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title: "LWF aktuell 159 Frühjahr 2026 trocken in Bayern; trockenstes Frühjahr seit 1881"
sdDatePublished: "2026-08-07T13:17:00Z"
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LWF aktuell 159 Frühjahr 2026 trocken in Bayern; trockenstes Frühjahr seit 1881

LWF aktuell 159Frühjahr 2026: außergewöhnlich trockenvon Dr. Lothar Zimmermann, Dr. Stephan Raspe

LWF aktuell 159 Frühjahr 2026: außergewöhnlich trocken von Dr. Lothar Zimmermann, Dr. Stephan Raspe

Niederschlag – Temperatur – Bodenfeuchte

Heuer war die Witterung im April von Hochdruck dominiert, sodass es bei viel trockener Luft reichlich Sonnenschein gab. Gleichzeitig kam es aber auch zu großen Tag-Nachtschwankungen der Lufttemperatur. Für etwas Niederschlag sorgten drei Tiefdruckgebiete, die die Hochdruckperioden unterbrachen. Ins­gesamt war er deutlich wärmer, trockener und sonnenscheinreicher als normal.

Abb. 1a: Absolute Abweichung der Lufttemperatur vom langjährigen Mittel 1961–1990 an den Waldklimastationen (© LWF)

An 13 WKS gab es vom 20. April an 14–15 Tage keinen Niederschlag. Die warme Witterung begünstigte die Vegetationsentwicklung, sodass die Apfelblüte als Beginn des phänolo­gischen Vollfrühlings im Mittel zum 19. April eine Woche früher als im vieljährigen Mittel stattfand. Das letzte Monatsdrittel war dann überregional von Hochdruckeinfluss geprägt. Niederschläge blieben aus, die Luft erwärmte sich und die Waldbrandgefahr stieg. Kalte, teils frostige Nächte hatten die Vegetation etwas ausgebremst. In tieferen Lagen wirkten höhere Tageswerte der Lufttemperatur dem entgegen (DWD 2026).

Der April lag mit 9,1° C deutlich über dem langjährigen Mittel 1961–90 (+2,1°). Mit einer Niederschlagsmenge von 17,1 l

m² fiel 76 % weniger Regen als im langjährigen Mittel (vierter Platz der trockensten Aprilmonate seit 1881). Obwohl nördlich und südlich der Donau jeweils 17 l

m² Niederschlag fielen, war die Situation im Süden deutlich extremer: Dort lag das Niederschlagsdefizit bei 76 %, im Norden bei 60 %. Besonders trocken mit teils weniger als 11 l

m² blieb es im Tertiärhügelland westlich von Landshut (WKS Freising). Im April gingen vor allem in Südbayern die Bodenwasservorräte langsam zurück, an der WKS Ebersberg sogar deutlich bis auf etwa 50 % der nutzbaren Feldkapazität (nFK). Die Wasserversorgung der Waldbäume war aber an allen Waldklimastationen weiter ausreichend (Abbildung 2). Die Sonne schien 234,9 Stunden. Das entspricht einer Steigerung von 53 % gegenüber dem langjährigen Mittelwert. Damit gehört dieser April zu den zehn sonnenreichsten Aprilmonaten seit 1951 (DWD 2026). Das hydrologische Winterhalbjahr (November 2025 bis April 2026) zählte mit 264,2 l

m² wie schon das letzte bayernweit zu den 15 trockensten seit 1881 (-34% zum Mittel 1961–90).

Abb. 1b: Prozentuale Abweichung des Niederschlags vom langjährigen Mittel 1961–1990 an den Waldklima- stationen (© LWF)

Abb. 2: Entwicklung der Bodenwasservorräte im gesamten durchwurzelten Bodenraum in Prozent zur nutzbaren Feldkapazität (© LWF)

Das Frühjahr 2026 war das niederschlagärmste seit Beginn der flächenhaften Aufzeichnungen 1881. Es fielen nur 103,8 l

m² in den drei Frühlingsmonaten (-53% zum Mittel 1961–90). Der bisherige Rekordhalter war bisher das Frühjahr 1934 mit 110,4 l

m². Nachdenklicher stimmt allerdings, dass auf Platz 3 der trockensten Frühjahre zuletzt 2025 folgte (113,4 l

m²). Die Lufttemperatur erreichte 9,5 °C (+2,3 °C zum Mittel 1961–90), damit auf Platz 7 der wärmsten Frühjahre seit 1881. Mit 686,9 Stunden war es auch ein sehr strahlungsreiches Sonnenfrühjahr (+47% zum Mittel 1961–90, Platz 4 seit 1951). Dramatischer war es noch beim Niederschlag. Mit 113,4 l

m² fiel nur fast die Hälfte des langjährigen Niederschlags (-49%). Die Trockenheit hatte häufig eine erhöhte Waldbrandgefahr zur Folge.

Abb. 3: Mittlere Lufttemperatur und Niederschlagssumme an den Waldklimastationen sowie an der Wetterstation Taferlruck

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