Fed und Bank of Japan stützen Yen am Devisenmarkt mit 60 Mrd USD koordiniert heute; deutlicher Erfolg gegenüber früheren BoJ-Eingriffen weltweit
Fed und Bank of Japan stützen den Yen
Fed und Bank of Japan stützen den Yen
Die Aktion war insofern deutlich erfolgreicher als die vorherigen Eingriffe der BoJ ohne Unterstützung der US-Fed.
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Die Stimmung in der europäischen Wirtschaft setzte im Juli ihren Erholungskurs fort. Der von der EU-Kommission erhobene Economic Sentiment Indicator (ESI) stieg um jeweils 1,5 Punkte auf 97,2 in der EU und 96,9 im Euroraum. Damit rückte der ESI näher an seinen langjährigen Durchschnitt bei 100. In den meisten Ländern ging der Indikator nach oben und erholte sich damit weiter von den diesjährigen Tiefständen, die im April markiert worden waren. Deutlich oberhalb von 100 Punkten verbesserte sich der ESI für Spanien (+0,8 Punkte) und die Niederlande (+1,3). In Polen (-0,1 auf 100,0 Punkte) blieb er fast stabil. Italien näherte sich mit einem leichten Plus um 0,4 auf 99,6 Punkte dem Durchschnitt. Deutlich im negativen Bereich verbesserten sich Frankreich um 2,4 sowie Deutschland um 1,1 Punkte. Zudem hellte sich der ESI in fast allen Wirtschaftssegmenten auf. Lediglich für den Bau trübte er sich etwas ein. Der Dienstleistungsbereich steht weiterhin überdurchschnittlich da.
An den großen Staatsanleihemärkten beiderseits des Atlantiks hellte sich die Stimmung zuletzt auf. Die Sorgen vor einem neuerlichen Inflationsschub, bei dem die gefürchteten Zweitrundeneffekte zum Tragen kommen, haben etwas abgenommen. Ausweislich der Terminsätze am EUR-Geldmarkt gehen die Marktakteure derzeit höchstens noch von zwei weiteren Anhebungsschritten der EZB bis zum Frühjahr 2027 aus. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen ist erneut von der Widerstandszone um die Marke von 3,20 % nach unten abgeprallt. Am USD-Zinsmarkt sind sich die Akteure weniger sicher als noch vor einer Woche, dass die Fed bereits auf ihrer nächsten Sitzung im September eine Leitzinsanhebung beschließen wird. Die marktimplizite Wahrscheinlichkeit für eine geldpolitische Straffung direkt nach der Sommerpause ist auf knapp 60 % gefallen. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob die Marktteilnehmer die Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Preisstabilitätsversprechens von Fed-Chef Kevin Warsh bereits verdaut haben, welche im Nachgang der jüngsten Notenbanksitzung aufgekommen waren.
Die Dotcom-Bubble war von Bewertungsexzessen bei IT-Werten gekennzeichnet. Aktuell ist dies anders: Trotz mehrjährigem KI-Hype können die 12-Monats-Forward-KGVs der wichtigsten Protagonisten als moderat angesehen werden. Zu einem substanziellen Teil ist dies jedoch Bewertungseffekten aus Beteiligungen geschuldet. Ohne diese läge das Gewinnniveau von so manchem KI-Giganten weit niedriger und das KGV folglich deutlich höher. Konstruktionsbedingt kommen solche und weitere verzerrende Faktoren bei der von Wirtschafts-Nobelpreisträger Robert J. Shiller entwickelten CAPE-Ratio – welche als das „bessere KGV“ gilt – weniger stark zum Tragen. Jene Kennzahl stieg zuletzt immer weiter an. Dass sie in ihrer 145-jährigen Historie nur im Jahr 2000 noch höher ausfiel als derzeit, gibt durchaus Anlass zur Sorge. Zumal es im KI-Universum derzeit an mehreren Ecken im Gebälk knirscht.
60 Milliarden US-Dollar wendeten Bank of Japan und Federal Reserve geschätzt für ihre konzertierten Eingriffe am Devisenmarkt auf.
Nach einigen Interventionen der Bank of Japan zugunsten des Yen in den vergangenen Tagen und Monaten hat diese nun gemeinsam mit der US-Fed am Devisenmarkt eingegriffen, um ihre schwache Währung zu stützen. USDJPY fiel dabei auf zuletzt 156, EURJPY auf rund 180. Die Aktion war insofern deutlich erfolgreicher als die vorherigen Eingriffe der BoJ ohne Unterstützung der US-Fed. Solche gemeinsamen Aktionen von Notenbanken haben eher Seltenheitswert. Generell wünschen die USA einen stärkeren Yen, um ihr Handelsdefizit mit Japan zu senken. Berichten zufolge verkaufte die US-Fed aber nicht USD gegen Yen, sondern Euro aus ihren Devisenreserven. Sie zielte also explizit nur auf den Dollar-Yen-Wechselkurs. Dass man gleichzeitig den USD gegenüber dem Euro nicht schwächer sehen möchte, obwohl die USA auch mit unserem Währungsraum ein Handelsdefizit aufweisen, deutet auf ernstzunehmende Sorgen in den USA mit Blick auf die eigene Inflationsrate hin. Washington möchte wohl vermeiden, die Importpreise durch eine Abwertung des USD zum Euro zu erhöhen. Dass die USA tatsächlich dauerhaft an der Seite Japans stehen werden, wenn es um die Stützung des Yen geht, darf unserer Ansicht nach bezweifelt werden.
Von: Henning Oligmüller, CIIA Investmentanalyst
Unser großes Bild in Kürze
Deutschland: BIP ist im ersten Halbjahr gewachsen. Staatsausgaben und Ausfuhren stimulieren Nachfrage. Auftragsbestand nimmt zu. Private Investitionen bleiben zurückhaltend. Inflations- und Konjunkturrisiken durch den Energiepreisanstieg im Kielwasser des Kriegs am Perisschen Golf. Handelskonflikt mit den USA belastet weiterhin.
Deutschland: BIP ist im ersten Halbjahr gewachsen. Staatsausgaben und Ausfuhren stimulieren Nachfrage. Auftragsbestand nimmt zu. Private Investitionen bleiben zurückhaltend.
Inflations- und Konjunkturrisiken durch den Energiepreisanstieg im Kielwasser des Kriegs am Perisschen Golf. Handelskonflikt mit den USA belastet weiterhin.
Fed: Notenbank hält Leitzins auf absehbare Zeit unverändert. Erhöhung wahrscheinlicher als erneute Senkung. EZB: Schwenk zur geldpolitischen Straffung eingeleitet. Bis Ende 2026 eine weitere Zinserhöhung erwartet, Einlagesatz danach für längere Zeit bei 2,50 %. EUR-Langfristzinsen: Aufwärtsrisiken dominieren angesichts der Inflationssorgen und der steigenden Verschuldung.
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EZB: Schwenk zur geldpolitischen Straffung eingeleitet. Bis Ende 2026 eine weitere Zinserhöhung erwartet, Einlagesatz danach für längere Zeit bei 2,50 %.
EUR-Langfristzinsen: Aufwärtsrisiken dominieren angesichts der Inflationssorgen und der steigenden Verschuldung.
Börsen sehen den KI-Investitionsboom zunehmend kritisch. Überspekulation führt zu Turbulenzen bei Halbleiteraktien. Weiter schwelender Irankrieg bleibt latenter Belastungsfaktor für die Aktienmärkte.
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Überspekulation führt zu Turbulenzen bei Halbleiteraktien.
Weiter schwelender Irankrieg bleibt latenter Belastungsfaktor für die Aktienmärkte.
Der Renditevorteil von kurz laufenden US-Staatsanleihen gegenüber deutschen Bundesanleihen dürfte moderat abnehmen. Erratisches Agieren des US-Präsidenten untergräbt Vertrauen in den US-Dollar. Flucht in den „sicheren Hafen“ dürfte nicht von Dauer sein.
Der Renditevorteil von kurz laufenden US-Staatsanleihen gegenüber deutschen Bundesanleihen dürfte moderat abnehmen.
Erratisches Agieren des US-Präsidenten untergräbt Vertrauen in den US-Dollar.
Flucht in den „sicheren Hafen“ dürfte nicht von Dauer sein.
Bloomberg Commodity Index dürfte nach Erholung zunächst wieder konsolidieren. Anhaltender Konflikt zwischen USA und Iran hält Ölpreise auf hohem Niveau. Bei Öffnung der Straße von Hormus dürften Ölpreise wieder deutlich nachgeben. Hohe Energiepreise und anhaltende Inflationssorgen bremsen Erholung beim Goldpreis.
Bloomberg Commodity Index dürfte nach Erholung zunächst wieder konsolidieren.
Anhaltender Konflikt zwischen USA und Iran hält Ölpreise auf hohem Niveau. Bei Öffnung der Straße von Hormus dürften Ölpreise wieder deutlich nachgeben.
Hohe Energiepreise und anhaltende Inflationssorgen bremsen Erholung beim Goldpreis.
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