VDV fordert standardisierten fahrzeugseitigen Datenzugang im ÖPNV in Berlin; EU Data Act stärkt Wettbewerbsposition der Verkehrsunternehmen
Berlin, den 07. August 2026 VDV fordert standardisierte Daten bei ÖPNV-Bussen Einheitliche Schnittstelle im Fahrzeug reduziert IT-Komplexität, senkt Wartungsaufwand und verringert die Fehleranfälligkeit im Betrieb; standardisierter Datenzugang sorgt für faire Vergaben Verkehrsunternehmen betreiben heute vielfach Busflotten mit Fahrzeugen unterschiedlicher Hersteller. Proprietäre Cloud-Lösungen und herstellerspezifische Schnittstellen verursachen dabei hohen Integrations- und Pflegeaufwand. Der VDV fordert deshalb, Daten vorrangig über eine physische Schnittstelle direkt im Fahrzeug bereitzustellen. „Wir brauchen standardisierte, direkt zugängliche Fahrzeugdaten. Nur so lassen sich digitale Betriebsprozesse verlässlich und effizient organisieren, Abhängigkeiten von herstellerspezifischen Cloud-Systemen verringern und faire Wettbewerbsbedingungen bei der Fahrzeugbeschaffung sichern“, so VDV-Präsident Ingo Wortmann. Der Branchenverband fordert deshalb in seinem neuen Positionspapier „Datensouveränität und Effizienzsteigerung durch standardisierten, fahrzeugseitigen Datenzugang im ÖPNV“ die konsequente Umsetzung der VDV-Schrift 238 als einheitliche, fahrzeugseitige Schnittstelle für den Zugang zu Fahrzeugdaten bei Bussen. Mit dem EU Data Act wird der direkte Zugang zu Produktdaten europarechtlich gestützt. Nur durch Standardisierung der Daten lassen sich Echtzeitanwendungen, stabile Betriebsabläufe und Datenverfügbarkeit auch bei Störungen der Mobilfunkverbindung absichern. Mit der VDV-Schrift 238 liegt dafür ein Branchenstandard vor. „Eine einheitliche Schnittstelle reduziert IT-Komplexität, senkt Wartungsaufwand und verringert die Fehleranfälligkeit im Betrieb“, so Wortmann. Datenzugang: Betrieb braucht Verlässlichkeit Für einen wirtschaftlichen und sicheren Busbetrieb, insbesondere bei emissionsfreien Antrieben, reicht ein begrenzter Datensatz nicht aus. Verkehrsunternehmen benötigen den in der VDV-Signalliste definierten Pressemitteilung
Datenumfang, darunter auch Daten zum elektrischen Antriebsstrang und zu Fahrzeugdiagnosen. Diese Informationen sind für Wartung, Verfügbarkeit und Betriebssteuerung erforderlich. Wettbewerb: offene Standards sorgen für faire Vergaben Ein herstellerneutraler, standardisierter Datenzugang ist zugleich Voraussetzung für faire Vergabeverfahren. Wenn bei jedem Fahrzeugwechsel neue proprietäre Schnittstellen integriert werden müssen, entstehen zusätzliche Kosten und neue Abhängigkeiten. Die VDV-Schrift 238 schafft die Grundlage, um Fahrzeuge verschiedener Hersteller in bestehende IT-Systeme einzubinden und Wahlfreiheit bei der Beschaffung zu sichern. „Der EU Data Act stärkt die Position der Verkehrsunternehmen. Für einen verlässlichen und wirtschaftlichen Betrieb brauchen wir standardisierte, direkt zugängliche Fahrzeugdaten und keine neuen Abhängigkeiten von proprietären Cloud-Systemen“, so Wortmann abschließend. Das Positionspapier „Datensouveränität und Effizienzsteigerung durch standardisierten, fahrzeugseitigen Datenzugang im ÖPNV“ ist abrufbar unter www.vdv.de/positionen. Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e. V. (VDV) Lars Wagner · Pressesprecher · T 030 399932-14 · wagner@vdv.de Eike Arnold · stv. Pressesprecher · T 030 399932-19 · arnold@vdv.de Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) ist der Branchenverband des öffentlichen Personen- und Schienengüterverkehrs mit rund 700 Mitgliedsunternehmen. Branche und Branchenverband sorgen für mehr klimaschonende Beförderung und Transport von Menschen und Gütern bei weniger Verkehr. Die Mitgliedsunternehmen des VDV spielen eine entscheidende Rolle für den Wirtschaftsstandort Deutschland und bei der Lösung verkehrlicher Herausforderungen. Nachdem die Fahrgastzahlen im öffentlichen Personennahverkehr pandemiebedingt zurückgegangen waren, steigt die Nachfrage seit dem Jahr 2022 wieder an. Die VDV-Mitgliedsunternehmen befördern jeden Tag 24 Millionen Fahrgäste in Deutschland mit Bus und Bahn und ersparen damit 17 Millionen Autofahrten. Zuletzt transportierten die VDV- Unternehmen im öffentlichen Schienengüterverkehr 360 Millionen Tonnen Güter. Das ersetzt am Tag rund 60.000 voll beladene Lkw auf deutschen Straßen. Durch ihre Verkehrsleistung sparen Busse und Bahnen zehn Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen jährlich ein.
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