Stanley Ratifo – wechselt Hallescher FC – BSG Chemie Leipzig; BSG verliert Top-Torjäger

Regionalliga Nordost: Vorschau 4. Spieltag - Nordostdeutscher Fußballverband e.V.

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Regionalliga Nordost: Vorschau 4. Spieltag

— 4 . SPIELTAG - REGIONALLIGA NORDOST —

Freitag, 07.08.2026 – 19:00 Uhr

Greifswalder FC – VSG Altglienicke

Ich sehe hier ein relativ enges Spiel. Altglienicke besitzt die höhere offensive Qualität und hat bereits beim 3:3 zum Saisonauftakt in Aue gezeigt, dass die Mannschaft auch gegen einen der nominellen Aufstiegsfavoriten mehrfach treffen kann.

Greifswald hat allerdings den Heimvorteil. Zudem gewann der GFC das letzte Regionalliga-Heimduell gegen Altglienicke im April mit 1:0 .

Samstag, 08.08.2026 – 14:00 Uhr

RSV Eintracht 1949 – BSG Chemie Leipzig

Beim RSV ist die englische Woche besonders wichtig: Nach einem 1:1 bei BFC Preussen und einem starken 3:0-Heimsieg gegen Luckenwalde folgte am Dienstag ein deutlicher 0:4-Rückschlag beim FC Carl Zeiss Jena . Damit wurde erstmals klar sichtbar, dass der Aufsteiger gegen ein Team aus dem oberen Leistungsbereich Probleme bekommt.

Chemie startete dagegen ausgesprochen schwach in die Saison: 0:2 gegen Babelsberg und anschließend ebenfalls ohne eigenen Treffer beim BFC Dynamo. Nach zwei Spielen standen 0 Punkte und 0:4 Tore zu Buche.

Für den RSV spricht klar der Heimvorteil . Das 3:0 gegen Luckenwalde zeigt, dass Stahnsdorf zu Hause offensiv durchaus Durchschlagskraft entwickeln kann. Gegen Jena wurde allerdings deutlich, wie schnell die Mannschaft bei höherem Gegnerdruck defensiv auseinandergezogen werden kann.

Bei Chemie sehe ich das größere Problem im Angriff. Der Abgang von Stanley Ratifo zum Halleschen FC hat der BSG einen ihrer wichtigsten Torjäger genommen; Ratifo kam in seinen beiden Spielzeiten zuvor auf 27 Regionalliga-Tore. Das erklärt zumindest teilweise, warum der Saisonstart offensiv bislang so schwerfällig ausfällt.

FSV 63 Luckenwalde – SV Tasmania Berlin

Tasmania reist mit einer erheblichen Hypothek nach Luckenwalde. Das 0:6 bei Rot-Weiß Erfurt am Mittwochabend war nicht nur wegen des Ergebnisses alarmierend: Erfurt hatte gegenüber der vorherigen Partie sieben Wechsel vorgenommen und gewann trotzdem sehr deutlich. Tasmania wirkte insbesondere nach dem ersten Gegentor defensiv instabil und hatte große Probleme mit Tempo und Tiefenläufen.

Dazu kommt die Regeneration. Tasmania spielte erst Mittwoch um 19:00 Uhr in Erfurt und muss bereits Samstag um 14:00 Uhr wieder antreten. Luckenwaldes Partie des 3. Spieltags fand dagegen schon Dienstagabend bei Magdeburg II statt. Damit hat der FSV rund 24 Stunden mehr Erholungszeit.

Der wichtigste Punkt ist für mich aber die psychologische Situation. Ein Aufsteiger kann ein 0:6 durchaus abschütteln, doch innerhalb einer englischen Woche bleibt kaum Trainingszeit, um strukturelle Probleme in der Defensive zu korrigieren. Tasmania dürfte deshalb zunächst wesentlich kompakter auftreten und versuchen, ein frühes Gegentor unbedingt zu vermeiden.

Samstag, 08.08.2026 – 14:30 Uhr

  1. FC Lokomotive Leipzig – Hertha BSC II

Sportlich sehe ich Lok hier klar im Vorteil. Leipzig kommt aus einer Saison, in der die Mannschaft die Regionalliga Nordost anführte und vor allem zuhause ausgesprochen stabil war. Im Frühjahr standen für Lok 9 Heimsiege aus 11 Spielen sowie eine der besten Defensiven der Liga zu Buche. Hertha II hatte dagegen über längere Strecken erhebliche Probleme in der Rückwärtsbewegung.

Auch das direkte Duell aus der Vorsaison ist bemerkenswert: Lok gewann bei Hertha II mit 7:2 . Das darf man wegen der üblichen personellen Schwankungen einer U23 nicht überbewerten, zeigt aber, dass Lok mit Herthas spielerischem Ansatz grundsätzlich gut zurechtkommt.

Für Hertha spricht die individuelle Qualität. Eine U23 kann mit technisch starken Nachwuchsspielern jederzeit eine Partie öffnen. Genau das macht allerdings auch die Wettseite etwas gefährlich: Hertha II ist deutlich weniger berechenbar als viele klassische Regionalligisten. Zudem hat die Berliner Nachwuchsstruktur aktuell mehrere Spieler, die nahe am Profikader stehen; beispielsweise wird der 17-jährige Mayson Grothe bereits regelmäßig im Umfeld der Profis eingesetzt.

In einer englischen Woche sehe ich jedoch einen zusätzlichen Vorteil bei Lok: eine erfahrenere Mannschaft kann Belastungssteuerung und Spielkontrolle normalerweise besser auffangen als eine junge U23. Im Bruno-Plache-Stadion dürfte Leipzig außerdem versuchen, Hertha früh unter Druck zu setzen und Fehler im Spielaufbau zu erzwingen.

Sonntag, 09.08.2026 – 14:00 Uhr

Hallescher FC – Chemnitzer FC

Das ist für mich eine der schwierigeren Partien dieses Spieltags. Beide Mannschaften gehören vom Kader her eher in die obere Tabellenhälfte. Der CFC hat im Sommer erheblich nachgelegt, unter anderem mit Andreas Geipl, David Richter, Ron Berlinski, David Vogt und Jan Löhmannsröben.

Chemnitz hat bereits zum Saisonauftakt mit dem 4:0 bei Hertha BSC II ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt. Der CFC wirkt damit offensiv gefährlicher als in weiten Teilen der Vorsaison.

Halle besitzt allerdings einen gewichtigen Heimvorteil. Der HFC gehörte 2025

26 zur Spitzengruppe der Regionalliga und lag Ende April mit 60 Punkten nur hinter Lok Leipzig und Jena. Außerdem war Halle in der Vorsaison gerade defensiv über längere Phasen sehr stabil.

Die englische Woche ist ebenfalls relevant: Halle musste am Mittwoch bei Chemie Leipzig antreten, Chemnitz bereits am Dienstag zuhause gegen Zwickau. Der CFC hat somit etwa 24 Stunden mehr Regenerationszeit .

Das ist ein kleiner, aber in einer englischen Woche durchaus wertvoller Vorteil für Chemnitz. Auf der anderen Seite spielt Halle zuhause und dürfte körperlich sowie bei Standards Vorteile besitzen.

Ich erwarte deshalb keine Partie, in der eine Mannschaft deutlich dominiert. Wahrscheinlicher erscheint mir ein intensives Spiel mit relativ wenigen klaren Torchancen.

FC Carl Zeiss Jena – FC Rot-Weiß Erfurt

Das Thüringen-Derby gehört für mich zu den spannendsten Spielen des 4. Spieltags. Der Termin am Sonntag um 14:00 Uhr ist offiziell bestätigt.

Der wichtigste neue Faktor der englischen Woche ist Erfurt: RWE schlug Tasmania am Mittwoch 6:0 – und das trotz sieben Änderungen in der Startelf . Dreca, Assibey-Mensah und Felßberg sorgten bereits vor der Pause für das 3:0; anschließend trafen Ikene, Forkel und Fehler. Das bedeutet: Erfurt konnte Stammkräfte für das Derby schonen und gleichzeitig Selbstvertrauen tanken.

Ein 6:0 gegen Tasmania allein würde ich wegen der Schwäche des Aufsteigers nicht überbewerten. Dass Erfurt diesen Sieg jedoch mit einer stark rotierten Mannschaft holte, ist wesentlich interessanter: Die erste Elf dürfte am Sonntag erheblich frischer sein, als ein typisches Team nach einer englischen Woche.

Jena bleibt trotzdem gefährlich. Der FCC war in der Vorsaison Vizemeister der Regionalliga Nordost und besitzt zuhause normalerweise einen deutlichen Faktor. Der Saisonauftakt ging allerdings im eigenen Stadion mit 1:2 gegen Zwickau verloren; Jena hatte dabei trotz Feldvorteilen Schwierigkeiten, eine kompakte Defensive auseinanderzuspielen.

Hinzu kommt die Derby-Historie. Diese Begegnung ist schwer über gewöhnliche Formkurven zu bewerten: In der Saison 2024

25 gewann Jena zuhause beispielsweise 5:1 , während Erfurt das folgende Ligaduell deutlich für sich entschied. Auch das Thüringenpokal-Halbfinale im März 2026 entwickelte sich zu einem völlig verrückten 5:5 nach Verlängerung , ehe Jena im Elfmeterschießen weiterkam.

BFC Dynamo – FSV Zwickau

Der BFC geht mit einer besonderen Belastung in das Sonntagsspiel: Zwischen dem Auswärtsspiel in Aue am Donnerstagabend und Zwickau am Sonntag liegen weniger als drei volle Tage.

Zwickau ist für mich hier der sportlich stärkere Ausgangspunkt. Der FSV beendete die Vorsaison als Dritter mit 64 Punkten und damit klar vor dem BFC. Besonders überzeugend war bereits der Start in die neue Saison: Beim letztjährigen Vizemeister Carl Zeiss Jena gewann Zwickau 2:1 , obwohl Jena zunächst geführt hatte. Zwickau verteidigte kompakt, ließ wenig zu und entschied die Partie über effizientes Umschaltspiel.

Genau dieser Stil könnte gegen den BFC funktionieren. Dynamo bevorzugt unter Sven Körner grundsätzlich eine Struktur mit Dreier-

Fünferkette und offensiven Schienenspielern; Moritz Polte und Joey Breitfeld gehören zu den wichtigen Akteuren. Wenn der BFC selbst das Spiel machen muss, entstehen hinter den Wingbacks Räume – und Zwickau hat bereits in Jena gezeigt, dass es solche Situationen konsequent bestrafen kann.

FC Erzgebirge Aue – BFC Preussen

Hier ist die Belastungssteuerung ein zentraler Punkt. Aue spielt e erst am Donnerstag gegen den BFC Dynamo und hat damit bis Sonntag die deutlich kürzere Regenerationszeit. Der BFC Preussen war bereits am Mittwoch gegen Lok Leipzig im Einsatz.

Sportlich bleibt Aue für mich dennoch Favorit. Der Drittliga-Absteiger verfügt über mehr individuelle Qualität und hat zum Saisonauftakt beim 3:3 gegen Altglienicke offensiv bereits gezeigt, dass genügend Durchschlagskraft vorhanden ist. Marcel Bär und Tim Maciejewski gehörten dort zu den Torschützen.

Der BFC Preussen ist allerdings kein Gegner, den ich unterschätzen würde. Schon in der Vorsaison war die Mannschaft unangenehm und gewann beispielsweise auswärts bei Lok Leipzig mit 3:1 . Das unterstreicht, dass Preussen gegen favorisierte Gegner durchaus kontern kann.

Für Sonntag sehe ich trotzdem ein strukturelles Problem für die Berliner: In Aue dürfte Preussen längere Phasen tief verteidigen müssen. Gerade zuhause besitzt Aue genügend Qualität, um über Standards, zweite Bälle und individuelle Aktionen Chancen zu erzeugen.

Dienstag, 11.08.2026 – 19:00 Uhr

  1. FC Magdeburg II – SV Babelsberg 03

Die englische Woche liefert für beide Teams interessante Hinweise. Magdeburg II verlor am Dienstag zuhause 0:1 gegen Luckenwalde , obwohl der FCM über weite Strecken klar spielbestimmend war und gefühlt rund 80 Prozent Ballbesitz hatte. Das Problem war die Effizienz: Viel Kontrolle, aber zu wenig Konsequenz im