SoVD Niedersachsen fassungslos über Olaf Lies’ Vorschlag, Klimaziele zu verschieben in Hannover; 10.000 Hitzeopfer als Beweis für Dringlichkeit
Pressemitteilung vom 07.08.2026
Wirtschaft, Klima und Menschen dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden Klimaziele verschieben? SoVD zeigt sich fassungslos über Aussage des Ministerpräsidenten
Hannover. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen zeigt sich fassungslos auf die Aussage von Ministerpräsident Olaf Lies, die Klimaziele erst später umzusetzen, wenn dadurch Arbeitsplätze und Industrie gesichert würden. Aus Sicht des SoVD müsse angesichts der derzeitig deutlich werdenden Folgen des Klimawandels mehr und nicht weniger getan werden.
In der Wochenzeitung „Die Zeit“ hat Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies in Aussicht gestellt, die Klimaneutralität zugunsten der Wirtschaft weiter nach hinten zu schieben. Der SoVD reagiert fassungslos auf diese Idee. „Wir alle spüren gerade sehr deutlich die Folgen des Klimawandels. Mittlerweile sind schon fast 10.000 Menschen aufgrund der Hitze gestorben. Das betrifft vor allem Ältere und andere vulnerable Gruppen. In anderen Fällen wäre bei so vielen Todesopfern bereits ein Krisengipfel der Landes- und Bundesregierung einberufen worden. Stattdessen macht der Ministerpräsident deutlich, dass ihm Wirtschaft wichtiger ist als der soziale Aspekt und das Leben der Menschen“, betont Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD in Niedersachsen.
Dabei ärgert ihn vor allem die Argumentation: „Durch solche Aussagen werden alle gegeneinander ausgespielt und den Bürger*innen suggeriert, dass Klimaschutz nicht so wichtig sei. Das ist eine fatale Fehlkommunikation.“ Viel wichtiger sei es, neue Wege zu gehen, wenn es um Klimaschutz, Wirtschaft und Menschen gehe. „Die Politik hat die Umsetzung der Klimaneutralität lang genug verschlafen. Jetzt einfach so weiterzumachen und sie nach hinten zu schieben, hilft keinem. Wir brauchen schnelle Maßnahmen und innovative Ideen. Vor allem erwarten wir Geschlossenheit und eine Orientierung an den Bedürfnissen der Menschen in unserem Land“, so Swinke.
Dabei betont der größte Sozialverband in Niedersachsen, dass die Sicherung von Arbeitsplätzen und Menschenleben Hand in Hand gehen müssen. „Niemandem nutzt eine florierende Wirtschaft, wenn Menschen in Pflegeheimen sterben und es keinen kommunalen Hitzeschutz gibt“, macht der Vorstandsvorsitzende deutlich.