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title: "Bundesregierung beendet feste Einspeisevergütung für neue kleine Solaranlagen in Deutschland; Direktvermarktung ab 2027, Förderstufen 50→7 kWp"
sdDatePublished: "2026-08-09T04:09:00Z"
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Bundesregierung beendet feste Einspeisevergütung für neue kleine Solaranlagen in Deutschland; Direktvermarktung ab 2027, Förderstufen 50→7 kWp

DIE WIRTSCHAFTSZEITUNG FÜR DEN MITTELSTAND
Verkaufte Auflage: 505.009 Exemplare (IVW II/2026)
Gastbeitrag
Generalleutnant Bodemann
über die Rolle des Handwerks
bei der Verteidigung.
Seite 3
Schwerpunkt
Wie sich Handwerksberufe
aufgrund von Dekarbonisie-
rung, Digitalisierung und
 Demografie verändern. Seite 4
Reportage
Bei Edelstahl Rosswag trifft
traditionelles Schmiede-
handwerk auf innovativen
Metall-3D-Druck.
Seite 16
Ausbilder können aufatmen.
Eine ihrer unangenehmsten
Aufgaben im Umgang mit Azu-
bis fällt weg. Verpfuscht der
Nachwuchs seine Arbeit,
kommt er unpünktlich oder
gar nicht, steht er gar Liebes-
kummer-tränenüberströmt in
der Werkstatt, so braucht sich
der Chef darum kein Kopfzer-
brechen mehr zu machen. An-
stelle der Suche nach pädago-
gisch wertvollen Worten ge-
nügt ein kurzes Nicken in
Richtung des Smartphones,
vielleicht ergänzt mit dem
Hinweis „Frag ChatGPT“.
Früher, ja! Da mussten Men-
schen solche Situationen von
Angesicht zu Angesicht ertra-
gen, sich den Gefühlen des an-
deren stellen, Freude, Wut,
Trauer oder auch Desinteresse
aushalten und dann auch noch
entsprechend reagieren. Zum
Glück nimmt uns das inzwi-
schen die KI ab. Mehr als die
Hälfte der Kinder in Deutsch-
land hat schon einmal mit
ChatGPT und Co. über seine
Gefühle gesprochen, zeigt eine
Umfrage von GoStudent. Ein
Viertel der Elf- bis 17-Jährigen
erspart sich, seinen Eltern und
Lehrern auf diese Weise ganz
bewusst unangenehme Begeg-
nungen, bei denen womöglich
Dinge auf den Tisch kämen,
die sich beide Seiten lieber er-
sparen wollen – Ärger, Sorgen,
Freude, kurz: die ganz nor-
male direkte menschliche
Kommunikation.
bst
SATIRE
Adieu
Kommunikation
Foto: Weinrich/Bundeswehr
Reiche beendet EEG als „Rundum-Sorglos-Paket“
EEG-Novelle und Netzpaket – Einspeisevergütung für kleine Anlagen fällt – Handwerk wünscht sich Korrekturen
VON KARIN BIRK
D
ie Regierung streicht ab
2027 die feste Einspeise-
vergütung für neue
kleine Solaranlagen.
Stattdessen kommt eine befris-
tete Übergangszahlung und der
Zwang zur Direktvermarktung an
der Strombörse. Ziel: Netze ent-
lasten und Subventionen sparen.
Fürs Handwerk bedeutet das
mehr Beratungsaufwand, kom-
plexe Wirtschaftlichkeitsrech-
nungen für Kunden und dro-
hende Projektstornierungen aus
bürokratischer Überforderung.
Grundlage bilden die EEG-No-
velle und das Netzpaket, die kurz
vor der Sommerpause nach lan-
gen Verhandlungen vom Kabinett
verabschiedet wurden. „Wir neh-
men damit einen Paradigmen-
wechsel vor“, sagte Bundeswirt-
schaftsministerin Katherina Rei-
che (CDU). „Wir beenden das EEG
als Rundum-Sorglos-Paket“,
fügte sie hinzu. Auch solle ver-
hindert werden, dass Erneuer-
bare-Anlagen in schon vollen
Netzgebieten angesiedelt würden
und dies hohe Kosten für den
Steuerzahler verursache. Gleich-
zeitig wolle man bis 2030 rund
80 Prozent des Stroms aus Erneu-
erbaren Energien erzeugen.
Heute sind es rund 50 Prozent. In
Kraft treten sollen die Änderun-
gen, sofern die EU-Kommission
zustimmt, Anfang 2027.
Der Zentralverband des Deut-
schen Handwerks (ZDH) hofft auf
Nachbesserungen. „Der System-
wechsel des EEG 2027 kann nur
gelingen, wenn die Rahmenbe-
dingungen so ausgestaltet wer-
den, dass Investitionen in kleine
Dachanlagen wirtschaftlich trag-
fähig bleiben und die ausführen-
den Betriebe die neuen Anforde-
rungen organisatorisch bewälti-
gen können“, sagte Constantin
Terton, Leiter Wirtschaftspolitik
beim ZDH. Dafür brauche es aus-
reichend bemessene Übergangs-
fristen.
Mit Blick auf das Netzpaket be-
grüßt der ZDH das Ziel einer bes-
seren Synchronisierung von An-
lagenzubau und Netzausbau. Re-
levant sei auch, dass Netzan-
schlüsse künftig nicht mehr nach
dem „Windhundprinzip“ verge-
ben, sondern stärker nach gesetz-
lichen Kriterien priorisiert wer-
den sollen. Dabei sollte sicherge-
stellt werden, dass Handwerksbe-
triebe angemessen berücksichtigt
werden.
Konkret sieht die EEG-Novelle
vor, dass es künftig für neue
kleine Solaranlagen keine Ein-
speisevergütung mehr gibt und
der ins Netz eingespeiste Strom
selbst vermarktet werden muss.
Dabei soll es eine dreijährige
Übergangsregelung geben. Da-
nach sollen 2027 nur noch Anla-
gen bis zu 50 kWp gefördert wer-
den, 2028 nur noch welche bis zu
25 kWp und 2029 nur solche bis
sieben kWp Leistung. Auch soll
der Fördersatz auf 5,2 Cent je Ki-
lowattstunde sinken. Nach dem
Förderstopp soll es für Anlagen
unter 25 kWp für eine vierjährige
Einstiegsphase in die Direktver-
marktung einen Bonus von 1,5 Ct/
kWh geben. Für Anlagen ab 100
Kilowatt sollen künftig Differenz-
verträge gelten.
Verabschiedet wurde auch das
Netzpaket. Ziel ist, den Ausbau
der Erneuerbaren mit dem Netz-
ausbau besser zu synchronisieren
und die Wartezeiten für Unter-
nehmen für Netzanschlüsse zu
reduzieren. Wer in „Engpass-Ge-
bieten“ eine Anlage ans Netz
bringt, muss mit geringeren Ent-
schädigungszahlungen rechnen,
sollte die Anlage wegen Überlas-
tung des Stromnetzes abgeregelt
werden. So sollen Betreiber inner-
halb von sechs Jahren auf 18 bis
20 Prozent ihrer Entschädigung
verzichten müssen.
Stollen im
 Hochsommer
Ende Juli formt Bäckermeister
Tino Gierig im Dresdner Backhaus
bereits Teiglinge zu Christstollen
– fast fünf Monate vor Weihnach-
ten. Weil richtig verpackter Stollen
sehr lange haltbar ist, beginnt die
Produktion weit vor der Advents-
zeit. Gierig ist Mitglied im Schutz-
verband Dresdner Stollen, dem
laut Verband rund 100 zertifizierte
Bäckereien und Konditoreien in
und um Dresden angehören. Nur
diese dürfen das Gebäck unter
dem Namen Dresdner Christstol-
len verkaufen – ausgezeichnet mit
EU-Siegel als geografisch ge-
schützte Herkunftsangabe. 15
vorgeschriebene Zutaten prägen
laut Satzung des Schutzverbands
den unverwechselbaren Ge-
schmack; Margarine, künstliche
Aromen und Zusatzstoffe sind
strikt verboten.
DHZ
Foto: picture alliance/dpa/Robert Michael
 | Ausg. 15-16 | 7. August 2026 | 78. Jahrgang
www.DHZ.net
SACHSEN
HANDWERKSKAMMER CHEMNITZ
HANDWERKSKAMMER CHEMNITZ
Wenn Buntstifte, Holz, ein Tisch­
ler und eine Qualifizierung zum
Gestalter im Handwerk aufeinan­
dertreffen, dann ist das Ergebnis
ein beeindruckendes Unikat.
Hunderte kleine Buntstiftringe
finden sich im Abschlussprojekt
von Tischlermeister Maximilian
Haase wieder – in mühevoller
Kleinarbeit und vielen Stunden in
eine glatte schwarze Platte ein­
gearbeitet. Mehrere der bunten
Kreise durchziehen die schwarze
Tischlermeister Maximilian Haase
mit seinem Prüfungsstück.

Foto: Karla Mohr
Gestalter im Handwerk schließen
Studium mit Ausstellung ab
Abdeckung, die einen darunter
liegenden Schreibtisch verdeckt.
Diese und weitere Arbeiten aus
dem Werkstudium zum Gestal­
ter im Handwerk, dessen Absol­
venten aus dem Maler­ und La­
ckierer­, Tischler­, Uhrmacher­,
 Maurer­, Metallbauer­, Kerami­
ker­ und Buchbinderhandwerk
 kommen, zeigt die Ausstellung
„UNIKATE 9“ noch bis zum 25. Ok­
tober im Wasserschloss Klaffen­
bach.
Seite 7
Das Landesamt für Steuern und
Finanzen hat auf Anregung der
sächsischen Wirtschaftskam­
mern (HWK und IHK) mitgeteilt,
dass aktuell unter anderen in
den Betriebsprüfungsstellen
Freiberg und Plauen ein Konzept
für eine Express­Betriebsprü­
fung erprobt wird. Interessier­
ten Unternehmen wird dabei die
Möglichkeit eingeräumt, eine
besonders zügige und effiziente
Durchführung der Prüfung zu
vereinbaren. Die Prüfungs­
schwerpunkte werden risikoori­
Express-Betriebsprüfung wird erprobt
entiert festgelegt und dem Un­
ternehmen frühzeitig mitgeteilt.
Auf dieser Grundlage wird zu
Beginn der Prüfung eine schrift­
liche Vereinbarung zum Prü­
fungsablauf geschlossen. So­
wohl die Prüfungsdauer als auch
die Belastung des Betriebes sol­
len damit auf das notwendige
Maß beschränkt werden. Der
Zeitraum zwischen Prüfungsbe­
ginn und Bekanntgabe des Prü­
fungsberichts soll dabei grund­
sätzlich 90 Tage nicht über­
schreiten.
DHZ

 | Ausg. 15-16 | 7. August 2026 | 78. Jahrgang
7
IMPRESSUM
09116 Chemnitz, Limbacher Str. 195,
Tel. 0371/5364-234,
m.winkelstroeter@hwk-chemnitz.de
Verantwortlich: Hauptgeschäftsführer
Markus Winkels tröter
HANDWERKSKAMMER CHEMNITZ
www.hwk-chemnitz.de
Vom Machen ins Gestalten kommen
Weiterbildung zum Gestalter: Absolventen als Übersetzer zwischen Handwerk und Zeitgeist, Form, Material und Funktion
S
eit 1997 haben im Bezirk
der Handwerkskammer
Chemnitz mehr als 100
Gestalterinnen und Ge­
stalter im Handwerk das Werk­
studium zum gleichnamigen Fort­
 bildungskurs erfolgreich abge­
schlossen. Mit dieser besonderen
Fortbildung war die Kammer in
Chemnitz die erste in den neuen
Bundesländern. Heute bieten
acht Akademien für Gestaltung,
Bildungszentren der Handwerks­
kammern und weitere Träger
diese umfassende Weiterbildung
mit 1.200 und mehr Unterrichts­
stunden an.
Erfahrene Dozentinnen und
Dozenten aus Handwerk und De­
sign, aus Architektur und Innen­
architektur, aus Kunst und Wis­
senschaft inspirieren und quali­
fizieren seit vielen Jahren Hand­
werkerinnen und Handwerker.
Sieben weitere haben nun das
Werkstudium ebenfalls abge­
schlossen.
„Gestalter im Handwerk“
eröffnet neue Felder
Die aktuellen Absolventinnen
und Absolventen kommen aus
dem Maler­ und Lackierer­, Tisch­
ler­, Uhrmacher­, Maurer­, Metall­
bauer­, Keramiker­ und Buchbin­
derhandwerk.
Karina Bastron ist Malerin und
Lackierin sowie Vergoldermeiste­
rin. Sie erklärt: „Durch experi­
mentelles Arbeiten und freies
Denken konnte ich meinen Blick
für Form, Farbe und Komposition
weiter schärfen. Diese Erfahrun­
gen kann ich direkt in meiner
Selbständigkeit umsetzen und so
meine Arbeit im Vergolderhand­
werk auf eine neue, gestalterische
Ebene bringen.“
Simone Fischer ist Einrich­
tungsberaterin, also keine klassi­
sche Handwerkerin. Sie sieht sich
aber als Vermittlerin zwischen
dem Handwerk und der Kunst,
Atmosphäre spürbar zu machen:
„Meine Leidenschaft gilt dem
Handwerk – dem genauen Hinse­
hen, dem Spüren von Materialien,
dem feinen Zusammenspiel von
Farbe, Licht und Textur. In mei­
ner Arbeit verbinde ich Ästhetik
mit Funktion, Tradition mit Zeit­
geist. So entstehen Interieurs, die
individuell, sinnlich und authen­
tisch sind – Räume, die bleiben.“
Facetten als freies
Prüfungsthema
Uhrmachermeisterin Paula Schulz
hat zur Eröffnung der Abschluss­
ausstellung „UNIKATE 9“ ihre Es­
senz aus zweieinhalb Jahren be­
rufsbegleitender Weiterbildung
so in Worte gefasst: „Jeder hat für
sich eine Form für das Thema Fa­
cetten im Handwerk gefunden.
Ein sehr freies Prüfungsthema,
was jedoch Details und Einblicke
zulässt, die man als Außenste­
hender vielleicht noch gar nicht
wahrgenommen hat. Es ist die
Konzeption, die das einfache
 Machen vom Gestalten unter­
scheidet und was uns gerade zum
Ende des Kurses in einer Vielzahl
von Einzelprojekten vermittelt
wurde.“ Die Aufgabenstellung
war für alle gleich, so Schulz: „Es
geht darum, aus der reinen Funk­
tion und Technik des eigenen Ge­
werkes herauszuwachsen und
über die kreative Metaebene eine
Symbiose zwischen Handwerk
und professioneller Gestaltungs­
kompetenz zu schaffen.“ Sie ist
sich sicher: „Der Gestalter eröff­
net neue Felder, weit über die
Grenzen der eigenen Fähigkeiten
und des eigenen Handwerks hin­
aus.“
Eine magische Zeit
Ähnlich sieht das auch Tina Zins­
meyer. Die gelernte Buchbinderin
und Museumsmitarbeiterin sagt:
„Weiterbildungen im Buchbinder­
handwerk sind oft sehr speziell
und nicht in Sachsen zu finden.
Das Studium zum Gestalter mit
seinen breit aufgefächerten The­
men, hier in meiner Heimatstadt,
ist für mich ein schon lang geheg­
ter Traum, den ich mir jetzt er­
fülle. Es ist eine tolle Ergänzung
zu meiner Arbeit im Museum und
hat mich nach über zehn Jahren
meinem geliebten Handwerk
 wieder nähergebracht.“
Tischlermeister Maximilian
Haase bringt es rückblickend kurz
und einfach auf den Punkt:
„Diese Zeit war für mich nicht nur
magisch, so