Rotkreuz-Museum Luckenwalde eröffnet Jubiläums-Ausstellung im Haus des Ehrenamts Luckenwalde anlässlich 25 Jahre Museum; Depotobjekte-Ausstellung verlängert bis 31. Oktober 2026

MM7 :: DRK Kreisverband Fläming-Spreewald e.V.

Ausgabe 3/2026 Menschlichkeit Unparteilichkeit Neutralität Unabhängigkeit Freiwilligkeit Einheit Universalität Die u Ein Haus voller Rotkreuzschätze u Wenn aus Nachbarn ein Netzwerk wird u 30 Jahre Besondere Wohnform Haus am Heidefeld MITGLIEDERMAGAZIN Kreisverband Fläming-Spreewald e.V.

2 DRK Kreisverband Fläming-Spreewald e.V. • Mitgliedermagazin 3/2026 • www.drk-fs.de Ort: Haus des Ehrenamts Neue Parkstraße 18 14943 Luckenwalde geöffnet: Mo. bis Fr. zu den Öffnungszeiten der Kreisgeschäftsstelle und nach Vereinbarung; Eintritt frei! Kontakt: Rainer Schlösser 0151 15591977 museum@drk-fs.de Schätze des Rotkreuz-Museums Eine Ausstellung des Rotkreuz-Museums Luckenwalde und des DRK-Kreisverbands Fläming-Spreewald 29. Juni 2026 bis 30. September 2026 Ausstellung zum 25jährigen Bestehen des Museums Die Ausstellung wird bis zum 31. Oktober 2026 verlängert

3 DRK Kreisverband Fläming-Spreewald e.V. • Mitgliedermagazin 3/2026 • www.drk-fs.de Impressum V.i.S.d.P.: Jan Spitalsky [jsp] Redaktionsmitglieder: Jan Spitalsky [jsp], Anja Thoß [at], Katrin Tschirner [kt], Prof. Dr. Rainer Schlösser [rs], Harald-Albert Swik [has] Gastautoren: Nathalie Meng [nm], Simon Jägersküpper [sj] Bildnachweise: S. 1, 4, 5 (unten), 6, 8, 9, 19, 20: Archiv des DRK-Kreis­ verbands Fläming-Spreewald S. 2, 3: Ines Glöckner S. 5 (alle oben), 17 (unten): Rotkreuz-Museum Lucken­ walde S. 7: Breloer/DRK S. 10: Phil Schenk S. 11, 16, 17 (oben): Harald-Albert Swik S. 12: DRK-Landesverband Brandenburg e.V. S. 13: BBK Grafik und Layout: Ines Glöckner/Visuelle Kommunikation Verlag: Verlag W. Wächter GmbH Bismarckstraße 108, 10625 Berlin Tel.: 030 31869010, E-Mail: info@waechter.de Internet: www.waechter.de Auflage: 6.000 Herausgeber: DRK Kreisverband Fläming-Spreewald e.V. Neue Parkstraße 18, 14943 Luckenwalde Tel.: 03371 62 57 0, E-Mail: tschirner.katrin@drk-fs.de Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck – auch auszugs­ weise – nur mit Genehmigung des Herausgebers. Inhalt Seite Grußwort 3 Ein Haus voller Rotkreuzschätze 4 Mit Leidenschaft und Schraubenschlüssel 6 7 Fragen an Christian Hörl 7 Wenn aus Nachbarn ein Netzwerk wird 8 30 Jahre Haus am Heidefeld 9 Unsere Ehrenamtlichen auf der ILA 10 Hier muss wieder eine Bank hin 11 Das Komplexe Hilfeleistungssystem 12 Krisenvorsorge beginnt zu Hause 13 Rotkreuz-Museum vogelsang ip 14 Besuch beim Norwegischen Roten Kreuz 16 Historisches Fenster 17 kurz & knapp notiert 18 Ansprechpartner 19 Im Einklang mit dem deutschen Sprachsystem sind gram­ matisch männliche Personenbezeichnungen, soweit sie sich nicht auf konkrete Personen beziehen, geschlechts­ neutral zu verstehen. Liebe Leserinnen und Leser,

wo kommen wir her – und wo gehen wir hin? In dieser Ausgabe blicken wir bewusst zurück: 25 Jahre Rotkreuz-Museum, 30 Jahre Haus am Heidefeld, mehr als 20 Jahre Familienzentrum und Ortsverband Lieberose. Die Jubiläen zeigen exemplarisch, was unseren Kreisverband ausmacht: Menschen, die über Jahrzehnte Verantwortung übernehmen und Räume schaffen, in denen unsere Werte lebendig sind und Teilhabe gelebte Praxis ist. Dabei stehen wir vor großen Aufgaben: die Umgestaltung des Sozialstaates mit ihren noch nicht absehbaren Folgen für die Finanzierung unserer Ein­ richtungen und Dienste, Künstliche Intelligenz und Digitalisierung und eine zunehmend rauere gesellschaftliche Stimmung verlangen einen nachhalti­ gen und verantwortungsbewussten Umgang. Unser Kreisverband stellt sich diesen Herausforderungen mit seinem sichtbaren Wirken für unsere Region. Lesen Sie in diesem Magazin z.B. von unseren Quartierskümmerern, der ehrenamtlichen Fahrradwerkstatt oder dem Generationenwechsel bei der ILA. Rotkreuzgeschichte ist daher immer mehr als ein Blick zurück. Sie lebt weiter – überall dort, wo Haupt- und Ehrenamt ineinandergreifen und unsere praktische Arbeit in der Region wirksam wird.

Was bleibt, ist unsere Haltung: Wir bleiben für die Menschen in dieser Region da. Gestern, heute und morgen.

Herzlichst Ihr

Jan Spitalsky Kreisvorsitzender DRK Kreisverband Fläming-Spreewald e.V.

Für das Luckenwalder Rotkreuz-Museum ist das Jahr 2026 ein besonderes Jahr: Das Museum wird 25 Jahre alt. Im letzten Heft konnten Sie lesen, wie alles begann. Nun feierte das Museum seinen Geburtstag mit der Eröffnung einer ganz besonderen Sonderausstellung. Gezeigt werden seitdem im Haus des Eh­ renamts Museumsobjekte, die normalerweise im Depot des Museums ihr Dasein im Verborgenen fristen und dennoch ihre besondere Geschichte, ihren besonderen historischen oder ästhetischen Reiz haben. Rund achtzig Gäste waren am 26. Juni der Einladung zur Er­ öffnung gefolgt und hörten zu, wie Dr. Frank-Walter Hülsen­ beck, Präsident des DRK-Landesverbands Brandenburg, die Laudatio auf ein Vierteljahrhundert Rotkreuz-Museum in Lu­ ckenwalde hielt. Nicht von ungefähr war er aus Potsdam an­ gereist – gesellte sich doch, als das Museum 2014 in die Trä­ gerschaft der von unserem Kreisverband gegründeten Stiftung „Rotkreuz-Museum im Land Brandenburg“ überging, der Lan­ desverband Brandenburg als Zustifter dazu. Durch die Eröffnungsveranstaltung führte Harald-Albert Swik, Vizepräsident des Kreisverbands und Vorsitzender der Muse­ umsstiftung. Er hieß gleich mehrere besondere Gäste willkom­ men: Zu den Grußrednern gehörte nicht nur unser eigener Kreisverbandspräsident Dietmar Bacher, sondern auch sein „Amtskollege“ Dr. Lambert Löer aus unserem Partnerkreisver­ band Paderborn. Schließlich gehörte das Rotkreuz-Museum in Westfalen-Lippe vor 25 Jahren mit zu den Vorbildern, die den Anstoß zur Gründung des Luckenwalder Museums gaben. Im Mittelpunkt der Jubiläumsausstellung stehen besondere Exponate, die weniger durch materiellen Wert als vielmehr durch ihre historische und kulturelle Bedeutung beeindrucken. Einige Stücke gelten als selten oder sogar einzigartig, andere stammen von renommierten Künstlern oder waren im Besitz prominenter Persönlichkeiten. Einige seien hier angeführt und sollen neugierig auf die anderen machen. Zu den ältesten Objekten des Museums überhaupt gehören zwei Plakate aus der mehr als eintausend Plakate aus aller Welt umfassenden Sammlung des Museums. Sie stammen aus dem Jahr 1859. In der Schlacht von Solferino, die damals zwischen Frankreich und Sardinien/Piemont auf der einen und Österreich auf der anderen Seite ausgetragen wurde, entwi­ ckelte Henry Dunant bekanntlich die Rotkreuz-Idee. Auf dem einen Plakat ermuntert Kaiser Franz-Josef seine Soldaten zu dieser Schlacht; auf dem anderen Plakat dankt Napoleon III. nach der Schlacht seinen Soldaten für den errungenen Sieg. Zu den unscheinbaren, aber wohl kostbarsten Ausstellungs­ stücken gehören die eigenhändigen Schriftstücke der fünf Rotkreuzgründer – allesamt seltene Zeugnisse der Rotkreuz­ geschichte. Ein Denkmal für die „Heldenhaften Frauen“ von Castiglione – Solferinos Nachbarstadt, wo Dunant nach der Schlacht die Pflege der verwundeten Soldaten lenkte – ist Vorbild für eine kleine Bronzeskulptur des Bildhauers Bruno Raetsch (*1962). Humanitäre Hilfe in der Not, wie sie das Rote Kreuz seitdem leistet, ist auch das Motiv für die beiden ausgestellten Skulp­ turen: „Der barmherzige Samariter“ des dänischen Bildhauers Jais Nielsen (1885-1961) und „Wir kämpfen – Wir helfen – Wir retten“ des tschechoslowakischen Künstlers Jaroslav Horejc (1886-1983). 4 DRK Kreisverband Fläming-Spreewald e.V. • Mitgliedermagazin 3/2026 • www.drk-fs.de „Ein Haus voller Rotkreuzschätze“ Brandenburgs Rotkreuzpräsident eröffnet die Sonderausstellung zum Museumsgeburtstag Dr. Frank-Walter Hülsenbeck, Präsident des DRK- Landesverbands Brandenburg, eröffnet die Sonderausstellung des Museums

5 DRK Kreisverband Fläming-Spreewald e.V. • Mitgliedermagazin 3/2026 • www.drk-fs.de Philatelisten kommen gleich zweimal auf ihre Kosten. In der Ausstellung ist die erste Rotkreuzbriefmarke der Welt aus dem Jahr 1889 zu sehen, die in Portugal Portofreiheit für Rotkreuz- Dienstpost signalisiert; gleich daneben die erste Zuschlag­ marke zugunsten des Roten Kreuzes, 1914 in Frankreich aus­ gegeben. In die Gegenwart führen zwei Graphiken des weltbekannten Elsässers Tomi Ungerer (1931-2019), die er für das Schwei­ zerische Rote Kreuz schuf. Schmunzelnde Aufmerksamkeit erregen die beiden Glaskünstler Korbinian Stöckle (*1967) und Rasit Rejwan (*1991). Sie kreierten während der Corona-Pan­ demie in verschiedenen farbigen Ausführungen ein Corona- Virus aus Glas. Ein bedrückendes Ausstellungsobjekt führt in die Luckenwal­ der Lokalgeschichte: Der Bremer Maler Hans Lehmkuhl (1883-1969) erhielt von der Wehrmacht den Auftrag, Porträts von französischen Kriegsgefangenen aus den Kolonien anzu­ fertigen, die in einer Berliner Kunstausstellung gezeigt werden sollten. Dazu reiste er im Winter 1940 nach Luckenwalde, um im Kriegsgefangenenlager Stalag III A seine Modelle zu finden. Das Porträt eines jungen Soldaten aus Mali hängt in der Aus­ stellung. Die Museumsgeschichte selbst zeigt sich im Foto-Rückblick auf die vorangegangenen Sonderausstellungen und ihre Gäste: Bürgermeisterin a.D. Elisabeth Herzog-von der Heide, der Autor Rolf Hochhuth, die Sportlerin Christine Theiß, die ehemaligen Rotkreuzpräsidenten Rudolf Seiters und Gerda Hasselfeldt und viele mehr. Pünktlich zur Eröffnung erschien als Heft 2 der Luckenwalder Rotkreuzgeschichten die Broschüre Die Sammlungen des Rotkreuz-Museums. Sie ist im Museum und bei der Rezeption der Kreisgeschäftsstelle kostenlos erhältlich. Die Ausstellung ist noch bis zum 31. Oktober 2026 im Haus des Ehrenamts zu den Öffnungszeiten der Geschäftsstelle zu sehen. [rs] Link zum Ausstellungsfilm oben 1.v.l.: Skulptur „Wir kämpfen – Wir helfen – Wir retten“ von Jaroslav Horejc, undatiert (um 1930)

oben 2.v.l.: Die erste Rot- kreuzmarke kommt aus Portugal und berechtigt zur portofreien Beförderung von Rotkreuz-Post, 1889

oben 3.v.l.: Porträt eines französischen Kriegsgefangenen im Luckenwalder Stalag III A von Hans Lehmkuhl, 1940

oben rechts: Skulptur „Der barmherzige Samariter“ von Jais Nielsen, 1923

links: Zahlreiche Gäste waren zur Eröffnung der Ausstellung nach Luckenwalde gekommen

6 DRK Kreisverband Fläming-Spreewald e.V. • Mitgliedermagazin 3/2026 In der Fahrradwerkstatt des Familienzentrums Blankenfelde schenken Thomas Rosinski und Manfred Lieke ausrangierten Fahrrädern ein zweites Leben – und vielen Menschen ein Stück Mobilität. Seit vier Jahren engagieren sich die beiden Rentner mit handwerklichem Geschick, Geduld und viel Herzblut. Es riecht nach Gummi und Werkzeugöl, an den Wänden hän­ gen Ersatzteile, und überall warten Fahrräder auf ihre nächste Fahrt. Mittendrin arbeiten Thomas Rosinski und Manfred Lieke. Sie prüfen Bremsen, richten Räder her, wechseln Verschleißteile und schauen genau hin, was sich noch retten lässt. Seit Mai 2022 bilden die beiden das ehrenamtliche Team der Fahrrad­ werkstatt im Familienzentrum Blankenfelde. Thomas Rosinski wohnt gleich nebenan. Schon bevor er in den Ruhestand ging, hatte er sich vorgenommen, einmal nachzu­ fragen, ob seine Hilfe gebraucht werde. Manfred Lieke wie­ derum las im Gemeindejournal, dass die nach der Pandemie wiedereröffnete Werkstatt noch Unterstützung suchte. Weil er privat gern Fahrräder repariert und sogar eigene Ersatzteile bei­ steuern konnte, meldete er sich kurzerhand. So fanden zwei Me