Ronny Kupke, BSW-Fraktion Sachsen, fordert landesweites Investitionsprogramm für Hitzeschutz in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Kommunen Sachsen; 350 hitzebedingte Todesfälle in Sachsen dieses Jahr

Hitzeschutz mit Vernunft: Sachsen muss gezielt in Pflege, Kliniken und Kommunen investieren – BSW Fraktion Sachsen

Hitzeschutz mit Vernunft: Sachsen muss gezielt in Pflege, Kliniken und Kommunen investieren

Längere Hitzeperioden belasten die Bevölkerung, Arbeitswelt sowie das Gesundheits- und Pflegesystem in Sachsen zunehmend. Während Kommunen, Kliniken und Pflegeeinrichtungen an ihre Grenzen stoßen, fehlt von der sächsischen Staatsregierung weiterhin eine wirksame Unterstützung und eine klare Strategie.

Besonders gefährdet sind ältere und pflegebedürftige Menschen, Kinder, Schwangere und chronisch Erkrankte. Gleichzeitig steigt die Belastung für Beschäftigte, Krankenhäuser und Notaufnahmen.

Dazu erklärt Ronny Kupke, Vorsitzender und gesundheitspolitischer Sprecher der BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag:

„Wir brauchen beim Hitzeschutz weder Panikmache noch Verharmlosung, sondern Vernunft, Augenmaß und konkrete Maßnahmen. Extreme Hitze kann für viele Menschen zu einer ernsten gesundheitlichen Gefahr werden. Allein in diesem Jahr gab es in Sachsen bereits 350 hitzebedingte Todesfälle. Die Staatsregierung darf die Augen vor dieser Realität nicht länger verschließen und die Verantwortung auf die ohnehin finanziell klammen Kommunen abwälzen.“

Notwendig sind mehr Schatten und Grünflächen, die Entsiegelung geeigneter Flächen, öffentliche Trinkwasserangebote sowie ein besserer Hitzeschutz am Arbeitsplatz. Die finanziell belasteten Kommunen dürfen mit diesen Aufgaben jedoch nicht allein gelassen werden.

Besonders groß ist der Handlungsbedarf in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Wirksamer Hitzeschutz umfasst neben Klimaanlagen auch bauliche Verschattung, Dämmung, moderne Lüftungssysteme und energieeffiziente Kühltechnik.

Wie groß das tatsächliche Defizit in Sachsen ist, bleibt jedoch unklar.

Aus der Antwort der Sächsischen Staatsregierung auf die Kleine Anfrage „Förderung von Klimatechnik und Hitzeschutz in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen“ (Drs. 8

  1. geht hervor, dass auf Landesebene keine Erkenntnisse und keine zentrale Erfassung darüber vorliegen, wie viele Krankenhäuser oder stationäre Pflegeeinrichtungen über fest installierte Klimatechnik in Patientenzimmern oder Bewohnerräumen verfügen.

Auch bei der Förderung bestehen Lücken: Über die Förderrichtlinie Energie und Klima

2023 hat bislang keine sächsische Gesundheits- oder Pflegeeinrichtung Fördermittel für Klimatechnik oder baulichen Hitzeschutz beantragt. Zusätzliche besondere Fördermaßnahmen sind nach Angaben der Staatsregierung nicht geplant.

„Hitzeschutz ist keine Komfortfrage, sondern eine Frage der Patientensicherheit, des Arbeitsschutzes und einer verlässlichen Gesundheitsversorgung. Es reicht nicht, auf die Eigenverantwortung der Einrichtungen zu verweisen. Der Freistaat muss zunächst die tatsächlichen Defizite erfassen und anschließend notwendige Investitionen gezielt unterstützen.“

Die BSW-Fraktion fordert die Staatsregierung deshalb auf, eine landesweite Bestandsaufnahme und ein unbürokratisches Investitionsprogramm für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen umzusetzen. Auch die Kommunen müssen bei Begrünung, Entsiegelung, Trinkwasserangeboten und kühlen öffentlichen Räumen stärker unterstützt werden.

„Wir brauchen keine zusätzliche Papierbürokratie, sondern konkrete Verbesserungen. Hitzeschutz muss sozial gerecht, wirtschaftlich vernünftig und praktisch umsetzbar sein. Die Kosten dürfen nicht auf Patienten, Pflegebedürftige, Beschäftigte oder finanzschwache Kommunen abgewälzt werden“, so Kupke abschließend.

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