Teilnehmende der Studie erhielten KVT plus Emotionsregulationstherapie in der Studie; Mehr alkoholfreie Tage messbar bis 12 Monate
Mehr alkoholfreie Tage: Dieser Therapieansatz könnte helfen | aponet.de
Peter Erik Felzer | 10.08.2026 11:55 Uhr
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Mehr alkoholfreie Tage: Dieser Therapieansatz könnte helfen
Stress, Frust oder Traurigkeit können den Griff zum Alkohol begünstigen. Eine neue Studie zeigt: Lernen Betroffene, mit solchen Gefühlen anders umzugehen, könnte das zu mehr alkoholfreien Tagen führen – und der Effekt war noch Monate später messbar.
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Viele Menschen mit einer Alkoholabhängigkeit kennen das Problem: Belastende Gefühle können den Drang zu trinken verstärken. Eine neue Studie legt nun nahe, dass genau hier ein zusätzlicher Therapieansatz greifen könnte.
Mehr alkoholfreie Tage dank zusätzlicher Therapie
In der Untersuchung erhielten alle Teilnehmenden eine kognitive Verhaltenstherapie (KVT), eine etablierte Behandlung bei Alkoholabhängigkeit. Ein Teil der Gruppe nahm zusätzlich an einem Programm zur Emotionsregulation teil. Dieses soll helfen, schwierige Gefühle besser wahrzunehmen, auszuhalten und auf gesunde Weise damit umzugehen.
Das Ergebnis: Die Teilnehmenden mit der Zusatztherapie verzeichneten einen höheren Anteil alkoholfreier Tage als die Vergleichsgruppe. Dieser Unterschied zeigte sich nicht nur direkt nach dem Ende der zwölfwöchigen Behandlung, sondern auch noch drei, sechs und zwölf Monate später.
So funktioniert das zusätzliche Emotionstraining
Die sogenannte Emotion Regulation Treatment (ERT) kombiniert Elemente aus verschiedenen psychotherapeutischen Ansätzen. Dazu gehören Strategien aus der sogenannten dialektisch-behavioralen Therapie, Achtsamkeitsverfahren und Methoden, die den Umgang mit belastenden Gefühlen fördern. Ziel ist es, Betroffenen praktische Fähigkeiten zu vermitteln, um auf Stress , negative Emotionen oder andere belastende Erfahrungen nicht automatisch mit Alkoholkonsum zu reagieren.
Während der Therapie dokumentierten die Teilnehmenden ihre Gefühle, ihr Verlangen nach Alkohol sowie ihren Umgang mit belastenden Situationen in täglichen und wöchentlichen Protokollen. Interessanterweise konnten die Forschenden keinen Zusammenhang zwischen Veränderungen negativer Gefühle oder des Verlangens nach Alkohol und den späteren Trinkergebnissen feststellen. Stattdessen zeigte sich, dass Teilnehmende der ERT-Gruppe bereits früh häufiger hilfreiche Bewältigungsstrategien einsetzten. Diese verbesserten Fähigkeiten standen wiederum mit mehr alkoholfreien Tagen am Ende der Behandlung in Zusammenhang. Das deutet darauf hin, dass nicht unbedingt weniger negative Gefühle entscheidend sind. Wichtiger könnte sein, besser mit ihnen umgehen zu können.
Der Effekt war messbar – aber nicht in allen Bereichen
Die Forschenden betonen allerdings auch die Grenzen der Ergebnisse. Zwar war die Zusatztherapie mit mehr alkoholfreien Tagen verbunden, bei der Zahl der Tage mit besonders starkem Alkoholkonsum unterschieden sich die Gruppen jedoch nicht. Zudem beschreiben die Autoren den Effekt auf die Trinkhäufigkeit als eher moderat.
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Bei Alkoholabhängigkeit triggern negative Gefühle oft den Wunsch nach Alkohol. Eine neue Therapie könnte das verbessern.
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