ver.di fordert Entlastung für Beschäftigte in der Binnenschifffahrt am Rhein in Nordrhein-Westfalen; ver.di bei Konferenz nicht eingeladen
Binnenschifffahrt: ver.di fordert Entlastung für Beschäftigte | ver.di
Binnenschifffahrt: ver.di fordert Entlastung für Beschäftigte
Ein Containerschiff fährt mit geringer Ladung bei Niedrigwasser am Rheinknie in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt vorbei
Niedrigwasser vielerorts : Die Fotos von Sandstränden am Bodensee bis zu Rhein und Elbe und vielen anderen Gewässern sind derzeit auf allen Kanälen zu sehen. Doch trotz Badender und Sonnenanbeter*innen: Von sommerlicher Idylle kann nicht die Rede sein. Die niedrigen Pegel vor allem in Flüssen belasten die Binnenschifffahrt und ihre Beschäftigten enorm . Der neue Bundesverkehrsminister Steffen Bilger hat angesichts der aktuell extremen Niedrigpegel insbesondere an Rhein, Donau und Elbe für den 6. August zu einer „Fachkonferenz“ in Bonn geladen, um über Perspektiven für die Binnenschifffahrt im Klimawandel zu sprechen.
ver.di – als wichtigster Sozialpartner der Branche bisher nicht eingeladen – fordert die durch den Klimawandel steigenden Belastungen für Beschäftigte in der Binnenschifffahrt zu einem Schwerpunktthema zu machen. Es genüge nicht, mit Wirtschaftsverbänden über tiefere Fahrrinnen und resilientere Logistikketten zu sprechen, sagt der ver.di-Bundesschifffahrtssekretär Liam Pape aus der Fachgruppe Luftverkehr und Maritime Wirtschaft.
„Wenn die Pegel sinken, steigt auch der Druck auf die Beschäftigten.“
Pape kritisiert, dass die Beschäftigtenperspektive in der aktuellen Debatte ausgeblendet werde. Das Navigieren bei niedrigen Wasserständen erfordere höchste Konzentration , langjährige Erfahrung und ausgeprägtes nautisches Fachwissen . Selbst moderne Schiffe mit geringem Tiefgang stießen bei extremen Wasserständen an Grenzen. „Die Kolleginnen und Kollegen in der Binnenschifffahrt sorgen Tag für Tag dafür, dass die Versorgung unseres Landes unter immer schwierigeren Bedingungen bestmöglich funktioniert. Sie leisten Höchstarbeit und brauchen dafür gute Arbeitsbedingungen. Wer resiliente Lieferketten will, muss endlich auch die Interessen der Menschen mitdenken, die sie ermöglichen. “
ver.di hat bereits in der Vergangenheit mehrfach auf den großen Investitionsbedarf für die marode Infrastruktur in der Binnenschifffahrt, etwa bei Schleusen und Wehren, hingewiesen und die Pläne zum Personalabbau in der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) scharf kritisiert , auch gemeinsam mit Wirtschafts- und Arbeitgeberverbänden.
Binnenschifffahrt unverzichtbarer Bestandteil einer nachhaltigen Verkehrsinfrastruktur
Klimaresilienz, Versorgungssicherheit und gute Arbeit in der Binnenschifffahrt könnten nur gemeinsam gedacht werden, so Pape. Die Binnenschifffahrt mit ihren mehr als 5.300 Beschäftigen sei unverzichtbarer Bestandteil einer nachhaltigen und leistungsfähigen Verkehrsinfrastruktur. „Damit sie dies bleiben kann, müssen Bund und Länder nicht nur die notwendigen Investitionen in klimawandelresistente Wasserstraßen und moderne Schiffstechnik deutlich beschleunigen – es braucht bessere Rahmenbedingungen für die Beschäftigten und Nachwuchsförderung, Qualifizierung, mehr Gesundheits- und Arbeitsschutz sowie verlässliche Beschäftigungsperspektiven.“
Was ist das aktuelle Problem in der Binnenschifffahrt?
Anhaltend niedrige Pegel in deutschen Flüssen (u. a. Rhein, Donau, Elbe) belasten die Binnenschifffahrt und ihre Beschäftigten stark. Ursache sind die Auswirkungen des Klimawandels.
Was hat der Bundesverkehrsminister angekündigt?
Steffen Bilger (CDU) hat für den 6. August zu einer Fachkonferenz nach Bonn eingeladen, um über Perspektiven für die Binnenschifffahrt im Klimawandel zu sprechen.
Warum kritisiert ver.di die Konferenz?
ver.di wurde als wichtigster Sozialpartner der Branche bislang nicht eingeladen. Die Gewerkschaft befürchtet, dass nur mit Wirtschaftsverbänden über tiefere Fahrrinnen und resilientere Logistikketten gesprochen wird, die Beschäftigtenperspektive aber fehlt.
Die Beschäftigtenperspektive zum Schwerpunktthema der Debatte zu machen
Beschleunigte Investitionen in klimawandelresistente Wasserstraßen und moderne Schiffstechnik
Bessere Rahmenbedingungen für Beschäftigte, Nachwuchsförderung und Qualifizierung
Was hat ver.di in der Vergangenheit bereits kritisiert?
Den hohen Investitionsbedarf bei maroder Infrastruktur (Schleusen, Wehre) sowie geplanten Personalabbau in der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) – teils gemeinsam mit Wirtschafts- und Arbeitgeberverbänden.
Wie viele Menschen arbeiten in der Branche und sind betroffen?
Mehr als 5.300 Beschäftigte in der Binnenschifffahrt.