Ehemaliges Lehrlingswohnheim Ciba-Geigy/Novartis, energetische Sanierung, Umbau zu Wohnhaus mit sechs Wohnungen und Bürogeschoss, Egliseestrasse 60, Basel; Fassadenelemente wiederverwendet
Egliseestrasse 60, Umnutzung und Gesamtsanierung | Kanton Basel-Stadt
Egliseestrasse 60, Umnutzung und Gesamtsanierung
3 Visualisierung © Studio Hammer
3 Baustelle © Omambo, Kelvin Silva
3 Luftbild © Omambo, Kelvin Silva
Das ehemalige Lehrlingswohnheim der Ciba-Geigy beziehungsweise Novartis an der Egliseestrasse wird energetisch saniert, haustechnisch umfassend erneuert und an neue Nutzungsanforderungen angepasst. Aus dem bisherigen Wohnheim entsteht ein Wohnhaus mit sechs Wohnungen sowie einem Bürogeschoss. Nach der Fertigstellung wird das Gebäude zuerst durch Leben in Vielfalt (LIV) für zweieinhalb Jahre zwischengenutzt, danach durch die Sozialhilfe.
Das Projekt versteht sich als Pilot für konsequentes Weiterbauen im Bestand und die Wiederverwendung vorhandener Bauteile. Die bestehenden Betonfassadenelemente werden sorgfältig demontiert, vor Ort zwischengelagert, aufgearbeitet und in einer neuen Fassadenkomposition wiederverwendet. Ihre Patina und Materialgeschichte bleiben sichtbar und prägen den architektonischen Ausdruck des Gebäudes. Ziel ist es, aus unterschiedlichen und teilweise ungleichen Bestandselementen ein stimmiges und harmonisches Ganzes zu schaffen.
Die energetische Erneuerung der Gebäudehülle setzt konsequent auf nachwachsende und regenerative Dämmstoffe. Hanf und Kork ersetzen konventionelle Materialien, reduzieren die graue Energie und tragen zu einem gesunden Raumklima bei. Der Kreislaufgedanke wird damit nicht nur auf Materialebene, sondern auch konstruktiv umgesetzt. Die notwendigen Grundrissanpassungen erfolgen mit gezielten und weitgehend reversiblen Eingriffen in die bestehende Struktur.
Das Flachdach wird als Pilotprojekt für klimaangepasstes Bauen entwickelt. Eine extensive Begrünung mit heimischen Wildpflanzen wird mit einer aufgeständerten Photovoltaikanlage kombiniert und schafft ein multifunktionales System zur Energiegewinnung, Förderung der Biodiversität und Verbesserung des Mikroklimas. Das ökologische Konzept setzt sich in den Aussenräumen fort: Heimische Staudenpflanzungen, Insektenhabitate und vernetzte Grünstrukturen machen das Grundstück zu einem aktiven Baustein der urbanen Ökologie Basels.
Bauherrenvertretung durch Städtebau & Architektur, Abteilung Hochbau
durch Städtebau & Architektur, Abteilung Hochbau
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