USA, Oman und Iran könnten Zwischenabkommen im Persischen Golf vereinbaren; Brent unter 80 USD, Märkte ruhiger als erwartet

Friedenshoffnungen drücken Ölpreise

Kapitalmärkte Daily | Persischer Golf: USA, Oman und Iran könnten Zwischenabkommen vereinbaren

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DIW-Studie: Industriejobs weniger bedroht als gedacht

USA, Oman und Iran könnten Zwischenabkommen vereinbaren

Wer dieser Tage wissen will, wie die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran unter Einschluss des Golf-Anrainers Oman laufen, muss eigentlich nur auf die Rohölnotierungen schauen. Fallende Notierungen bedeuten Fortschritte, steigende Notierungen sind Rückschritte – Waffeneinsatz inklusive. Aktuell scheinen sich die Kontrahenten etwas anzunähern. Der 1-Monats-Future für Rohöl der Nordseesorte Brent ist unter die Marke von 80 US-Dollar je Fass gefallen. An den Märkten munkelt man über ein Zwischenabkommen, unter dem zumindest eine teilweise Öffnung der Straße von Hormus möglich sein soll. US-Präsident Donald Trump äußerte gestern seine Erwartung, dass diese Öffnung am heutigen Donnerstag geschehen könne. Seitens des Iran hieß es wiederum, dass die Bedrohung durch die USA den Abschluss eines Abkommen verzögern würden. Nichts Genaues weiß man also nicht. Dennoch hatten die Märkte insgesamt einen eher entspannten Tag. In der Nacht gab es eine Explosion auf einem Tanker, die Ölnotierungen waren aber heute kaum verändert. Die Märkte setzen also weiterhin auf Entspannung.

Deutsche Industriejobs robuster als gedacht

Entspannt zeigt sich auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in puncto Deindustrialisierung der deutschen Wirtschaft. Die Ökonomen aus Berlin haben die Entwicklung der Industriejobs in Deutschland zwischen 1975 und 2019 untersucht. In diesem Zeitraum verschwanden zwar rund 1,5 Millionen produktionsnahe Jobs im Verarbeitenden Gewerbe. Gleichzeitig entstanden mehr als eine Million vergleichbare Stellen bei Dienstleistern. Auch im Servicesektor benötigt man IT, Qualitätskontrolle, Design, Analytik, Logistik, Wartung, technische Planung und andere ausgelagerte Funktionen industrieller Wertschöpfung. Der Nettoverlust produktionsnaher Arbeitsplätze summiere sich daher lediglich auf etwa eine halbe Million. Viele Jobs sind nicht weg, die sind jetzt bloß woanders, könnte man in Anlehnung an einen ehemaligen Wirtschaftsminister sagen. Seit dem Ende des Untersuchungszeitraums der Studie sind in der Industrie notabene weitere 600.000 Arbeitsplätze verschwunden.

Wie es mit der deutschen Industrie weitergeht, erhellen heute vielleicht die Zahlen zum monatlichen Auftragseingang. Nachdem es zuletzt etwas besser lief, rechnen wir im Juni mit einem kleinen Rückschlag. Der Konsens ist zuversichtlicher und erwartet ein Plus um 1,0 %. Die Zeitreihe ist notorisch volatil, einen Blick wert sind daher auch Daten zu den Großaufträgen und die Trennung nach Inlands- bzw. Auslandsaufträgen. Am Nachmittag runden Zahlen aus den USA zum Wachstum der Produktivität den Kalender ab. Die US-Wirtschaft verbuchte zuletzt einen deutlichen Produktivitätsschub. Wir erwarten, dass es im zweiten Quartal des laufenden Jahres weiterging, wenn auch nur noch um 0,2 % statt um 0,3 %.

Von: Dr. Jens-Oliver Niklasch, Senior Economist

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