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title: "CDU-Landtagsfraktion Baden-Württemberg; Bericht zu Hitze- und Trockenperioden in Landwirtschaft; Investitionsbedarf für Anpassung"
sdDatePublished: "2026-08-07T09:12:00Z"
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CDU-Landtagsfraktion Baden-Württemberg; Bericht zu Hitze- und Trockenperioden in Landwirtschaft; Investitionsbedarf für Anpassung

Drucksache 18 / 264

Landtag von Baden-Württemberg
18. Wahlperiode
Drucksache 18 / 264
10.7.2026
1
Eingegangen: 10.7.2026 / Ausgegeben: 7.8.2026
Antrag
Der Landtag wolle beschließen,
die Landesregierung zu ersuchen
zu berichten,
1. wie sich die Zahl der Hitzetage (≥ 30 °C), sehr heißen Tage (≥ 35 °C), Tropen­
nächte sowie länger andauernder Hitzeperioden in Baden-Württemberg in den
vergangenen zehn Jahren entwickelt hat;
2. wie sich die zunehmenden Hitze- und Trockenperioden regional verteilen;
3. ob sich Regionen zu möglichen regionalen Hitzeschwerpunkten entwickeln
können;
4.	welche Entwicklung die Landesregierung bis 2040 erwartet;
5. welche konkreten Auswirkungen zunehmende Hitze- und Trockenperioden
auf die landwirtschaftliche Produktion und die Ernährungssicherung in Baden-
Württemberg bereits heute haben, insbesondere hinsichtlich Ertragsentwick­
lung, Ertragsstabilität, Produktqualität, Vegetationsbeginn, Schädlings- und
Krankheitsdruck, Bewässerungsbedarf sowie wirtschaftlicher Schäden;
6. wie sich der Wasserbedarf der Landwirtschaft in den vergangenen zehn Jahren
entwickelt hat und welche Maßnahmen ergriffen werden können oder müssen,
um Nutzungskonflikte oder Entnahmebeschränkungen zu vermeiden;
7. welche Auswirkungen zunehmende Hitzeperioden auf die Tierhaltung in Ba­
den-Württemberg haben, insbesondere hinsichtlich Tiergesundheit, Tierwohl,
Fruchtbarkeit, Stallklima, Wasserversorgung sowie Hitzestress;
Antrag
der Abg. Isabell Huber u. a. CDU
und
Stellungnahme
des Ministeriums für Ländlichen Raum,
Landwirtschaft und Heimat
Hitzefolgen in der Landwirtschaft
Drucksachen und Plenarprotokolle sind im Internet
abrufbar unter: www.landtag-bw.de/Dokumente
Der Landtag druckt auf Recyclingpapier, ausgezeich-
net mit dem Umweltzeichen „Der Blaue Engel“.

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  8. welche Anpassungsmaßnahmen in der Tierhaltung bzgl. zunehmender Hitze­
perioden bereits umgesetzt wurden und welcher zusätzliche (Investitions-)be­
darf gesehen wird;
  9. welche Auswirkungen zunehmende Hitzeperioden auf den Weinbau haben,
insbesondere hinsichtlich Vegetationsbeginn, Lesezeit, Ertrags- und Quali­
tätsentwicklung sowie hinsichtlich des Bewässerungsbedarfs, unter Angabe,
welche Maßnahmen die Landesregierung ergreift, um den Herausforderun­
gen im Weinbau zu begegnen;
10. welche Bedeutung die Landesregierung Agri-Photovoltaik für die Anpassung
der Landwirtschaft an den Klimawandel beimisst unter Angabe, welche Er­
kenntnisse über deren Auswirkungen auf Bodentemperatur, Bodenfeuchte,
Verdunstung, Wasserverbrauch, Ertragsstabilität, Biodiversität sowie den
Schutz der Kulturen vor Hitze und Extremwetterereignissen vorliegen;
11. wie die Landesregierung die Wirksamkeit der bislang umgesetzten Maßnah­
men der Anpassungsstrategie an den Klimawandel des Landes Baden-Würt­
temberg bewertet;
12. welche zusätzlichen Maßnahmen aufgrund der Ergebnisse des Monitoringbe­
richts 2025 vorgesehen sind;
13. welche zusätzlichen Maßnahmen die Landesregierung angesichts der im
Monitoringbericht 2025 dargestellten zunehmenden Betroffenheit der Hand­
lungsfelder Landwirtschaft, Wasserhaushalt, Wald und Forstwirtschaft sowie
Naturschutz und Biodiversität für erforderlich hält, um die Resilienz des länd­
lichen Raums gegenüber zunehmenden Hitze- und Trockenperioden bis 2030
beziehungsweise 2040 nachhaltig zu stärken.
10.7.2026
Huber, Dr. Breitkreuz, Bückner, Epple, Michael Kolb, Wernet CDU
Begründung
Die Hitze- und Trockenperioden in Baden-Württemberg nehmen seit 2018 deut­
lich zu und führen in immer mehr Bereichen zu spürbaren Belastungen. Davon
betroffen ist auch die Landwirtschaft. Längere Hitze- und Trockenperioden führen
zu steigenden Bewässerungsbedarfen, zunehmendem Trockenstress für Kultur­
pflanzen sowie einer höheren Belastung für Nutztiere. Gleichzeitig verändern sich
die Anforderungen an eine nachhaltige Landbewirtschaftung und an den Schutz
natürlicher Ressourcen.
Der Antrag soll daher eine umfassende Bestandsaufnahme der Auswirkungen zu­
nehmender Hitze- und Trockenperioden auf Landwirtschaft, Tierhaltung, Wein­
bau, Wasserhaushalt und Biodiversität in Baden-Württemberg liefern sowie den
Stand der Klimaanpassungsmaßnahmen des Landes beleuchten. Dabei sollen
insbesondere auch innovative Anpassungsmaßnahmen wie Agri-Photovoltaik,
Humusaufbau und ein verbessertes Wassermanagement in den Blick genommen
werden.

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Stellungnahme
Mit Schreiben vom 4. August 2026 Nr. MLR23-8809 nimmt das Ministerium für
Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat im Einvernehmen mit dem Minis­
terium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft zu dem Antrag wie folgt Stel­
lung:
Der Landtag wolle beschließen,
die Landesregierung zu ersuchen
zu berichten,
1. wie sich die Zahl der Hitzetage (≥ 30 °C), sehr heißen Tage (≥ 35 °C), Tropen­
nächte sowie länger andauernder Hitzeperioden in Baden-Württemberg in den
vergangenen zehn Jahren entwickelt hat;
Laut dem Klimaatlas Baden-Württemberg (LUBW, https://www.klimaatlas-
bw.de) hat im Durchschnitt dieser Klimaperiode (1996 bis 2025) im Vergleich
zur vergangenen Klimaperiode (1961 bis 1990) die Anzahl der Hitzetage (Tmax
≥ 30°C) um 6,5 Tage auf 10 Tage im Jahr und die Anzahl der sehr heißen Tage
(Tmax ≥ 35°C) um 1 Tag auf insgesamt 1 Tag im Jahr zugenommen. Die An­
zahl der Tropennächte (Tmin ≥ 20°C) lag in beiden Klimaperioden bei 0 Tagen.
Die durchschnittliche, maximale Länge von Trockenperioden in der aktuellen
Klimaperiode ist mit 21 Tagen vergleichbar zur vergangenen Klimaperiode mit
22 Tagen.
Wenn nur die vergangenen zehn Jahre betrachtet werden, ist der klimawandel­
bedingte Trend zu erhöhten Temperaturen etwas deutlicher. So registrierten die
Wetterstationen des agrarmeteorologischen Messnetzes (Landwirtschaftliches
Technologiezentrum Augustenberg (LTZ), www.wetter-bw.de) in Baden-Würt­
temberg in den letzten zehn Jahren durchschnittlich 14 Hitzetage, einen sehr
heißen Tag und eine Tropennacht pro Jahr. Die längste Trockenperiode dauerte
in dem Zeitraum durchschnittlich 23 Tage. Das Jahr 2025 war um 1,9°C wärmer
als der Durchschnitt der Referenzperiode 1961 bis 1990.
Das Jahr 2026 ist diesbezüglich bereits jetzt schon außergewöhnlich: Im Durch­
schnitt über Baden-Württemberg wurden bislang schon 19 Hitzetage, 5 sehr heiße
Tage und 2 Tropennächte von den 121 agrarmeteorologischen Wetterstationen
verzeichnet. Die aktuell längste Trockenperiode in 2026 dauerte 19,5 Tage (Daten
LTZ, Stand 15. Juli 2026).
Zum Jahr 2026 kann anhand von Daten der Messstationen bislang ergänzt wer­
den:
– 11 Standorte hatten 10 und mehr sehr heiße Tage (Tmax ≥ 35°C), vornehmlich
im Rheintal.
– Nur 4 Standorte in höheren Lagen hatten keine sehr heißen Tage. In den Jahren
2016 bis 2025 gab es landesweit im Schnitt 58 Wetterstationen ohne sehr heiße
Tage.
– 6 Standorte vornehmlich im Rheintal hatten 10 und mehr Tropennächte (Tmin
≥ 20°C), Maximum waren 13 tropische Nächte.
– Nur 19 Standorte, vornehmlich in höheren Lagen im Regierungsbezirk Tü­
bingen, hatten keine tropische Nacht. In den Jahren 2016 bis 2025 gab es an
denselben Wetterstationen im Schnitt 60 Wetterstationen, die keine tropische
Nacht hatten.

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2. wie sich die zunehmenden Hitze- und Trockenperioden regional verteilen;
Der klimawandelbedingte Anstieg der mittleren Temperaturen von 1996 bis 2025
im Vergleich zur Referenzperiode 1961 bis 1990 ist über alle Regionen Baden-
Württembergs mit durchschnittlich 1,3°C ähnlich (Schwankungen zwischen
1,1°C und 1,5°C). Von den zunehmenden Hitzeperioden sind aber besonders die
wärmeren Regionen betroffen, insbesondere große Teile des Oberrheingrabens
und der Rhein-Neckar-Kreises sowie die Region Heilbronn-Franken inkl. Lud­
wigsburg.
Im Vergleich zur vorangegangenen Klimaperiode 1961 bis 1990 schwankt die
maximale Dauer der Trockenperioden im Durchschnitt dieser Klimaperiode
(1996 bis 2025) zwischen -2,6 und +1,4 Tage. Ein eindeutiger Trend ist hierbei
nicht erkennbar.
Kreis
Hitzetage (≥ 30°C)
sehr heiße Tage (> 35°C)
1996
bis 2025
Zunahme im
Vergleich zu
1961 bis 1990
1996
bis 2025
Zunahme im
Vergleich zu
1961 bis 1990
Karlsruhe Stadt
22,3
11,7
3,2
2,6
Heilbronn Stadt
18,9
10,6
2,5
2,1
Mannheim
21,3
10,4
2,9
2,5
Karlsruhe
19,0
10,2
2,4
2,0
Heilbronn
16,4
9,8
1,9
1,7
Rhein-Neckar-
Kreis
16,8
9,6
2,1
1,8
Hohenlohekreis
13,8
8,9
1,5
1,3
Heidelberg Stadt
15,4
8,8
1,8
1,6
Ludwigsburg
14,9
8,5
1,5
1,4
Main-Tauber-
Kreis
13,0
8,4
1,3
1,2
Freiburg Stadt
15,4
8,3
1,6
1,3

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3. ob sich Regionen zu möglichen regionalen Hitzeschwerpunkten entwickeln kön­
nen;
Die Zunahme unter anderem von Hitzetagen setzt sich mit zunehmender Tempe­
raturerhöhung gleichmäßig über die Kreise Baden-Württembergs fort. Schwer­
punkt mit einer stärkeren Zunahme an Hitzetagen (in naher Zukunft bis 2050;
siehe Abbildung) bilden hierbei weiterhin die bereits jetzt schon wärmsten Kreise
Karlsruhe Stadt und Mannheim.
Abbildung 1: Zunahme der Anzahl heißer Tage in der nahen Zukunft (2021 bis 2050) im Vergleich
zum Referenzzeitraum (1971 bis 2000) in den Kreisen Baden-Württembergs (Karten­
viewer „Klima der Zukunft“, Klimaatlas BW, LUBW, abgerufen am 22. Juli 2026).
4. welche Entwicklung die Landesregierung bis 2040 erwartet;
Da alle Klimakalkulationen für eine „nahe Zukunft“ den Zeitraum bis 2050 um­
fassen, können im Folgenden keine Prognosen bis zum Jahr 2040 angegeben wer­
den. Die Angaben umfassen immer die Entwicklung bis zum Jahr 2050.
Für die Abschätzung der Entwicklung in der nahen Zukunft bis 2050 können
die Kalkulationsergebnisse verwendet werden, die aus dem mittleren Emissions­
szenario RCP 4.5 (Der Mittlere Weg) resultieren, da diese für diesen Zeitraum mit
denjenigen des Hochemissionsszenarios RCP 8.5 nahezu identisch sind. Größere

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Unterschiede zwischen den Szenarien treten erst ab etwa 2050 und damit in der
fernen Zukunft (2071 bis 2100) auf.
Laut der Prognosen auf Basis des RCP 4.5 Klimaszenarios sind für Baden-Würt­
temberg folgende klimatische Änderungen bis 2050 zu erwarten:
– Zunahme der Anzahl an Hitzetagen (Tmax ≥ 30°C) um weitere 3 bis 8 Tage
pro Jahr
– Zunahme der Tropennächte (Tmin ≥ 20°C) um 1 Tag pro Jahr
– Dauer der längsten Trockenperiode bleibt mit ± 1 Tag nahezu unverändert.
5. welche konkreten Auswirkungen zunehmende Hitze- und Trockenperioden auf
die landwirtschaftliche Produktion und die Ernährungssicherung in Baden-
Württemberg bereits heute haben, insbesondere hinsichtlich Ertragsentwick­
lung, Ertragsstabilität, Produktqualität, Vegetationsbeginn, Schädlings- und
Krankheitsdruck, Bewässerungsbedarf sowie wirtschaftlicher Schäden;
Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Produktion:
Grundlegend lässt sich für die heute maßgeblichen Ackerbaukulturen wie Ge­
treide, Raps, Mais und Leguminosen beobachten, dass Erträge auch mit modernen
Hochleistungssorten maximal nur noch abzusichern, aber nicht mehr zu steigern
sind. Ertragspotenziale lassen sich in Gunstlagen oder vereinzelten Jahren aus­
schöpfen, allerdings kommt es auch zunehmend zu deutlichen Ertragseinbußen
und häufigeren Total-Ertragsausfällen.
Ähnliches macht sich für die Qualitäten, wie z. B. Fallzahlen bei Winterweizen,
Glasigkeit bei Hartweizen, Vollgerstenanteil bei Sommergerste respektive Win­
tergerste, Mutterkorn bei Roggen, vom Handel geforderte Hektolitergewichte bei
Getreide, etc., bemerkbar.
Auch im Gemüse- und Obstbau treten durch Hitze und Strahlungsstress verstärkt
Ertrags- und Qualitätseinbußen (u. a. Fruchtfall, Hitzeschäden, Sonnenbrand bis
hin zu vertrockneten Früchten) auf, die bis hin zum kompletten Ertragsausfall
führen können. Hohe, standardisierte bzw. vom Handel geforderte Qual