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title: "Janet Cardiff The Forty Part Motet Kunstmuseum Ravensburg; erstmals in Baden-Württemberg zu sehen"
sdDatePublished: "2026-08-07T15:13:00Z"
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  - name: "art exhibition"
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  - "Ravensburg"
  - "Basel-Stadt"
  - "United Kingdom"
  - "Canada"
  - "United States"
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Janet Cardiff The Forty Part Motet Kunstmuseum Ravensburg; erstmals in Baden-Württemberg zu sehen

Microsoft Word - KMR_Pressemappe Cardiff Zeitfragen Kids.docx

PRESSE-
INFORMATION

AUSSTELLUNGSDATEN

PRESSEKONFERENZ

Donnerstag | 6.8.2026, 11 Uhr

VERNISSAGE

Freitag | 7.8.2026, 19 Uhr
ohne Anmeldung, Eintritt frei

AUSSTELLUNGSDAUER
8.8.2026–15.11.2026

KONTAKT

KUNSTMUSEUM RAVENSBURG
             Burgstraße 9, 88212 Ravensburg
T +49 (0)751 82 2685 Museum
T +49 (0)751 82 2683 Büro
kunstmuseum@ravensburg.de
www.kunstmuseum-ravensburg.de

ÖFFNUNGSZEITEN

Di 14–18 Uhr
Mi bis So 11–18 Uhr
Do 11–19 Uhr
montags geschlossen, außer feiertags

PRESSE

Überregional

Lea Daro
Elternzeitvertretung Kristina Groß
E lea.daro@ravensburg.de

Regional
Susanne Bentele
E susanne.bentele@ravensburg.de

PRESSETEXT
Cardiffs weltberühmte Klanginstallation wird im Kunstmuseum Ravensburg ge-
zeigt.

JANET CARDIFF
THE FORTY PART MOTET
8. AUGUST BIS 15. NOVEMBER 2026 (2.OG)

Ab dem 8. August 2026 zeigt das Kunstmuseum Ravensburg im zweiten
Obergeschoss des Museums die raumfüllende Klanginstallation »The Forty Part
Motet: Eine Bearbeitung von ›Spem in Alium‹ (um 1570) von Thomas Tallis«
(2001) von Janet Cardiff. Die Arbeit, die als eines der wichtigsten Werke der
1957 in Kanada geborenen Künstlerin gilt, wurde weltweit ausgestellt und ist nun
erstmals in Baden-Württemberg zu erleben.

The »Forty Part Motet« basiert auf dem 40-stimmigen Vokalstück »Spem in
Alium« (um 1570) des englischen Komponisten Thomas Tallis, das Cardiff vom
Salisbury Cathedral Choir in Südengland interpretieren ließ. Das für acht Chöre
zu jeweils fünf Stimmen arrangierte Musikstück nahm Cardiff auf insgesamt
vierzig einzelnen Tonspuren auf. Diese vierzig Gesangsstimmen werden in
Cardiffs Installation von ebenso vielen Lautsprechern, die auf Stativen zu einem
Oval im Raum angeordnet sind, synchron wiedergegeben. Dabei bestimmt die
eigene Körperbewegung das individuelle Hörerlebnis inmitten dieses
polyphonen, atmosphärischen Klangraums.

Janet Cardiff überführt das vierzigstimmige Chorstück des bekannten
Renaissance-Komponisten in eine Klangskulptur, die die traditionelle Trennung
zwischen Aufführung und Publikum während eines Konzerts aufhebt und die
Besucher:innen in die Mitte des Geschehens rückt. Die offene Form von »The
Forty Part Motet« lädt dazu ein, die Klanginstallation zu durchschreiten und sich
durch den Chor – zwischen Sopran, Alt, Tenor, Bariton und Bass – zu bewegen
oder sich auf die Intimität einer einzelnen Stimme zu konzentrieren. Inmitten der
vierzig synchron abgespielten Stimmen entsteht ein dreidimensionaler
Höreindruck, der sich in Abhängigkeit von Standort und Bewegung stets neu
formiert. Janet Cardiff (2005) über »The Forty Part Motet«: »Es interessiert
mich, wie Klang einen Raum auf skulpturale Weise physisch gestalten kann und
wie ein:e Betrachter:in einen Weg durch diesen physischen und zugleich
virtuellen Raum wählen kann.«

Mit Dank an die Tate Gallery und für die Unterstützung durch guselux.

Janet Cardiff (geboren 1957 in Brussels, Ontario, lebt in Grindrod, British
Columbia, CA) studierte an der Queen’s University und an der University of
Alberta in Kanada und arbeitete zunächst in den Medien Fotografie und
Druckgrafik. Ihre filmischen, audio- und videobasierten Werke, die sie
ortsspezifisch für den öffentlichen Raum und für Interieurs konzipiert, basieren
auf Sound, narrativen Sequenzen, Bewegung und der Einbindung des Publikums.
Mit ihren raumgreifenden Klangarbeiten, Audio- und Video-Walks erlangte
Cardiff international Bekanntheit. Zahlreiche Werke entstanden zusammen mit

ihrem Partner, dem Künstler George Bures Miller (geboren 1960 in Vegreville,
Alberta, lebt in Grindrod, British Columbia, CA). Für ihre transdisziplinären
Arbeiten wurde das Künstlerpaar vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem
Wilhelm-Lehmbruck-Preis 2020.

Janet Cardiffs »The Forty Part Motet« wurde seit 2001 weltweit gezeigt,
darunter zuletzt: Hara Museum ARC, Gunma (JP, 2025), The Cathedral of St.
John the Divine, New York (US, 2024), Museum Tinguely, Basel (CH, 2023),
National Gallery of Canada, Ottawa (CA, 2020), Tate Modern, London (GB, 2017)
und The Cloisters, Metropolitan Museum of Art, New York (US, 2013).

BILDNACHWEIS
Für die Zusendung weiterer Abbildungen bitte kurze Nachricht an Lea Daro:
lea.daro@ravensburg.de. Das Bildmaterial ist ausschließlich frei zur
Berichterstattung. Der Fotonachweis muss erbracht werden.

Ausstellungsansicht JANET CARDIFF. THE FORTY PART MOTET, Kunstmuseum Ravensburg, 2026, mit Janet Cardiff,
The Forty Part Motet: Eine Bearbeitung von ›Spem in Alium‹ (um 1570) von Thomas Tallis, 2001, Tate Gallery, Leihgabe
von Pamela und Richard Kramlich sowie dem American Fund, © Janet Cardiff, Foto: Wynrich Zlomke

Ausstellungsansicht JANET CARDIFF. THE FORTY PART MOTET, Kunstmuseum Ravensburg, 2026, mit Janet Cardiff,
The Forty Part Motet: Eine Bearbeitung von ›Spem in Alium‹ (um 1570) von Thomas Tallis, 2001, Tate Gallery, Leihgabe
von Pamela und Richard Kramlich sowie dem American Fund, © Janet Cardiff, Foto: Wynrich Zlomke

Ausstellungsansicht JANET CARDIFF. THE FORTY PART MOTET, Kunstmuseum Ravensburg, 2026, mit Janet Cardiff,
The Forty Part Motet: Eine Bearbeitung von ›Spem in Alium‹ (um 1570) von Thomas Tallis, 2001, Tate Gallery, Leihgabe
von Pamela und Richard Kramlich sowie dem American Fund, © Janet Cardiff, Foto: Wynrich Zlomke

Ausstellungsansicht JANET CARDIFF. THE FORTY PART MOTET, Kunstmuseum Ravensburg, 2026, mit Janet Cardiff,
The Forty Part Motet: Eine Bearbeitung von ›Spem in Alium‹ (um 1570) von Thomas Tallis, 2001, Tate Gallery, Leihgabe
von Pamela und Richard Kramlich sowie dem American Fund, © Janet Cardiff, Foto: Wynrich Zlomke

Aufnahmesitzung, Salisbury Cathedral Choir, 2000, Courtesy Janet Cardiff und Luhring Augustine, New York, © Janet
Cardiff, Foto: Hugo Glendinning

Porträt der Künstlerin Janet Cardiff

PRESSETEXT

Die Sammlung Selinka des Kunstmuseums Ravensburg tritt mit
Gegenwartskunst in einen Dialog.

ZEITFRAGEN
SAMMLUNG TRIFFT GEGENWART
8. AUGUST BIS 15. NOVEMBER 2026 (1. OG)

Die Sammlung Selinka des Kunstmuseums Ravensburg umfasst Werke des 20.
Jahrhunderts mit einem Schwerpunkt auf dem deutschen Expressionismus.
Dieser entstand in Zeiten politischer Umbrüche, neuer künstlerischer
Ausdrucksformen und gesellschaftlicher Wandlungen und wurde zu einer der
wichtigsten Erneuerungsbewegungen der deutschen Kunst des 20. Jahr-
hunderts. Die Ausstellungsreihe »Zeitfragen. Sammlung trifft Gegenwart« bringt
ausgewählte Sammlungswerke mit Gegenwartskunst in einen Dialog und macht
Kontinuitäten ebenso wie Brüche zwischen verschiedenen Generationen und
Kontexten sichtbar. Jede Zeit und ihre künstlerischen Ausdrucksformen spiegeln
die jeweiligen gesellschaftlichen Hintergründe und zeigen zugleich, wie sich
eigene Ideale und Gegenpole entwickelten. Die Gegenüberstellung lädt anhand
von sechs Themenfeldern dazu ein, spielerisch Sammlungsthemen aus neuen
Perspektiven zu betrachten, historische und gesellschaftliche Narrative zu
hinterfragen und aktuelle Diskurse aufzugreifen. »Zeitfragen« setzt den Fokus
auf Themen, die bis in unsere Gegenwart wirken: von Körper- und Rollenbildern,
der Stereotypisierung ethnischer Minderheiten über unser Verhältnis zur Natur
und zum Konsumverhalten bis hin zum Umgang mit Kriegserfahrungen.

Mit Arbeiten von Kader Attia, Fiona Banner, Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner,
Małgorzata Mirga-Tas, Otto Mueller, Edvard Munch, Daniel Richter, Ulrike
Rosenbach, Karl Schmidt-Rottluff, Agnès Varda

Weibliche Körper- und Rollenbilder
Während die Expressionist:innen ihre Freund:innen und Geliebten in ungestellten
Posen mit schnellen Strichen in ihren Aktzeichnungen festhielten, fängt Fiona
Banner (*1966 GB) in ihrer Arbeit »Mirror« (2007) den Körper mittels Sprache
ein. In ihrem Textporträt beschreibt sie den nackten Körper der Schauspielerin
Samantha Morton, die diesen Text vor Publikum vorliest – ein Moment radikaler
Offenheit, Intimität und Verletzlichkeit. Wie die Aktzeichnungen stellt das
textbasierte Porträt Fragen nach Privatsphäre, öffentlicher Darstellung und der
Macht des Blicks.

Die Raffinesse von Edvard Munchs (1863–1944 NO) Farblithografie »Madonna
– Liebendes Weib« (1895–1902) beruht auf der Überlagerung zweier weiblicher
Stereotype: der heiligen Madonna und der verführerischen »Femme fatale«. In
ihrer Videoarbeit »Glauben Sie nicht, daß ich eine Amazone bin« (1975)
überlagert Ulrike Rosenbach (*1943 DE) buchstäblich zwei verschiedene
Frauentypen. Rosenbach überblendet Stefan Lochners Gemälde »Die
Muttergottes in der Rosenlaube« (um 1440–1442) mit ihrem eigenen Antlitz, um
anschließend 15 Pfeile auf das Madonnenbildnis zu schießen. Mit diesem Akt

greift die Künstlerin das historische Frauenbild der sanften, heiligen Mutter an
und stellt diesem eine selbstbestimmte Frau gegenüber.

Stereotypisierung von Rom:nja und Sinti:zze
Otto Mueller (1874–1930 DE) griff in seinen Werken Motive aus der Lebenswelt
der Sinti:zze und Rom:nja auf und schuf ein romantisierendes Bild von Natur-
verbundenheit und Freiheit. In vielen Arbeiten zeigt Mueller Sinti:zze und
Rom:nja beispielsweise nackt – entgegen ihren eigenen kulturellen Normen, die
öffentliche Nacktheit tabuieren. Mehr als ein Jahrhundert später entwirft die
polnische Künstlerin Małgorzata Mirga‑Tas (*1978 PL) aus der Perspektive
einer Angehörigen dieser ethnischen Minderheit ein selbstbestimmtes
Gegenbild zu solchen Fremdbildern. Ihre farbenprächtigen Textilcollagen
thematisieren Geschichte, Alltag sowie Gemeinschaftsleben der Rom:nja und
setzen stereotypisierenden kunsthistorischen Darstellungen differenzierte
Gegenbilder entgegen.

Natur und Umwelt
Mit Akten in freier Natur entwirft Otto Mueller (1874–1930 DE) ein Gegenbild
zur fortschreitenden Industrialisierung und wilhelminischen Gesellschaft. Anders
als bei Mueller kennzeichnet die Werke Daniel Richters (*1962 DE) eine
doppeldeutige Bildsprache zwischen Natur und Zivilisation. Während Muellers
Arbeiten eine utopische Einheit von Körper und Natur entwerfen, spiegeln
Richters Bilder eine Gegenwart, in der diese Einheit brüchig, ambivalent und
stets gefährdet erscheint.

Karl Schmidt-Rottluffs (1884–1976 DE) Gemälde »Frau im Feld« (1919)
verbindet Figur und Landschaft harmonisch: es zeigt eine weibliche Figur, die im
Einklang mit der Natur in die Tätigkeit des Ährenpflückens versunken ist. In
Agnès Vardas (1928–2019 FR) Dokumentarfilm »Les glaneurs et la glaneuse«
(2000) gewinnt die Nachlese – eine historische Erntemethode, bei der Be-
dürftige ohne Grundbesitz nach der offiziellen Ernte Liegengebliebenes
aufsammeln durften – gesellschafts-politische Tiefe. Vardas Kamera führt
vom berühmten Gemälde »Die Ährenleserinnen« (1857) von Jean-François
Millet über Ackerfelder auf die Straßen der Städte mit ihren Märkten und
Schrottplätzen. Der Film verdeutlicht den Wert des Liegengelassenen und
zeigt, wie das Auflesen mitunter zum Akt des Widerstands gegen unsere
Wegwerfgesellschaft wird.

Kriegserfahrung und »Reparatur«
Erich Heckels (1883–1970 DE) Holzschnitt »Männerbildnis« (1919) zählt zu
seinen eindrücklichsten Selbstporträts. 1919 porträtierte sich der Künstler als
einen von den Schrecken des Ersten Weltkrieges Gezeichneten. Was bei Heckel
als seelische Verwundung Gestalt annimmt, wird bei Kader Attia (*1970 FR) zur
materiellen Spur. Die monumentalen Holzbüsten seiner Serie »Culture, Another
Nature Repaired« (2014/2023–2024) nehmen Fotografien von Soldaten des
Ers