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title: "April 2026 deutlich wärmer, trockener, sonnenscheinreicher Bayern; Niederschlagsdefizit bis 76% im Süden"
sdDatePublished: "2026-08-07T13:17:00Z"
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April 2026 deutlich wärmer, trockener, sonnenscheinreicher Bayern; Niederschlagsdefizit bis 76% im Süden

April
Heuer war die Witterung im April
von Hochdruck dominiert, so-
dass es bei viel trockener Luft
reichlich
Sonnenschein
gab.
Gleichzeitig kam es aber auch zu
großen Tag-Nachtschwankun-
gen der Lufttemperatur. Für et-
was Niederschlag sorgten drei
Tiefdruckgebiete, die die Hoch-
druckperioden
unterbrachen.
Ins­gesamt war er deutlich wär-
mer, trockener und sonnen-
scheinreicher als normal.
Der April startete kalt. An der
DWD-Klimastation in Oberst-
dorf sank die Lufttemperatur
auf -8,2 °C. Das war der tiefste
Wert in diesem Monat für Bay-
ern. Zur gleichen Zeit regnete
es in einigen Regionen kräftig.
An Ostern wurde es dann früh-
lingshaft warm, an der Donau
und südlich davon stieg die
Lufttemperatur vom 4. auf den
5. April um 11,5 °C an (DWD
2026). Zehn Wetterstationen
meldeten am 5. April Höchst-
temperaturen von über 20 °C.
Der Erwärmung folgten erste
gewittrige Schauer. Im weiteren
Verlauf des ersten Monatsdrit-
tels herrschte Hochdruck vor.
Eine nördliche Strömung sorgte
für den Zustrom kühler Luft.
Diese erwärmte sich tagsüber,
kühlte aber nachts wieder aus,
sodass es zu Boden- und sogar
Luftfrost kam. Am 10. April zog
ein Tiefausläufer mit teils grö-
ßeren Niederschlägen durch. In
höheren Lagen des Bayerischen
Walds gab es sogar Schneere-
gen. Im zweiten Monatsdrittel
drehte die Luftströmung kurz-
zeitig auf Südwest, und führte
warme Luft über die Alpen. Da-
nach wechselten sich Regen-
fälle und heitere Abschnitten
ab. In einigen Regionen regnete
es lange Zeit nicht. (Augsburg,
Rhön, München) (DWD 2026).
An 13 WKS gab es vom 20. April
an 14–15 Tage keinen Nieder-
schlag. Die warme Witterung
begünstigte die Vegetations-
entwicklung, sodass die Apfel-
blüte als Beginn des phänolo­
gischen Vollfrühlings im Mittel
zum 19. April eine Woche frü-
her als im vieljährigen Mittel
stattfand. Das letzte Monats-
drittel war dann überregional
von Hochdruckeinfluss geprägt.
Niederschläge blieben aus, die
Luft erwärmte sich und die
Waldbrandgefahr stieg. Kalte,
teils frostige Nächte hatten die
Vegetation etwas ausgebremst.
In tieferen Lagen wirkten höhere
Tageswerte der Lufttemperatur
dem entgegen (DWD 2026).
Der April lag mit 9,1° C deutlich
über dem langjährigen Mittel
1961–90 (+2,1°). Mit einer Nie-
derschlagsmenge von 17,1 l/m²
fiel 76 % weniger Regen als im
langjährigen Mittel (vierter Platz
der trockensten Aprilmonate
seit 1881). Obwohl nördlich und
südlich der Donau jeweils 17 l/m²
Niederschlag fielen, war die Si-
tuation im Süden deutlich ext-
remer: Dort lag das Nieder-
schlagsdefizit bei 76 %, im Nor-
den bei 60 %. Besonders tro-
cken mit teils weniger als 11 l/m²
blieb es im Tertiärhügelland
westlich von Landshut (WKS
Freising). Im April gingen vor al-
lem in Südbayern die Boden-
wasservorräte langsam zurück,
an der WKS Ebersberg sogar
deutlich bis auf etwa 50 % der
nutzbaren Feldkapazität (nFK).
Die Wasserversorgung der Wald-
bäume war aber an allen Wald-
klimastationen weiter ausrei-
chend (Abbildung 2). Die Sonne
schien 234,9 Stunden. Das ent-
spricht einer Steigerung von
53 % gegenüber dem langjähri-
gen Mittelwert. Damit gehört
dieser April zu den zehn son-
nenreichsten Aprilmonaten seit
1951 (DWD 2026). Das hydrolo-
gische Winterhalbjahr (Novem-
ber 2025 bis April 2026) zählte
mit 264,2 l/m² wie schon das
letzte bayernweit zu den 15 tro-
ckensten seit 1881 (-34% zum
Mittel 1961–90).
Frühjahr 2026: außergewöhnlich trocken
Niederschlag – Temperatur – Bodenfeuchte
Mittlere Abweichung zum
Mittel aller WKS 1961–1990
Temperatur
Apr +2,0°
Mai +2,5°
GOL
FLO
BBR
EBR
ROK
DIN
ALT
RIE
FRE
SON
KRE
MIT
TAF
AOE
EBE
BER
WUE
ROT
HOE
Mittlere Abweichung zum
Mittel aller WKS 1961–1990
Apr –73%
Mai –34%
Niederschlag
GOL
FLO
BBR
EBR
ROK
DIN
ALT
RIE
FRE
SON
KRE
MIT
TAF
AOE
EBE
BER
WUE
ROT
HOE
1   Absolute Abweichung der Lufttemperatur bzw. prozentuale
Abweichung des Niederschlags vom langjährigen Mittel 1961–1990
an den Waldklimastationen.
26    LWF aktuell  4 |2026
Waldklimastationen

Mai
Ein Monat der Gegensätze: Erst
machten die Eisheiligen ihrem
Namen alle Ehre, dann hatte der
Hochsommer einen frühen Auf-
tritt. Zum 1. Mai gab es meist
bestes Feiertagswetter: Unter
Hochdruckeinfluss war es ver-
breitet sonnig und trocken bei
frühsommerlichen Lufttempe-
raturen, so dass die Waldbrand-
gefahr hoch war. Am 3. Mai er-
reichten die Lufttemperaturen
an elf WKS, darunter auch
die alpine WKS Berchtesgaden,
mehr als 25 °C. Abends brach
dann am Saurüsselkopf bei
Ruhpolding ein Waldbrand im
Gipfelbereich aus.
Nach dem ersten Mai-Wochen-
ende brachten Niederschläge
einen leichten Rückgang der
Lufttemperaturen. Im Franken-
wald wurde als monatlicher
WKS-Spitzenwert an der WKS
Rothenkirchen am 07. Mai 37,9 l/
m² gemessen. Die warmen
Tagestemperaturen hielten das
ganze erste Monatsdrittel an.
Nachts hingegen wurde es oft
kalt und besonders in höheren
Tallagen gab es Bodenfrost. Zu
den Eisheiligen wurde es sowohl
nachts als auch tagsüber kälter.
Am 12. und 13. Mai sowie am 17.
Mai lagen bei sieben bzw. acht
WKS die minimalen Lufttempe-
raturen in 2 m Höhe unter 0 °C.
So gab es im zweiten Monats-
drittel selbst in tieferen Lagen
Boden- und sogar leichten
Luftfrost. Am Tag waren die
Temperaturen gedämpft. Ne-
ben zeitweiligen Niederschlä-
gen, die vorübergehend im Berg-
land teils mit Schnee vermischt
waren, gab es auch längere son-
nige Phasen. Ab Mitte Mai leer-
ten sich die Bodenwasserspei-
cher an den Waldklimastationen
in ganz Bayern zunehmend. Mit
dem Blattaustrieb waren davon
auch die Laubbaumbestände
betroffen. Im letzten Monats-
drittel wurde es unter Hoch-
druckeinfluss sommerlich heiß.
Der Vorsprung in der Vegetati-
onsentwicklung hielt sich; die
Holunderblüte als Beginn des
phänologischen Frühsommers
trat fünf Tage früher als im viel-
jährigen Mittel auf (21. Mai). Die
Niederschläge blieben vom dem
21. bis 28. Mai an den WKS meist
aus. An der WKS Ebersberg wur-
de ab dem 24. Mai sogar die
Grenze zum Trockenstress un-
terschritten. Am 26. Mai wurden
an fünf WKS Lufttemperaturen
über 30 °C erreicht. Erst am
letzten Wochenende gab es ge-
bietsweise gewittrige Schauer.
Die Waldbrandgefahr war Ende
Mai wieder erhöht.
Im Mai 2026 gab es mit 54,9 l/
m² 39% weniger Niederschlag
als
im
langjährigen
Mittel
1961–90. Die Sonne schien mit
270,3 Stunden +40% mehr als
üblich. Damit gab es den dritt-
sonnigsten Mai seit 1951. Zu-
gleich war der Mai mit einer
Durchschnittstemperatur von
14,2 °C + 2,5° deutlich wärmer
als im Mittel 1961–90.
Das Frühjahr im Überblick
Das Frühjahr 2026 war das nie-
derschlagärmste seit Beginn
der flächenhaften Aufzeichnun-
gen 1881. Es fielen nur 103,8 l/m²
in den drei Frühlingsmonaten
(-53% zum Mittel 1961–90). Der
bisherige Rekordhalter war bis-
her das Frühjahr 1934 mit 110,4 l/
m². Nachdenklicher stimmt al-
lerdings, dass auf Platz 3 der
trockensten Frühjahre zuletzt
2025 folgte (113,4 l/m²). Die
Lufttemperatur erreichte 9,5 °C
(+2,3 °C zum Mittel 1961–90),
damit auf Platz 7 der wärmsten
Frühjahre seit 1881. Mit 686,9
Stunden war es auch ein sehr
strahlungsreiches Sonnenfrüh-
jahr (+47% zum Mittel 1961–90,
Platz 4 seit 1951). Dramatischer
war es noch beim Niederschlag.
Mit 113,4 l/m² fiel nur fast die
Hälfte des langjährigen Nieder-
schlags (-49%). Die Trocken-
heit hatte häufig eine erhöhte
Waldbrandgefahr zur Folge.
Literatur
DWD (2026): Monatlicher Klimastatus
Deutschland April und Mai 2026
Autoren
Dr. Lothar Zimmermann und Dr. Stephan Raspe
sind Mit­arbeiter in der Abteilung »Boden, Klima,
Baumartenwahl« der Bay­erischen Landesanstalt
für Wald und Forstwirtschaft.
Kontakt: Lothar.Zimmermann@lwf.bayern.de
Stephan.Raspe@lwf.bayern.de
3   Mittlere Lufttemperatur und Niederschlagssumme an den
Waldklimastationen sowie an der Wetterstation Taferlruck.
Waldklimastationen
Höhe
ü.NHN
[m]
April 2026
Mai 2026
Temp,
[°C]
NS
[l/m²]
Temp,
[°C]
NS
[l/m²]
Altdorf (ALT)
406
8,1
18
13,4
33
Altötting (AOE)
415
8,7
24
14,2
42
Bad Brückenau (BBR)
812
7,4
29
11,9
96
Berchtesgaden (BER)
1500
6,9
49
11,1
109
Dinkelsbühl (DIN)
468
7,8
13
13,1
44
Ebersberg (EBE)
540
8,4
6
13,8
47
Ebrach (EBR)
410
8,0
15
12,7
50
Flossenbürg (FLO)
840
5,8
26
11,3
76
Freising (FRE)
508
9,7
11
14,4
53
Goldkronach (GOL)
800
6,1
30
11,3
84
Höglwald (HOE)
545
9,7
9
14,1
31
Kreuth (KRE)
1100
6,9
46
11,9
101
Mitterfels (MIT)
1025
5,9
15
11,5
56
Riedenburg (RIE)
475
8,6
12
14,0
21
Rothenkirchen (ROK)
670
5,7
23
11,3
95
Rothenbuch (ROT)
470
9,4
11
13,5
51
Sonthofen (SON)
1170
6,9
31
11,2
99
Taferlruck (TAF)
770
5,4
17
10,8
46
Würzburg (WUE)
330
10,4
14
14,7
42
April
Mai
Ebersberg, Fichte
Flossenbürg, Fichte
Würzburg, Eiche
Mitterfels, Buche
Riedenburg, Eiche
Höglwald, Fichte
Freising, Buche
Trockenstress
Füllstand [%]
0
20
40
60
80
100
120
160
140
Bodenwasserspeicher
2   Entwicklung der Bodenwasservorräte im gesamten durch­
wurzelten Bodenraum in Prozent zur nutzbaren Feldkapazität.
4 |2026  LWF aktuell 
 27
Waldklimastationen