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title: "Christopher Jung Taifun-Comeback Mardorf; späte Wende im Finale"
sdDatePublished: "2026-08-07T06:09:00Z"
source: "https://kanu-niedersachsen.de/2026/08/07/bis-zur-letzten-boee-deutsche-meisterschaften-taifun-taifun-jugend-ic-und-ic-euro-cup-2026-in-mardorf/"
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  - "Lower Saxony"
  - "Australia"
  - "Germany"
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Christopher Jung Taifun-Comeback Mardorf; späte Wende im Finale

Bis zur letzten Böe – Deutsche Meisterschaften Taifun, Taifun-Jugend, IC und IC-Euro-Cup 2026 in Mardorf • Landes-Kanu-Verband Niedersachsen e.V.

Bis zur letzten Böe – Deutsche Meisterschaften Taifun, Taifun-Jugend, IC und IC-Euro-Cup 2026 in Mardorf

Acht Wettfahrten, offene Titelkämpfe und gelebte deutsch-britische Kanusegelgemeinschaft am Steinhuder Meer

Acht Wettfahrten, wechselnde Windverhältnisse, enge Entscheidungen und eine Gemeinschaft, die weit über Ländergrenzen hinausreicht: Mardorf wurde für eine Woche zum Mittelpunkt des Kanusegelsports.

Die Deutschen Meisterschaften der Taifun-, Taifun-Jugend- und International-Canoe-Klasse sowie der Euro-Cup der IC machten Mardorf vom 26. Juli bis 1. August 2026 zu einem Treffpunkt für anspruchsvollen Segelsport, persönliche Geschichten und gelebte Gemeinschaft.

Eröffnung im Zeichen der Gemeinschaft

Bereits bei der feierlichen Eröffnung am Sonntag war zu spüren, dass diese Meisterschaft mehr werden würde als eine reine Regattawoche. Deutsche und britische Seglerinnen und Segler trafen sich nicht nur als Konkurrenten, sondern als Teil einer über viele Jahre gewachsenen internationalen Kanusegelgemeinschaft. Alte Freundschaften wurden aufgefrischt, neue Kontakte geknüpft und die Vorfreude auf die Wettfahrten war überall auf dem Gelände zu spüren.

Kraftvoller Auftakt bei drei bis vier Windstärken

Am Montag begann der sportliche Teil mit idealen Bedingungen. Drei bis vier Windstärken sorgten für Tempo, anspruchsvolle Manöver und drei sehenswerte Wettfahrten. Auf dem Steinhuder Meer waren von Beginn an Aufmerksamkeit, Kondition und eine saubere Bootbeherrschung gefragt. Wer einen Winddreher zu spät erkannte oder eine Böe nicht konsequent nutzte, verlor schnell mehrere Plätze.

In der IC-Klasse deutete sich früh das Duell zwischen Ole Junge und dem Briten Alistair Warren an. Beide wechselten sich an der Spitze ab. Ole Junge gewann die erste und dritte Wettfahrt, während Alistair Warren im zweiten Rennen konterte. Manuel Radek hielt sich mit konstanten Ergebnissen in der Spitzengruppe und brachte sich früh in Position für das Podium.

Auch bei den Taifunen ging es eng zu. Claudius Junge eröffnete die Serie mit einem Sieg, Niklas Steimann gewann die zweite Wettfahrt. Christopher Jung musste dagegen mit einem Ausfall und einem nicht gesegelten Rennen einen denkbar schwierigen Start verkraften. Zu diesem Zeitpunkt war kaum abzusehen, dass ausgerechnet er später für die größte sportliche Geschichte der Meisterschaft sorgen würde.

Böen, Dreher und wechselnde Chancen

Am Dienstag standen bei drei Windstärken und Böen bis vier Beaufort zwei weitere Wettfahrten auf dem Programm. Die Böen liefen nicht gleichmäßig über das Revier. Einzelne Windfelder entschieden darüber, wer auf der Kreuz Höhe gewinnen oder auf den Raumschotskursen Geschwindigkeit aufbauen konnte. Häufig wechselten die Positionen noch innerhalb einer einzigen Bahnmarkenrunde.

In der IC-Klasse blieb das Spitzenduell völlig offen. Ole Junge und Alistair Warren teilten erneut die Siege unter sich. Dahinter überzeugte Manuel Radek mit ruhigem, konstantem Segeln. Bei den Taifunen setzte Christopher Jung seine nach dem schwierigen Auftakt begonnene Aufholjagd fort. Ab der dritten Wettfahrt gewann er jedes Rennen – eine Serie, die im weiteren Verlauf noch besondere Bedeutung bekommen sollte.

Der Mittwoch zeigte die andere Seite des Segelsports. Das Steinhuder Meer lag nahezu ohne Wind da. So sehr alle Beteiligten auf eine segelbare Brise hofften: Eine faire Wettfahrt war nicht möglich. Die Entscheidung, den Tag als windbedingten Ruhetag zu nutzen, war konsequent und richtig. Die Pause gab den Mannschaften Gelegenheit, Material zu kontrollieren, Kraft zu sammeln und die internationale Gemeinschaft an Land zu pflegen.

Die Meisterschaften bleiben bis zum Schluss offen

Am Donnerstag kehrte der Wind zurück und ermöglichte zwei weitere Wettfahrten. Damit wurde die entscheidende Phase der Meisterschaft eingeläutet. In beiden großen Feldern war noch nichts entschieden.

Vor der letzten Wettfahrt führte bei den Taifunen Niklas Steimann. Claudius Junge lag ebenfalls aussichtsreich, während Christopher Jung trotz seiner Siegesserie wegen der beiden belastenden Auftaktergebnisse rechnerisch noch zurücklag. Erst mit der achten Wettfahrt kam der zweite Streicher zur Anwendung – und genau das machte das Finale so außergewöhnlich.

Am Freitag konnte noch eine Wettfahrt gestartet werden. Während des Rennens ließ der Wind jedoch zunehmend nach. Freie Bahn, ein sauberer Windanschluss und das konsequente Erhalten der Bootsgeschwindigkeit wurden wichtiger als reine Kraft. Jeder kleine Windstreifen konnte Plätze bringen, jeder Stillstand wertvolle Meter kosten. Nach dem Zieleinlauf schlief der Wind endgültig ein. Eine weitere faire Wettfahrt war nicht mehr möglich.

Bei den Taifunen vollendete Christopher Jung sein bemerkenswertes Comeback. Nach dem Ausfall in der ersten und dem Nichtstart in der zweiten Wettfahrt gewann er sämtliche sechs folgenden Rennen. Durch das Inkrafttreten des zweiten Streichers konnte er die beiden Auftaktergebnisse aus der Wertung nehmen und sich mit sechs Nettopunkten noch den Meistertitel sichern. Eine solche Serie unter wechselnden Bedingungen war ebenso eindrucksvoll wie nervenstark.

Niklas Steimann segelte eine ausgesprochen konstante Meisterschaft. Mit einem Sieg und zahlreichen Platzierungen zwischen Rang zwei und drei wurde er mit 14 Punkten Vizemeister. Nur einen Punkt dahinter folgte Claudius Junge. Sein Sieg zum Auftakt und der zweite Platz im abschließenden Rennen sicherten ihm Bronze vor Felix Mosebach.

Auch der Euro-Cup der International Canoes blieb bis zum letzten Rennen spannend. Vor dem Finale trennte Ole Junge und Alistair Warren lediglich ein Punkt. Der Deutsche hatte fünf Wettfahrtsiege gesammelt, Warren drei. Im achten Rennen setzte sich Ole Junge noch einmal durch, während Warren als Dritter ins Ziel kam.

Mit sieben Nettopunkten gewann Ole Junge sowohl den IC-Euro-Cup als auch die Deutsche Meisterschaft. Alistair Warren wurde mit neun Punkten Zweiter der internationalen Wertung. Manuel Radek segelte mit bemerkenswerter Konstanz auf den dritten Platz des Euro-Cups und gewann zugleich Silber in der deutschen Meisterschaft. Bronze bei der Deutschen Meisterschaft ging an Axel Bierwagen. Mit Dan Heaton auf Rang vier und Christopher Hampe auf Rang fünf unterstrichen die britischen Gäste ihre sportliche Stärke.

Gerade dieses deutsch-britische Duell zeigte, was die IC-Klasse auszeichnet: Auf dem Wasser wurde um jeden Meter gekämpft, an Land überwogen Freundschaft, gegenseitiger Respekt und die gemeinsame Begeisterung für technisch anspruchsvolle Segelkanus.

Die Taifun-Jugend behauptet sich im Hauptfeld

Einen besonderen Stellenwert hatte die Taifun-Jugend. Die Nachwuchsseglerinnen und Nachwuchssegler traten nicht in einem abgeschirmten Nebenfeld an, sondern mussten sich unmittelbar im Hauptfeld behaupten. Dort erkämpften sie sich sichtbar ihre Daseinsberechtigung.

Emma Nitsch und Marit Wegner erreichten im starken Taifun-Feld den 13. Gesamtrang. Maja Stahl und Jonas Kloppenburg kämpften sich ebenfalls durch die anspruchsvolle Serie und konnten sich bei ihren regulär beendeten Wettfahrten von Rang 16 über Rang 15 bis auf Rang 14 steigern. Die Ergebnisse zeigen, dass die Jugend nicht nur mitsegelt, sondern Erfahrung sammelt, Verantwortung übernimmt und Schritt für Schritt den Anschluss an die etablierten Mannschaften herstellt.

Das „Comeback des Jahres“ gehörte Anke Kloppenburg und ihrem Sohn Lukas als Vorschoter. Nach einem schwierigen Verlauf und mehreren nicht gesegelten Wettfahrten kehrten sie am Donnerstag in die Serie zurück. Mit einem zwölften Platz in der siebten Wettfahrt setzten sie sofort ein Ausrufezeichen. Auch im schwierigen, immer schwächer werdenden Schlussrennen brachten sie ihren Taifun ins Ziel. Ihr gemeinsamer Einsatz stand sinnbildlich für Ausdauer, Familienzusammenhalt und die besondere Atmosphäre dieser Meisterschaft.

Zwei neue International Canoes feiern Premiere

Ein weiteres besonderes Ereignis fand abseits der eigentlichen Wettfahrten statt: die Taufe der beiden neuen International Canoes GER 100 und GER 101 von Emma Grigull und Frederik „Freddy“ Steimann.

Fast ein Jahr lang hatten Emma und Freddy an ihren neuen Booten gebaut. Hinter den beiden ICs stehen viele Stunden Arbeit, Geduld und die Bereitschaft, eigene Ideen konsequent umzusetzen. In Mardorf war nun der große Moment gekommen: Die Boote wurden im Kreis der Kanuseglergemeinschaft feierlich getauft und anschließend erstmals gesegelt.

Damit war die Meisterschaft für Emma und Freddy weit mehr als nur eine Regatta. Sie war zugleich der Abschluss eines langen Bauprojekts und der Beginn einer neuen sportlichen Entwicklung. Bei den ersten Schlägen auf dem Steinhuder Meer zeigte sich bereits, welches Potenzial in den beiden Neubauten steckt. Die ersten Erfahrungen lassen erkennen, dass GER 100 und GER 101 von der Grundgeschwindigkeit her das Zeug haben, mit der Spitze des IC-Feldes zu konkurrieren.

Beide Boote sind inzwischen offiziell vermessen. Nun beginnt die Phase der Feinabstimmung: Einstellungen, Trimm und technische Details werden weiter erprobt und optimiert. Das nächste große Ziel steht ebenfalls schon fest – die Weltmeisterschaft 2027 in Australien. Bis dahin sollen GER 100 und GER 101 Schritt für Schritt weiterentwickelt und auf höchstem internationalem Niveau konkurrenzfähig gemacht werden.

Die Taufe war deshalb nicht nur ein persönlicher Höhepunkt für Emma und Freddy. Sie war auch ein starkes Zeichen für die Zukunft der International-Canoe-Klasse: zwei neue, selbst gebaute Boote, zwei engagierte Segler und ein gemeinsames Ziel, das weit über Mardorf hinausreicht.

Gäste aus England begeistert von Mardorf

Die britischen Gäste zeigten sich vom Steinhuder Meer, den sportlichen Bedingungen und der Gastfreundschaft in Mardorf begeistert. Besonders hervorgehoben wurden das Revier, die gute Ausstattung der Wettfahrtvereinigung und des Prahms sowie die Energie und Ausdauer aller Beteiligten.

Ein wichtiger Teil des Sicherheitskonzepts waren die Rettungsboote und ihre Besatzungen. Den Mannschaften von BSV, FSA, SVG und KSGH gebührt ein besonderer Dank. Sie waren zuverlässig auf dem Wasser präsent und schufen damit die Voraussetzung dafür, dass auch bei kräftigen Böen und wechselnden Bedingungen sicher gesegelt werden konnte.

Die Woche zeigte eindrucksvoll, wie verbindend Kanusegeln sein kann. Deutsche und britische Teilnehmer kämpften sportlich hart gegeneinander, feierten anschließend aber gemeinsam. Unterschiedliche Vereine und Nationen bildeten keine getrennten Lager. Sie waren Teil einer Gemeinschaft, die von gegenseitigem Respekt, Freundschaft und der Begeisterung für einen außergewöhnlichen Sport getragen wird.

Auch an Land eine rundum gelungene Meisterschaft

Jeder Abend wurde zu einem gesellschaftlichen Erfolg. Thomas Iseke und das Team des „del Mar“ sorgten mit kulinarischen Köstlichkeiten dafür, dass nach den Wettfahrten niemand hungrig blieb. Die herzliche Bewirtung und die gemeinsamen Abende trugen entscheidend dazu bei, dass aus einer Regatta eine echte Meisterschaftswoche wurde.

Ebenso unverzichtbar war die Frühstückscrew um Anke, Elke, Wolfgang, Marc, Birgit, Leo, Steffi, Emma und Christian. Früh am Morgen, lange bevor das erste Boot ablegte, sorgte sie für einen guten Start in den Tag. Dieser tägliche Einsatz war alles andere als selbstverständlich und wurde von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr geschätzt.

Großer Dank gilt Wettfahrtleiter Amon und seinem gesamten Team. Die wechselnden Bedingungen verlangten Erfahrung, Geduld und den Mut, klare Entscheidungen zu treffen. Die drei Wettfahrten am Montag, die Absage am windstillen Mittwoch und der verantwortungsvolle Umgang mit dem einschlafenden Wind am Freitag zeigten eine sichere und faire Wettfahrtleitung.

Den Abschluss bildete eine großarti