Uli Burchardt, 20 Jahre Grenzöffnung Konstanz–Kreuzlingen, Klein Venedig; Symbol der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit

Stadt Konstanz | 8. August 2026 | Nr. 16 | Jahrgang 9

Stadt Konstanz | 8. August 2026 | Nr. 16 | Jahrgang 9 AMTSBLATT Aus dem Inhalt: Seite 5 Seite 3 Konstanz in Zahlen Neue interaktive Karte Seite 5 Konstanz zeigt, wie ­Rad- und Fußverkehr gelingt

www.konstanz.de So hat sich Konstanz 2025 entwickelt Eine Grenze, die verbindet Zwei Blickwinkel auf einen gemeinsamen Raum 1 „Am ehesten ‚schmuggle‘ ich gute Ideen, schö­ ne Begegnungen und frische Impulse aus Konstanz nach Kreuzlingen – ­genau wie umgekehrt. Gerade dieser Austausch über die Grenze hinweg macht unsere Nachbarschaft so wert­ voll und lebendig.“

2 „Wir Verwaltungen denken und ent­ wickeln Kreuzlingen und Konstanz wie eine einzige Stadt – das ist heute schon sichtbar in Fortschritten bei Verkehr, Stadtentwicklung und gemeinsamen Lebensräumen.“ 3 „Die SBB haben wir ja schon ;-) Von Kreuzlingen würde ich mir darüber hinaus gern etwas von der schweizerischen Gelassenheit und dem Pragmatismus ausleihen und manch­ mal auch die routinierte und unaufgeregte di­ rekte Demokratie.“ 4 „Wir arbeiten jeden Tag daran, dass die Gren­ ze mitten in unserer Stadt in 20 Jahren noch unwichtiger sein wird, als sie es heute schon ist. Auf unsere gute Nachbarschaft!“ 5 „Den Uferweg zu nehmen – zu Fuß oder per Rad. Und für das große ­Erlebnis empfehle ich den Seeweg mit dem Wasserbus, um zum Bei­ spiel das bald eröffnende Asisi-Panorama zu ­erleben.“ 1 „Ich nehme ausschließlich positive Eindrücke und konkrete Resultate aus den Treffen mit Oberbürgermeister Uli Burchardt, dem Ausschuss des Agglomerations­ programms oder offiziellen Einladungen nach Hause. Von Schmuggeln kann also keine Rede sein!“

2 „Gemeinsam nahmen wir die Stadtentwicklung mittels des Aggloprogramms in Angriff und verbes­ serten die Infrastruktur für den individuellen und öf­ fentlichen Verkehr. Zudem entwickelten wir auch das Gebiet Klein Venedig gemeinsam weiter.“ 3 „Kreuzlingen ist mit seinen zahlreichen Naherho­ lungsgebieten ein Magnet: Ob Seeburgpark oder Lengwiler Weiher: Im Nu erreichen wir Wasser, Wald oder Wie­ se. Als Ergänzung würde ich mir ab und an die historische Kon­ stanzer Innenstadt herbeiwünschen.“ 4 „Im Jahr 2046 ist die grenzüberschreitende Seeuferplanung umgesetzt und gilt als Vor­ bild in ganz Europa, die Agglo-S-Bahn sowie der Wärmeverbund sind in Betrieb: Dank ge­ meinsamer, grenzüberschreitender Planung und Umsetzung.“ 5 „Starten Sie einen Ausflug im Dorfkern von Kurzrickenbach und wandern Sie dem Chäsbachtobel entlang bis zu den Lengwiler Weihern. Einpacken: Brot und Wurst, Grill­ stellen inklusive Brennholz stehen zur Verfügung.“

Was „schmuggeln“ Sie regelmäßig von Konstanz nach Kreuzlingen?

Was ist im Zusammenspiel zwischen Konstanz und Kreuzlingen in den vergangenen 20 Jahren besonders gut gelungen?

Konstanz und Kreuzlingen teilen Seeufer und Geschichte, Alltag und große Feste. Was macht für Sie den unver­wechselbaren Charakter Ihrer Stadt aus, und welchen Trumpf würden Sie sich vom Nachbarn gern „ausleihen"?

Denken Sie weitere 20 Jahre voraus: Wie hat sich das Miteinander von Konstanz und Kreuzlingen bis dahin entwickelt – und was tun Sie heute dafür, dass es so kommt?

Was empfehlen Sie KonstanzerInnen bzw. KreuzlingerInnen, um ihre Nachbarstadt neu zu erleben – abseits der Hauptrouten? Was ist Ihr persönlicher Tipp für die eigene Stadt? 1 2 3 4 5 Thomas Niederberger, Stadtpräsident Kreuzlingen Uli Burchardt, Oberbürgermeister Konstanz 20 Jahre, 22 Figuren und zwei Städte – am 16. August 2026 jährt sich die Öffnung der Grenze zwischen ­Konstanz und Kreuzlingen auf dem Gebiet Klein Venedig zum 20. Mal. Wo früher ein Zaun die Städte trennte, sind sie heute eng verbunden. Symbolisch dafür steht die gemeinsame „Kunstgrenze“ mit den weithin sichtbaren, roten Tarot-Figuren des Künstlers Johannes Dörflinger. Zum Jubiläum lassen sich Oberbürgermeister Uli Burchardt und Kreuzlingens Stadtpräsident Thomas Niederberger persönlich in die Karten schauen. → Die Kunstgrenze wurde 2007 auf Klein Venedig aufgestellt. Sie steht jeweils zur Hälfte auf Schweizer und deutschem Gebiet. Die Kunstgrenze ist in Zusammenarbeit zwischen Konstanz und Kreuzlingen entstanden und wurde von der Johannes Dörflinger Stiftung finanziert. ← Die deutsch-schwei­ zerische Grenze zwischen ­Konstanz und Kreuzlingen war über Jahrhunderte unbefestigt

  • lediglich an Straßen­ übergängen waren Kontrollen vorhanden. → Lange sicherten ein Zaun und ein Seetor die Grenze zwischen Konstanz und Kreuzlin- gen. Der Grenzzaun auf Klein Venedig wur- de am 16. August 2006 symbolisch von dem damaligen Konstanzer Oberbürgermeister, Horst Frank, und dem damaligen Kreuzlinger Stadtpräsident, Josef Bieri, durchtrennt und anschließend abgebrochen. ↑ Die Kunstgrenze besteht aus 22 Skulpturen aus Edelstahl. Sie stellen die Trümpfe des Tarot dar. Mit Motiven wie dem im Bild zu sehenden Magier, der Herrscherin, dem Glücksrad, dem Narr, dem Eremit und der Gerechtigkeit (beiden oben rechts) symbolisieren die Skulpturen die Bedingungen der mensch­ lichen Existenz. Weitere Informationen gibt es unter konstanz.de/kunstgrenze+konstanz+kreuzlingen. © MTK Dagmar Schwelle KONSTANZ IN ZAHLEN 2026 4.587 Betriebe 37.232 Anzahl Pkw 6.646 Umsatz in Mio. € 87.178 EinwohnerInnen 1.200.048 Übernachtungen in Konstanz 94.069 Theaterbesuche 106,9 Liter Trinkwasser pro EinwohnerIn pro Tag 20 Jahre Konstanzer Erklärung Feuerwehr unterzeichnet für Vielfalt und gegen Diskriminierung

Amtsblatt Seite 2 8. August 2026 | www.konstanz.de Aus den Fraktionen Wir sind eine kleine Fraktion – mit einem Hand­ werker (Achim Schächtle), einem Arzt (Frank Hoff­ mann) und einem pensionierten Schulleiter (Man­ fred Hensler) bringen wir aber Berufserfahrung aus unterschiedlichen Bereichen in unsere Arbeit zum Wohle unserer Stadt mit ein. Hier einige Erfol­ ge unserer Arbeit in 25/26: Bahn frei für den Bürgerentscheid Bürgerentscheid ist richtig! Der Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause für einen Bürgerentscheid zum Fahrradparkhaus entschieden. Geht es dabei nur um das Fahrradparkhaus? Aus Sicht der Freien Wähler ist dies nicht der Fall. Es geht darum, wie wir in Zeiten knapper Kassen mit Entscheidungen für langfristige zusätzliche Belastungen für den Haushalt umgehen. Das Fahrradparkhaus ist hier ein wichtiger Gradmesser. Immerhin ist dies eine Investition für die nächsten 30 Jahre in Höhe von insgesamt 13,3 Millionen. Die dauerhaften Be­ lastungen für den Haushalt kamen in den letzten Monaten immer deutlicher zum Vorschein. Gleich­ zeitig bringt es nur einer verhältnismäßig kleinen Zahl unserer Fahrradfahrerinnen und damit uns Bürgerinnen insgesamt einen Nutzen. Stehen dafür die hohen dauerhaften Kosten in einem Verhältnis? Im Herbst werden viele Einsparungen beschlossen werden müssen und dadurch wird dieser Beschluss zum Fahrradparkhaus in einem Begegnungsräume spielen heute eine immer größere Rolle. Dort kann man sich treffen, unter­ halten, die unterschiedlichsten Menschen treffen und der Einsamkeit vorbeugen. Auch in Allmanns­ dorf könnte ein solcher Begegnungsraum ent­ stehen. Im Rahmen einer Projektwoche haben Architektur-Studierende der HTWG Konstanz, in Zusammenarbeit mit der Bürgervereinigung All­ mannsdorf, LeNa und dem Jungen Forum, drei verschiedene Entwürfe für einen neuen Begeg­ nungsraum mit viel Aufenthaltsqualität entwi­ ckelt. Die Ausstellung im Quartiersladen lädt bis Ende September dazu ein, die Ideen kennenzu­ lernen und mitzudiskutieren, welche Impulse für die Weiterentwicklung des Quartiers aufgegriffen und ggf. umgesetzt werden können. Für das Junge Forum ist dieses Projekt ein Bei­ spiel für eine gute und nachhaltige Einbeziehung von verschiedenen Gruppen. Hier war es eine Projektarbeit mit Studierenden. Denn ein lebendi­ ger Begegnungsraum entsteht nicht am Reißbrett, sondern gemeinsam mit den Menschen, die ihn später nutzen. Genau so, im Miteinander, sollten auch andere Projekte diskutiert werden, deswegen setzt sich das Junge Forum für Bürgerbeteiligung ein. Bür­ gerbeteiligung, wie wir Sie verstehen, sollte fol­ gende Voraussetzungen erfüllen: Beginnt frühzeitig – wenn Entscheidungen noch offen sind und Anregungen tatsächlich Einfluss haben können; bringt Bürgerschaft, Gemeinde­ rat und Verwaltung in einen sachlichen Dialog auf Augenhöhe; die Teilnehmenden widerspie­ geln die ganze Vielfalt der Stadtgesellschaft und bringen ihr Wissen in den Prozess ein. Wir stehen für eine ernst gemeinte Bürgerbeteiligung – nicht als Feigenblatt oder zur Durchsetzung einzelner Interessen, sondern als Chance, gemeinsam bes­ sere und breit getragene Lösungen für die ganze Stadtgesellschaft zu entwickeln. JFK-Fraktionsbüro Fischmarkt 2, 78462 Konstanz Tel. 07531 / 900-2835 E-Mail: info@jungesforumkonstanz.de Die Beiträge auf dieser Seite werden inhalt­ lich von den Parteien und Gruppierungen im Gemeinderat verantwortet. Bevor es in die Sommerpause ging, hat der Ge­ meinderat den Weg frei gemacht für einen Bür­ gerentscheid zum Thema Fahrradparkhaus. Der Antrag von CDU, Freien Wählern und FDP erhielt dabei Stimmen über viele Parteigrenzen hinweg. Im November haben die Bürgerinnen und Bürger das Wort und das ist gut so. Im Mittelpunkt steht dann die Frage, ob sich die Stadt dieses Projekt gerade jetzt, angesichts leerer Kassen und viel­ fältiger Sparzwänge leisten soll. Es geht nicht darum, ob Fahrradparkhäuser per se gut oder schlecht sind. Befürworter eines schnellen Baubeginns ar­ gumentieren, ohne das Parkhaus seien die CO₂-Bilanz der Stadt und die Mobilitätswende gefährdet. Weder das eine noch das andere ist jedoch plausibel. Damit das Parkhaus die CO₂- Bilanz spürbar verbessert, müsste deswegen auf zahlreiche Autofahrten verzichtet werden. Das ist höchst unwahrscheinlich. Gleichzeitig soll es die Fahrräder von der Marktstätte auf­ nehmen, also Verkehr, der bereits klimaneutral erfolgt. Selbst wenn das gelänge, wäre der zu­ sätzliche Klimaeffekt also minimal. Das gleiche gilt für die Mobilitätswende, die für weniger motorisierten Individualverkehr sorgen soll. Höhere Parkgebühren und der Abbau von Stellplätzen treffen vor allem die einheimische Bevölkerung, die ohnehin überwiegend Bus und Fahrrad nutzt, aber eben dort lebt, wo das Par­ ken teurer wird. Touristen und Einkaufspendler weichen dagegen auf andere Städte aus. Das ist Klimapolitik nach dem Sankt-Florians-Prinzip: Verkehr und die Emissionen entstehen dann ein­ fach anderswo und ohne Nutzen fürs Klima. Erfolgreiche Umweltpolitik setzt dort an, wo sie tatsächlich Wirkung entfaltet, etwa bei der Wär­ meversorgung. Hier hat sich Konstanz auf einen Salz in der Suppe Das Fahrradparkhaus – weit mehr als Radabstellplätze! Es ist entschieden: die Konstanzer Bürger­ schaft stimmt am 29.11. über das Fahrradpark­ haus ab. Und das ist gut so! Pendlerinnen und Pendler Richtung Singen, Friedrichshafen, St. Gallen und Zürich können ihr Rad sicher und geschützt abstellen. Einige haben heute ein billiges Zweitrad, weil sie das nicht können. Andere fahren gleich mit dem Auto statt mit der Bahn oder dem Katamaran. Das Potenzial für den Umstieg ist groß. Radtouris­ ten haben nicht nur einen sicheren Stellplatz, sondern auch Schließfächer fürs Gepäck, einen Radreparaturservice und Ladestationen fürs E-Bike. Andere können sich hier Räder leihen und damit die Gegend erkunden. Der Standort zwischen Bahnhof und Hafen - geradezu ideal. Für Berufstätige und Einkaufskunden bietet es eine gute Alternative zu den völlig überfüllten Flächen im öffentlichen Raum. Dort kommen Menschen im Rollstuhl oder mit Rollator oder auch mit Kinderwagen kaum mehr durch. Viele Bügel werden verschwinden. Ein klares Plus für die Barrierefreiheit. Die Konstanz Mobil GmbH kauft von der Bahn für nur 13% des Grundstückswerts 50% der Ge­ bäudefläche und