddynamik. Die US-Wirtschaft blieb auf Wachstumskurs, wenngleich sich das Wachstumstempo normalisierte. Wesentliche Stützen waren der private Konsum sowie Investitionen im Umfeld künstlicher Intelligenz. Die Industrieindikatoren zeigten sich zuletzt etwas verhaltener, blieben jedoch weiterhin im expansiven Bereich.
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Die US-Notenbank beließ ihre Geldpolitik zunächst unverändert. Aufgrund weiterhin erhöhter Inflationsrisiken bleibt der geldpolitische Spielraum begrenzt. Die erneute Eskalation im Nahen Osten führte auch in Nordamerika zu steigenden Energiepreisen und erhöhter Unsicherheit. Erste positive Impulse waren im Bereich der Öl- und Gasexploration erkennbar. Geopolitische Risiken und mögliche weitere Eskalationsschritte bleiben eine wesentliche Belastung für den Ausblick. Die handelspolitischen Rahmenbedingungen blieben für die nordamerikanischen voestalpine- Standorte prägend. US-Zollmaßnahmen wirkten dämpfend auf das Bestellverhalten. Trotz erster positiver Impulse in der Öl- und Gasindustrie blieb die Nachfrage nach voestalpine-Produkten für diese Anwendungen weiterhin durch die Zollmaßnahmen belastet. Auch der Markt für Rohre und Profile blieb durch hohen Wettbewerb herausfordernd. Das Umfeld bei Automotive Components zeigte sich weiterhin herausfordernd. Dagegen entwickelten sich Luftfahrt, Eisenbahnsysteme und Lagertechnik positiv und bildeten stabile Ertragssäulen. BRASILIEN / SÜDAMERIKA Die brasilianische Wirtschaft, für den voestalpine-Konzern der wichtigste südamerikanische Markt, setzte ihren moderaten Wachstumstrend fort, wenngleich mit nachlassender Dynamik. Der Dienstleistungssektor und die Agrarwirtschaft leisteten weiterhin positive Beiträge. Hohe Finanzierungskosten belasteten hingegen Industrieproduktion und Investitionstätigkeit. Zusätzlich wirkten erhöhte chinesische Importe sowie drohende US-Strafzölle belastend auf den brasilianischen Industriesektor. Die brasilianische Zentralbank leitete eine vorsichtige Zinswende ein. Die Finanzierungskosten blieben jedoch weiterhin auf hohem Niveau. Positive Impulse gingen von der vorläufigen Anwendung des EU-Mercosur-Interimshandelsabkommens aus. Für die brasilianischen voestalpine-Standorte blieb das Marktumfeld insgesamt anspruchsvoll. Im Spezialstahlbereich waren zu Beginn des Geschäftsjahres leicht positive Nachfragetendenzen erkennbar. Tubes & Sections entwickelte sich differenziert. Railway Systems verzeichnete erneut eine stabile und robuste Nachfrage. CHINA / ASIEN Das wirtschaftliche Umfeld in China war weiterhin von handelspolitischen Spannungen, Diskussionen über chinesische Überkapazitäten und einer starken Exportorientierung geprägt. Das gesamtwirtschaftliche Wachstum blieb positiv und wurde wesentlich von robusten Exporten, insbesondere im Technologiebereich, unterstützt. Gleichzeitig entwickelte sich die Binnenwirtschaft verhalten. Gedämpftes Konsumentenvertrauen, ein schwächerer Arbeitsmarkt und die fortgesetzte Anpassung im Immobiliensektor belasteten die Nachfrage. Eine breite Erholung der Bauindustrie war weiterhin nicht erkennbar. Die Gespräche zwischen der EU und China über Handelsungleichgewichte und Überkapazitäten hielten auch im Berichtszeitraum an. Die Spannungen rund um die Straße von Hormus belasteten asiatische Länder besonders stark, da diese in hohem Ausmaß auf Energieimporte aus dem Persischen Golf angewiesen sind. Für China bedeutete der anhaltende Energiepreisschock eine zusätzliche Belastung der Produktionskosten und dämpfte die ohnehin verhaltene Binnennachfrage weiter. High-Tech-Industrien wie der Spezialmaschinenbau entwickelten sich weiterhin positiv, wenngleich mit nachlassender Dynamik. Die Produktion deutscher Automobilhersteller in China entwickelte sich verhalten. Positiv entwickelte sich die Nachfrage nach hochqualitativem Werkzeugstahl. Auch der Markt für Eisenbahninfrastruktur blieb stabil.
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ENTWICKLUNG FINANZKENNZAHLEN DES voestalpine-KONZERNS Der voestalpine-Konzern konnte im 1. Quartal 2026/27 die Umsatzerlöse um 2,4 % von 3.901,5 Mio. EUR im Vorjahr auf 3.994,4 Mio. EUR ausweiten. Den stärksten Zuwachs verzeichnete dabei die High Performance Metals Division, die sich auf einen verbesserten Produktmix sowie ein generell höheres Preisniveau stützen konnte. Während die Steel Division und die Metal Forming Division ihre Umsatzerlöse im Jahresvergleich ebenfalls anheben konnten, liegt das Umsatzniveau in der Metal Engineering Division vorwiegend aufgrund des schwierigen Marktumfeldes im Produktsegment Tubulars im aktuellen Berichtsquartal leicht unter dem Vorjahr. Beim operativen Ergebnis (EBITDA) gelang dem voestalpine-Konzern eine Verbesserung um 37,0 % von 361,2 Mio. EUR (Marge 9,3 %) im 1. Quartal 2025/26 auf 495,0 Mio. EUR (Marge 12,4 %) im 1. Quartal 2026/27. Besonders markant fiel die Steigerung in der High Performance Metals Division aus. Neben den nachhaltig positiven Effekten aus den initiierten Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogrammen wurde die Ergebnisentwicklung im 1. Quartal 2026/27 maßgeblich durch einmalige positive und negative Sondereffekte in der High Performance Metals Division, insbesondere aus dem Verkauf der voestalpine BÖHLER Profil sowie aus der Fortsetzung der Reorganisationsmaßnahmen in der High Performance Metals Division beeinflusst. In Summe sind im EBITDA des 1. Quartals 2026/27 rund 100 Mio. EUR an Einmaleffekten enthalten. Die Steel Division und die Metal Forming Division erreichten im aktuellen Berichtsquartal beim EBITDA ebenfalls einen Anstieg. Hingegen fiel das EBITDA in der Metal Engineering Division im 1. Quartal 2026/27 als Folge der herausfordernden Bedingungen im Produktsegment Tubulars etwas schwächer aus. Das Betriebsergebnis (EBIT) erhöhte sich im Jahresvergleich um 78,8 % von 171,5 Mio. EUR (Marge 4,4 %) im 1. Quartal 2025/26 auf 306,6 Mio. EUR (Marge 7,7 %) im 1. Quartal 2026/27. Da sich das Nettofinanzergebnis (Finanzerträge minus Finanzaufwendungen) im 1. Quartal 2026/27 mit -28,0 Mio. EUR besser entwickelte als im 1. Quartal 2025/26 (-32,8 Mio. EUR), konnte sich das Ergebnis vor Steuern von 138,7 Mio. EUR im Vorjahr auf 278,6 Mio. EUR im aktuellen Berichtszeitraum mehr als verdoppeln. Auf Basis einer Steuerquote von 29,6 % (Vorjahr: 23,4 %) ergibt sich für das 1. Quartal 2026/27 ein Ergebnis nach Steuern von 196,2 Mio. EUR, was einer Steigerung um 84,6 % gegenüber dem Wert des 1. Quartals 2025/26 von 106,3 Mio. EUR entspricht. Das Eigenkapital des voestalpine-Konzerns legte sowohl im Jahresvergleich als auch in der Gegenüberstellung mit dem Bilanzstichtag 31. März 2026 zu. Mit 8.030,5 Mio. EUR konnte das Eigenkapital per 30. Juni 2026 um 6,8 % gegenüber dem Wert zum 30. Juni 2025 (7.517,8 Mio. EUR) bzw. um 2,9 % gegenüber dem Bilanzstichtagswert zum 31. März 2026 (7.800,6 Mio. EUR) deutlich gestärkt werden. Der Abbau der Nettofinanzverschuldung wurde im aktuellen Berichtszeitraum fortgesetzt. Im Jahresvergleich erreichte der voestalpine-Konzern eine Reduktion um 28,7 % von 1.456,8 Mio. EUR per 30. Juni 2025 auf 1.038,0 Mio. EUR per 30. Juni 2026. Verglichen mit dem Wert zum Bilanzstichtag 31. März 2026 von 1.263,7 Mio. EUR verminderte sich die Nettofinanzverschuldung um 17,9 %. Neben dem konsequenten Abbau des Nettoumlaufvermögens leistete die Veräußerung von BÖHLER Profil im 1. Quartal 2026/27 einen wesentlichen Beitrag zur weiteren Reduktion der Verschuldung des voestalpine-Konzerns. Angesichts des in den vergangenen Jahren deutlich erhöhten Investitionsbedarfs für die schrittweise Transformation hin zu einer grünstrombasierten Stahlerzeugung ist diese Entwicklung besonders bemerkenswert. Sie unterstreicht die hohe Innenfinanzierungskraft der voestalpine, selbst in einer Phase vorübergehend erhöhter Investitionstätigkeit. Der Beschäftigtenstand (FTE, Vollzeitäquivalent) des voestalpine-Konzerns verminderte sich im Jahresvergleich um 1,8 % von 49.551 per 30. Juni 2025 auf 48.641 per 30. Juni 2026. Der Rückgang resultiert vorwiegend aus Reorganisationsmaßnahmen in der High Performance Metals Division und bei Automotive Components (Metal Forming Division).
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