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title: "Italienischer Bergführerverein setzt Matterhorn-Besteigungen an der Südseite von Breuil-Cervinia aus; Besteigungen ausgesetzt bis auf Weiteres"
sdDatePublished: "2026-08-07T11:37:00Z"
source: "https://www.alpenverein.de/artikel/bergbericht-7-bis-9-august-2026_57a61419-d48f-4a3d-9e62-c40634815af2"
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Italienischer Bergführerverein setzt Matterhorn-Besteigungen an der Südseite von Breuil-Cervinia aus; Besteigungen ausgesetzt bis auf Weiteres

Bergbericht 7. bis 9. August 2026

Bergbericht 7. bis 9. August 2026

Zum Wochenende hin stellt sich wieder sonniges Bergwetter ein, bei dem sich die Gewittergefahr vor allem in den Nordalpen in Grenzen hält. Am Alpenhauptkamm erfordern apere Gletscher und große Steinschlaggefahr heuer besondere Aufmerksamkeit.

In den meisten Mittelgebirgen sind die Wegverhältnisse trocken. Im Gegensatz dazu muss man nach den Regenfällen vom Donnerstag in den Nordalpen und am Alpenhauptkamm zumindest am Freitag mit rutschigen Erdwegen, feuchten Wiesenpfaden und nassen Kletterfelsen rechnen. Im Hochtouren-Bereich sind auch sehr hoch gelegene Felsgrate schneefrei. Die meisten Gletscher, wie zum Beispiel der Kesselwandferner (Ötztaler Alpen) bis hinauf zum Fluchtkogel, haben so gut wie keine Firnauflage mehr. Dennoch waren die Tourenbedingungen in den letzten drei Tagen dort recht gut. Das apere Gletschereis war bis nachmittags hart und griffig. Allerdings rannen dort bereits ab dem späten Vormittag sehr viele oberflächliche, kleine Gletscherbäche hinab. Schneebrücken sind mit großer Vorsicht zu beurteilen. So gab es am Mittwoch einen Spaltensturz am Taschachferner (Ötztaler Alpen). Ein wichtiges Thema ist gerade in diesem heißen Sommer nach wie vor die Steinschlaggefahr. So liegt beispielsweise am steileren Anstieg vom Gepatschferner zum Kamm der Vorderen Hintereisspitze (Ötztaler Alpen) so viel loses Geröll, dass der Autor dieser Zeilen am Mittwoch hier sicherheitshalber umdrehte. Extremere Beispiele sind der Normalanstieg zum Piz Palü (Bernina), der wegen nicht aufhörender Felsstürze vom Piz Cambrena Ende Juli verlegt wurde und die Südseite des Matterhorns (Wallis), wo wegen eines massiven Felssturzes an der Südseite am Mittwoch der italienische Bergführerverein die Besteigungen des Matterhorns von Breuil-Cervinia mit Kundschaft ausgesetzt hat.

Tourenplanung in Zeiten des Klimawandels

Die Auswirkungen des Klimawandels bringen neue Anforderungen an eine gute Tourenplanung mit sich.

Berge an sich sind nicht gefährlich!

Erst der Aufenthalt im Gebirge macht Berge gefährlich. Steinschlag, Lawinen und Co müssen erkannt, bewertet und behandelt werden. Ein Dreischritt hilft, das Risiko zu berechnen.

Mittelgebirge: In der Eifel und im Rothaargebirge gibt es freitags noch ein paar Wolken. Das Wochenende wird sehr sonnig. Die Maximaltemperaturen steigen am Kahlen Asten (841 m) von 17°C am Freitag auf 27°C am Sonntag. Im Harz und im Thüringer Wald wird es wohl nicht ganz so sonnig. Auf dem windigen Brocken (1148 m) liegen die Höchstwerte zwischen 13°C am Freitag und 23°C am Sonntag. Im Elbsandsteingebirge wird es von Freitag bis Sonntag immer sonniger. Auf dem Großen Zschirnstein (560 m) steigen die Höchstwerte von 22°C auf 28°C. Im Bayerischen Wald ist die Wetterentwicklung vergleichbar. Die Maximaltemperaturen klettern am Großen Arber (1456 m) von 19°C auf 23°C. Auch im Schwarzwald dürfen wir uns auf sonnige Tage freuen. Am Sonntag wird es am Feldberg (1493 m) windig, die Höchstwerte steigen von 18°C auf 23°C. Alpen: Am Freitagvormittag wird es in den Ostalpen nach Auflösung von Restwolken einige Sonnenstunden geben. Die Gipfel stecken aber oft im Nebel. Von den Südalpen und den Zentralalpen her wird es nachmittags wieder gewittrig sein. Am Alpennordrand ist die Gewitterneigung geringer. Es ist deutlich kühler als zuvor. Am Samstag bilden sich nach einem sonnigen Vormittag Quellwolken. Lokale Schauer und vereinzelte Gewitter sind in den Südalpen und am östlichen Hauptkamm nachmittags möglich. In den Nordalpen bleibt die Gewitterneigung ganztags gering. Die Nullgradgrenze liegt zwischen 4000 und 4300 m. Der Sonntag beginnt in den Ostalpen wieder sonnig. Die Temperaturen steigen auf hochsommerliches Niveau, die Wärmebelastung im sonnseitigen Gelände steigt rasch an. Mit Quellwolken steigt die Schauer- und Gewitterneigung nachmittags in Südtirol und um den westlichen Hauptkamm leicht an. Auch in den Westalpen steht sommerliches Bergwetter an. Am Samstag ist die Gewittergefahr geringer, am Sonntag hingegen höher als in den Ostalpen.

Sowohl in den Mittelgebirgen als auch in den Alpen muss man bei der Tourenplanung die, vor allem sonntags wieder recht hohen Temperaturen berücksichtigen. Ein früher Start sowie nordseitige und waldreiche Anstiege sind daher eine gute Idee. Wer in Sachen Gewittergefahr auf Nummer sicher gehen möchte, ist in den Nordalpen gut aufgehoben. Aber auch dort sollte man am Vorabend einer größeren Bergtour die aktuellen Bergwetter-Prognosen aufmerksam lesen und am Tag der Tour noch einmal gegenchecken. Auf Websites wie Meteoschweiz oder Geosphere Austria findet man täglich in der Früh erstellte, seriöse Bergwetterprognosen. Wer eine größere Tour am Alpenhauptkamm anvisiert, sollte sich am Samstag nach Osten und am Sonntag nach Westen hin orientieren. Überall muss man sich in Bezug auf Hochtouren gut über die aktuellen Gletscherverhältnisse erkundigen, sich dort anseilen und auch über eine potentielle Steinschlaggefahr informieren.

Auch für das kommende Wochenende haben wir 15 Vorschläge auf alpenvereinaktiv.com für euch zusammengestellt.

Bergbericht 31. Juli bis 2. August 2026

Es steht einmal mehr ein Wochenende ins Haus, bei dem man die heißen Temperaturen und die Gewittergefahr bei der Tourenplanung berücksichtigen muss.

Bergbericht 24. bis 26. Juli 2026

Bis Samstag dürfte das Bergwetter zumindest in den Ostalpen recht stabil bleiben. Am Sonntag muss man dann wie am letzten Wochenende mit Schauern und Gewitter rechnen.

Bergbericht 17. bis 19. Juli 2026

Das kommende Wochenende wird unbeständig. Bei richtigem Timing und je nach Region sind aber dennoch Bergtouren möglich. Dabei muss man die Gewittergefahr sehr gut im Blick haben.

Bergbericht 10. bis 12. Juli 2026

Am Wochenende dürfen wir uns über bestes Bergwetter freuen. Nördlich des Alpenhauptkammes ist die Gewittergefahr gering. Es wird allerdings wieder ordentlich warm.

Auf den Gletschern sollte man sich unbedingt anseilen.

Zuletzt geändert: 07. August 2026