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title: "Gesundheitsamt der Stadt Köln FöSeGAN Ergebnisse Köln; Stigmatisierung als Barriere niedrigschwellige Angebote nötig"
sdDatePublished: "2026-08-07T13:44:00Z"
source: "https://ratsinformation.stadt-koeln.de/getfile.asp?id=1107010\u0026type=do"
topics:
  - name: "public health"
    identifier: "medtop:20001358"
locations:
  - "Köln"
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Gesundheitsamt der Stadt Köln FöSeGAN Ergebnisse Köln; Stigmatisierung als Barriere niedrigschwellige Angebote nötig

Mitteilung

Dezernat, Dienststelle
V/53

Vorlagen-Nummer 07.08.2026

2167/2026
Mitteilung
öffentlicher Teil
Gremium
Datum
Ausschuss Soziales, Gesundheit, Seniorinnen und Senioren
17.09.2026

Kooperationsprojekt FöSeGAN Ergebnisse eines partizipativen Projekts zur
Weiterentwicklung kommunaler Gesundheitsangebote für Anbieter sexueller
Dienstleistungen

Mit dieser Mitteilung informiert die Verwaltung über die Ergebnisse des Kooperations-
projekts FöSeGAN („Förderung der sexuellen Gesundheit von Anbietenden sexueller
Dienstleistungen“). Das Projekt wurde gemeinsam vom Gesundheitsamt der Stadt
Köln (Fachdienst STI und sexuelle Gesundheit), der Gemeinnützigen Stiftung Sexuali-
tät und Gesundheit (GSSG) sowie der Selbstorganisation Sexworkers of Cologne
(sw_of_cgn) durchgeführt und durch die Familie Ernst Wendt-Stiftung gefördert. Es er-
weitert den bisherigen Kenntnisstand zur gesundheitlichen Situation und zu den Un-
terstützungsbedarfen von Sexarbeitenden in Köln und unterstützt die evidenzinfor-
mierte Weiterentwicklung kommunaler Präventions- und Gesundheitsangebote.
Hintergrund und Methodik
Zur gesundheitlichen Situation von Sexarbeitenden liegen bislang nur wenige syste-
matisch erhobene Erkenntnisse vor. FöSeGAN wurde deshalb als partizipatives
Public-Health-Projekt konzipiert, bei dem Gesundheitsamt, Wissenschaft und Selbst-
organisation gemeinsam arbeiteten. Im Rahmen des Projekts wurden 26 leitfadenge-
stützte Interviews mit Sexarbeitenden aus unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen ge-
führt. Die Ergebnisse sind aufgrund der Stichprobe nicht repräsentativ, liefern jedoch
wichtige Einblicke in gesundheitliche Bedarfe und Versorgungsbarrieren.
Zentrale Erkenntnisse
Die Befragten zeigten insgesamt ein hohes Gesundheitsbewusstsein und nahmen
Präventionsangebote regelmäßig in Anspruch. Mehr als 90 % ließen sich regelmäßig
auf sexuell übertragbare Infektionen testen; das Gesundheitsamt stellte dabei den
wichtigsten niedrigschwelligen Zugang zur Testung dar. Gleichzeitig zeigte sich weite-
rer Informationsbedarf zur HIV-PrEP.
Als wesentliche Hürden für die Inanspruchnahme der Regelversorgung wurden Stig-
matisierung und die Sorge vor Benachteiligung benannt. Psychische Belastungen
wurden überwiegend mit gesellschaftlicher Stigmatisierung und nicht mit der Tätigkeit
selbst in Verbindung gebracht.

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Gewünscht wurden insbesondere freiwillige, niedrigschwellige und praxisnahe Unter-
stützungsangebote, darunter Gesundheitsberatung, Peer-Angebote sowie Unterstüt-
zung zu psychosozialen und sozialrechtlichen Fragestellungen. Die Ergebnisse ver-
deutlichen zudem, dass verpflichtende und freiwillige Beratungsangebote unterschied-
liche Funktionen erfüllen und sich sinnvoll ergänzen.
Fazit
Die Ergebnisse erweitern den bisherigen Kenntnisstand zur gesundheitlichen Situation
von Sexarbeitenden in Köln und werden in die fachliche Weiterentwicklung der Ange-
bote des Fachdienstes STI und sexuelle Gesundheit einbezogen. Sie unterstreichen
die Bedeutung freiwilliger, diskriminierungsarmer Gesundheitsangebote sowie partizi-
pativer Public-Health-Ansätze, bei denen Präventionsangebote gemeinsam mit den
betroffenen Zielgruppen weiterentwickelt werden.
Wissenschaftlicher Transfer
Die Ergebnisse wurden bereits auf mehreren nationalen Fachveranstaltungen vorge-
stellt; eine wissenschaftliche Fachpublikation befindet sich in Vorbereitung.

Gez. Dr. Rau