NID meldet extreme Niedrigwasserlage in Bayern; Alarmpläne Gewässerökologie greifen in der Praxis

Anhaltende Hitze und ausbleibende Niederschläge in Bayern

Glauber: Alarmpläne Gewässerökologie bewähren sich

Anhaltende Hitze und ausbleibende Niederschläge in Bayern

Der aktuelle Bericht des Niedrigwasser-Informationsdienstes (NID) zeigt, die Situation in Bayern ist außergewöhnlich: Für den Zeitraum März bis Juli weisen alle Regierungsbezirke markante Niederschlagsdefizite auf. Gleichzeitig sorgen anhaltend hohe Temperaturen dafür, dass die Pegel von Flüssen, Seen und die Grundwasserstände bayernweit weiter sinken. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber betonte: “Der Klimawandel fordert uns heraus. Hitze, Trockenheit und Niedrigwasser sind ein Stresstest für die Gewässerökologie. Hohe Wassertemperaturen und niedrige Wasserstände stellen Fische, Muscheln und weitere Wasserlebewesen vor große Herausforderungen. Die Alarmpläne zur Gewässerökologie an Main und Donau bewähren sich in der Praxis. Sie ermöglichen ein schnelles und koordiniertes Handeln zum Schutz der Gewässer. Auch jeder Einzelne kann helfen, die empfindlichen Lebensräume zu schützen: Meiden Sie flache Uferbereiche, lassen Sie Tiere und Pflanzen ungestört und gehen Sie sorgsam mit der wertvollen Ressource Wasser um.”

Die Kombination aus Niedrigwasser und hohen Temperaturen hat erhebliche Folgen für die Lebensbedingungen von Fischen und anderen Wasserorganismen. Bei hohen Temperaturen – an der Messstation Erlabrunn wurden jüngst im Main 27,8 Grad erreicht – brauchen Fische mehr Sauerstoff und Ruhe, um diese kritische Zeit zu überstehen. An Main und Donau greifen aktuell die Alarmpläne Gewässerökologie. Auf der Basis von drei Warnstufen im Ampel-System – Vorwarnung, Warnung und Alarm – und einer begleitenden Experteneinschätzung werden entsprechend der Ergebnisse ausgewählte Maßnahmen eingeleitet. Dazu gehören beispielsweise die verstärkte Beobachtung der Gewässer oder ein zusätzlicher Sauerstoffeintrag durch Turbinenbelüftung und an den Wehren der Kraftwerke. Außerdem erfolgt eine Information der Öffentlichkeit. Im Alarmfall kommen Regelungen zu Nutzungsbeschränkungen zum Beispiel für die Entnahme von Brauchwasser zum Tragen, wenn eine deutliche Beeinträchtigung von Donau beziehungsweise Main zu erwarten ist.

Nach aktuellen Daten des NID liegen zahlreiche Pegel auf einem für die Jahreszeit außergewöhnlich niedrigen, bisher so noch nicht beobachteten Niveau. Über 70 Prozent der Pegel liegen unter dem langjährigen mittleren Niedrigwasser. Auch an vielen Seen sind die Wasserspiegel deutlich gesunken und zeigen niedrige oder sehr niedrige Wasserstände mit weiter fallender Tendenz.

Bayern wird als Konsequenz aus der aktuellen Hitzeperiode den Niedrigwasser-Informationsdienst weiterentwickeln: So sollen für die Beurteilung von Niedrigwasserlagen und die Ableitung möglicher Maßnahmen weitere Inhalte aufgenommen werden. Die Erfassung von Wasserständen, Abflüssen und Wassertemperaturen soll stetig weiter modernisiert und automatisiert werden.

Der Lagebericht des Niedrigwasser-Informationsdienstes und ein Überblick über die Wassersituation in Bayern mit der Entwicklung der Wasserstände und Abflüsse kann jederzeit über den NID verfolgt werden unter www.nid.bayern.de .

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