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title: "Modellprojekte Smart Cities zeigen fünf Beschleunigungsmechanismen in Deutschland; keine nachgewiesenen Zeiteinsparungen"
sdDatePublished: "2026-08-07T08:10:00Z"
source: "https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/forschung/fachbeitraege/digitalisierung/planungs-und-genehmigungsbeschleunigung/01-start.html"
topics:
  - name: "construction and property"
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  - "Freiburg (im Breisgau)"
  - "Bavaria"
  - "Halle (Saale)"
  - "Hamburg-Nord"
  - "Hamburg"
  - "Leipzig"
  - "Germany"
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Modellprojekte Smart Cities zeigen fünf Beschleunigungsmechanismen in Deutschland; keine nachgewiesenen Zeiteinsparungen

BBSR - Fachbeiträge - Planungs- und Genehmigungsbeschleunigung durch Digitalisierung

Analyse ausgewählter Lösungen der Modellprojekte Smart Cities

Fünf Beschleunigungsmechanismen aus der kommunalen Praxis

Dokumenttyp: Fachbeitrag Datum 06.08.2026 Planungs- und Genehmigungsbeschleunigung durch Digitalisierung

Digitale Werkzeuge können Planungs- und Genehmigungsverfahren vor allem dort entlasten, wo viele Verzögerungen entstehen: in der frühen, informellen Vorbereitungsphase. Ausgewählte Lösungen aus den Modellprojekten Smart Cities zeigen, wie Datengrundlagen, Abstimmungen, Beteiligung und Prozessorganisation besser zusammengeführt werden können. Im Rahmen der Begleitforschung des Förderprogramms wurden dazu in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum Wasser Berlin fünf kommunale Fallstudien durchgeführt. Im Mittelpunkt der Untersuchung stand die Frage, wie digitale Verfahren dazu beitragen können, die Vorbereitungsphase besser zu strukturieren, um so Planungs- und Genehmigungsprozesse insgesamt zu beschleunigen.

Planungs- und Genehmigungsverfahren werden häufig mit den formellen Verfahrensschritten verbunden. In der Praxis entscheidet sich der Verlauf beispielsweise eines Bauleitplanverfahrens jedoch häufig schon in der Vorbereitungsphase. Sie ist die erste von vier Phasen des idealtypischen Verfahrens und bildet die Grundlage für die späteren Schritte (Information, Entwurf, Beschluss).

Die Untersuchung baut auf der BBSR -Studie zur „Verfahrensbeschleunigung der Bauleitplanung“ auf, in der vor allem die Beschleunigung formeller Verfahrensschritte durch Digitalisierung analysiert wurde. Darüber hinaus wurden informelle Organisationsschritte betrachtet, die insbesondere in der Vorbereitung eines Planungsverfahrens auftreten und für die Umsetzbarkeit der folgenden Verfahrensschritte wesentlich sind ( vgl. BBSR 2025).

In dieser Phase werden zentrale Weichen gestellt. Fachreferate, Dienstleister, Politik, Vorhabenträger, Gutachterinnen und Gutachter sowie teilweise auch die Öffentlichkeit müssen frühzeitig einbezogen werden. Anders als in späteren Verfahrensschritten sind Arbeitsschritte und Ergebnisse hier weniger klar formalisiert. Das macht die Vorbereitungsphase anfällig für Verzögerungen: Fachämter werden zu spät eingebunden, Daten liegen nicht in der passenden Qualität vor, Abstimmungen laufen mehrfach oder über unterschiedliche Kanäle und Medienbrüche erschweren die Weiterverarbeitung ( vgl. BBSR 2025; Deutscher Städtetag 2024).

Die Vorbereitungsphase ist deshalb nicht nur ein organisatorischer Vorlauf, sondern ein entscheidender Teil des Verfahrens. Untersuchungen zeigen, dass eine gut organisierte Vorbereitungsphase von sechs bis zwölf Monaten die folgenden drei Phasen erleichtern kann. Konstruktive und fundierte Abstimmungsrunden können zudem dazu beitragen, Verfahren konfliktärmer und zielorientierter abzuwickeln ( vgl. BBSR 2025).

Hier setzen viele digitale Lösungen aus den Modellprojekten Smart Cities an. Sie ersetzen formelle Verfahrensanforderungen nicht, können die Vorbereitung aber verbessern: durch gemeinsame Datengrundlagen, digitale Austausch- und Beteiligungsräume, standardisierte Abläufe und klare Zuständigkeiten.

Die Untersuchung folgt einem qualitativen Ansatz. Für die Fallstudien zu HAL-Plan , zum digitalen Zwilling der Gemeinde Kirchheim bei München , zur Freiburger Vermarktungsplattform für städtische Grundstücke und zum Berliner Data-Governance-Wegweiser wurden jeweils semistrukturierte Interviews geführt. Eine weitere Fallstudie, die Analyse des in Hamburg entwickelten digitalen Partizipationssystems DIPAS , stützt sich auf die Projektdokumentation und Veröffentlichungen (Freie und Hansestadt Hamburg – Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen 2025; Senat der Freien und Hansestadt Hamburg – Senatskanzlei, Amt für IT und Digitalisierung o. J.a ; o. J.b ).

Die ausgewählten Projekte befanden sich zum Zeitpunkt der Betrachtung im September 2025 entweder in der finalen Umsetzungsphase oder waren seit kurzer Zeit abgeschlossen. Belastbare quantitative Daten, die eine Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsprozessen belegen, lagen nicht vor. Die Untersuchung beschreibt deshalb qualitative Beschleunigungspotenziale, aber keine nachgewiesenen Zeiteinsparungen.

Die Untersuchung ordnet die digitalen Lösungen entlang von fünf Beschleunigungsmechanismen:

Governance und Prozessoptimierung (siehe Abbildung 1).

Diese Mechanismen leiten sich aus den kommunalen Bedarfen und den Herausforderungen in der Vorbereitungsphase ab.

Abbildung 1: Fünf Beschleunigungsmechanismen Quelle: Kompetenzzentrum Wasser Berlin

Die fünf Fallstudien zeigen unterschiedliche Wege, wie digitale Werkzeuge die Vorbereitungsphase von Planungs- und Genehmigungsverfahren strukturieren können. Die Zuordnung zu jeweils einem Beschleunigungsmechanismus ist dabei als Schwerpunktsetzung zu verstehen. Viele Projekte wirken jedoch gleichzeitig auf mehrere Mechanismen ein.

Datenbasierte Entscheidungsgrundlage: HAL-Plan in Halle (Saale)

HAL-Plan ist ein digitaler Zwilling für die Stadt Halle (Saale). Das Werkzeug verknüpft Geodaten, Echtzeitdaten und 3D -Simulationen und unterstützt damit unter anderem Stadtplanung, Flächenmanagement und Wirtschaftsförderung. Fachbereiche können Szenarien modellieren, Wechselwirkungen sichtbar machen und Folgen von Planungsentscheidungen früher einschätzen, etwa den zusätzlichen Bedarf an Kitaplätzen.

Der Beschleunigungseffekt liegt in einer besseren Entscheidungsgrundlage. Informationen, die sonst getrennt vorliegen, werden in einem gemeinsamen digitalen Modell zusammengeführt und visualisiert. HAL-Plan nutzt dafür kommunale Geo-, Fach- und Echtzeitdaten. Das erhöht die Planungssicherheit und erleichtert den Austausch zwischen Verwaltung, Politik und weiteren Beteiligten.

Echtzeitdaten und 3D-Simulationen für die kommunale Stadtplanung Quelle: FormFollowsYou GmbH

Belastbare Daten zur Zeitersparnis liegen bislang nicht vor. Beschleunigungspotenziale entstehen insbesondere dadurch, dass Modellierungen und Visualisierungen direkt in der Verwaltung genutzt werden können und nicht beispielsweise extern beauftragt werden müssen.

HAL-Plan wurde mit elf Kommunen in sieben Bundesländern getestet, unter anderem für Innenentwicklungskonzepte, Klimaanalysen und die Planung kommunaler Infrastruktur. Die Tests zeigen, dass das Instrument grundsätzlich in unterschiedlichen Kommunengrößen und Planungsfeldern eingesetzt werden kann. Für einen Regelbetrieb und die breite Anwendung braucht es klar definierte Zuständigkeiten, dauerhafte Finanzierungsmodelle und eine frühzeitige Einbindung der kommunalen IT -Dienstleister.

HAL-Plan zeigt, wie digitale Zwillinge frühe Planungsüberlegungen anschaulich machen, Abstimmungen vorbereiten und Planungsalternativen schneller diskutierbar machen können.

Standardisierung und Automatisierung: Digitaler Zwilling Kirchheim

Der digitale Zwilling von Kirchheim bei München unterstützt die kommunale Bauleitplanung. Bebauungspläne wurden mit dem Datenstandard XPlanung in das Werkzeug überführt. Das virtuelle Stadtmodell dient der Informationsbereitstellung, Visualisierung und Beteiligung. Damit setzt es in der Vorbereitungsphase an, schafft aber zugleich Schnittstellen zu späteren Informations- und Entwurfsphasen.

Der entscheidende Punkt ist die gemeinsame Datengrundlage. Planerinnen und Planer, Behörden und Bauträger arbeiten im selben digitalen Raum. Medienbrüche werden reduziert, Entscheidungen können unmittelbar visualisiert und Planvarianten schneller überprüft werden. Normative Vorgaben, etwa aus Bebauungsplänen, sind im System hinterlegt und können mit Änderungen im digitalen Zwilling abgeglichen werden. Die frühe Einbindung von Fachämtern und Behörden kann spätere Prüf- und Genehmigungsprozesse erleichtern und beschleunigen.

Der digitale Zwilling Kirchheim bei München unterstützt eine standardisierte und anschauliche Bauleitplanung Quelle: Gemeinde Kirchheim-Heimstetten

Auch für die Öffentlichkeitsbeteiligung wird der digitale Zwilling genutzt. Bürgerinnen und Bürger erhalten Einblick in Planungen, können Anliegen einbringen und Ergebnisse von Beteiligungsverfahren einsehen. Planungsvarianten werden dadurch auch für Menschen ohne planerische Fachkenntnisse anschaulicher und leichter nachvollziehbar. Der digitale Zwilling ersetzt die formelle Beteiligung nicht, kann sie aber vorbereiten und ergänzen.

Für die Übertragbarkeit ist der Fall aufschlussreich: Die Open-Source-Bereitstellung erleichtert zwar den Zugang, genügt aber nicht allein, da andere Kommunen jeweils eigene Anforderungen an einen digitalen Zwilling haben. Die Lösung muss deshalb technisch und organisatorisch an die örtlichen Rahmenbedingungen angepasst werden können. Standardisierung und lokale Anpassungsfähigkeit müssen somit zusammengedacht werden.

Der Fall zeigt, wie einheitliche Datenstandards, gemeinsame digitale Arbeitsräume und frühzeitige fachliche Abstimmungen die Vorbereitungsphase strukturieren und den Übergang in spätere Verfahrensphasen erleichtern können.

Link zum digitalen Zwilling: www.kih.urbanistic.io

Synchronisation und Koordination: Vermarktungsplattform für städtische Grundstücke in Freiburg

Die Vermarktungsplattform Kleineschholz in Freiburg digitalisiert die Konzeptvergabe für städtische Grundstücke. Solche Verfahren spielen in der Stadtplanung eine wichtige Rolle, sind für Verwaltungen aber oft aufwendig. Die Plattform bündelt den gesamten Bewerbungsprozess – von der Darstellung der Grundstücksinformationen über die Einreichung der Bewerbung und die Kommunikation zwischen Verwaltung und Bewerbenden bis zum finalen Zuschlag.

Mit der Plattform läuft die Kommunikation über einen gemeinsamen digitalen Kanal. Bewerberinnen und Bewerber registrieren sich, Unterlagen werden zentral eingereicht, Rückfragen und Informationen bleiben nachvollziehbar. Für Verwaltung und Baubewerbende entsteht dadurch ein standardisierter und transparenter Ablauf.

Die Vermarktungsplattform Kleineschholz bündelt Grundstücksinformationen, Bewerbung und Kommunikation in einem digitalen Prozess Quelle: Stadt Freiburg

Für die Planungs- und Genehmigungsbeschleunigung ist die Plattform vor allem deshalb relevant, weil sie Koordination und Übergänge verbessert. Digital vorliegende Informationen, etwa Bebauungspläne oder Geodaten, werden zentral bereitgestellt. Perspektivisch können auch Daten, die Bauherren im Bewerbungsprozess einpflegen, in weitere Verwaltungsprozesse übernommen werden, etwa in Genehmigungs- oder Abstimmungsverfahren. Damit beschränkt sich der Nutzen nicht auf die Vermarktung selbst, sondern bereitet zugleich spätere Verfahrensschritte vor.

Das Beispiel zeigt, wie digitale Plattformen unterschiedliche Akteure, Informationen und Prozessschritte in einem gemeinsamen Ablauf zusammenführen können. Dadurch werden Verfahren transparenter, nachvollziehbarer und weniger anfällig für Medienbrüche.

Partizipation und Erklärbarkeit: DIPAS in Hamburg

DIPAS ist ein digitales Beteiligungssystem aus Hamburg, das im Rahmen des interkommunalen Projekts Connected Urban Twins (CUT) mit München und Leipzig weiterentwickelt wurde. Es verbindet digitale Beteiligung mit Geodaten, Karten und städtischen Dateninfrastrukturen ( vgl. Senat der Freien und Hansestadt Hamburg – Senatskanzlei, Amt für IT und Digitalisierung o. J.a; Senat der Freien und Hansestadt Hamburg – Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen 2025).

Der Beschleunigungsmechanismus liegt in der Partizipation und Erklärbarkeit: Komplexe Planungen werden über Karten, Visualisierungen und digitale Beteiligungsräume leichter nachvollziehbar, Rückmeldungen können räumlich verortet und anschließend weiterverarbeitet werden. Dadurch können Konflikte früher sichtbar werden ( vgl. Freie und Hansestadt Hamburg – Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen 2025; Senat der Freien und Hansestadt Hamburg – Senatskanzlei, Amt für IT und Digitalisierung 2025).

DIPAS unterstützt digita