US-Börsen Dow Jones +0,3% in New York; Zehnjahresrendite fällt auf 4,65 Prozent
Kommentar Aktien International
Marktkommentar 10. August 2026
Aktien International
Täglicher Marktkommentar aus dem BEKB-Handelsraum
Übersicht
Übersee Schluss Veränderung (in %) Volumen (Mrd.) Dow Jones Industrial 54'036
- 0.3 S&P 500 7'757
- 0.6 NYSE: 1.22 Nasdaq Composite 26'690
- 1.3 Nasdaq: 8.09 Nikkei 225 66'754
- 1.7 Hang Seng 25'826
- 0.6 Shanghai Composite 3'946
- 0.2
Europa Vortag Trading Range Weitere Kurse DAX 26'319 25'950 – 26'550 USD/CHF 0.8093 EUR/CHF 0.9348 EuroStoxx 50 6'523 6'380 – 6'680 Gold 4'333 USD/Unze Stoxx 50 5'527 5'380 – 5'680 NY WTI-Rohöl-Future 78.49 USD
New York Die US-Börsen zeigen sich im Verlauf des letzten Han- delstags der Woche mit Aufschlägen, nachdem der offi- zielle Arbeitsmarktbericht (Payrolls) für Juli überra- schend schwach ausgefallen ist. Der Dow-Jones-Index steigt um 0,3 Prozent auf 54.036 Punkte. Der S&P-500 notiert 0,6 Prozent höher, der Nasdaq-Composite ge- winnt 1,3 Prozent. Im vergangenen Monat wurden au- ßerhalb der Landwirtschaft 23.000 Stellen abgebaut. Volkswirte hatten im Konsens einen Beschäftigungsauf- bau von 83.000 prognostiziert. Die schwachen Daten lindern Zinserhöhungsängste, was sich am Anleihe-
www.bekb.ch | Marktkommentar | 10. August 2026 2 markt in sinkenden Renditen niederschlägt. Die Zehnjah- resrendite fällt um 2 Basispunkte auf 4,65 Prozent. Der Dollar tendiert knapp behauptet. Der Goldpreis zieht deutlicher an. Das zinslos gehaltene Edelmetall profitiert von niedrigeren Marktzinsen. Im bisherigen Wochenver- lauf veröffentlichte Daten zum Arbeitsmarkt hatten kein einheitliches Bild gezeichnet. Während der Bericht des privaten Dienstleisters ADP am Mittwoch einen uner- wartet schwachen Beschäftigungsaufbau im vergange- nen Monat auswies, verharrte die am Donnerstag veröf- fentlichte Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe aus der Vorwoche auf niedrigem Niveau. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist eines der Kriterien, an denen die US- Notenbank ihre Geldpolitik ausrichtet. Die am Freitag vorgelegten schwachen Arbeitsmarktdaten sprechen gegen Zinserhöhungen in den USA. Im Fokus stehen daneben weiter die Verhandlungen zwischen Iran und Oman über die Öffnung der aktuell faktisch blockierten Straße von Hormus für die Schiff- fahrt. Über die Meerenge wird normalerweise ein Fünftel des weltweiten Ölangebots transportiert. Sollte es hier zu einer Einigung kommen, würden geopolitische Risiken etwas verringert, heißt es. Der Nahostkonflikt dürfte dadurch aber noch lange nicht beendet sein, geben Marktteilnehmer zu bedenken. Aktuell tendiert der Preis für das Barrel Brentöl fester bei knapp 84 Dollar. Unter- nehmensseitig hat Airbnb bei der Veröffentlichung von Zweitquartalszahlen den Ausblick für das laufende Ge- schäftsjahr angehoben. Der Online-Vermittler von priva- ten Unterkünften verzeichnet nach eigenen Angaben eine rege Nachfrage und nutzt Künstliche Intelligenz (KI) zur Verbesserung der Plattform. Die Aktie verteuert sich um rund 15 Prozent. Der Kurs von Atlassian springt um rund 31 Prozent nach oben. Das Unternehmen hat vor allem in seiner Cloudsparte überraschend gut abge- schnitten. Under Armour hat im ersten Geschäftsquartal zwar aufgrund einer geringeren Nachfrage einen Um- satzrückgang verbucht, ist aber in die Gewinnzone zu- rückgekehrt. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Sportartikelanbieter nun mit einem Umsatzrückgang um einen mittleren einstelligen Prozentsatz; bisher war ein “leichter” Rückgang erwartet worden. Die Aktie fällt um 2,6 Prozent. Die Schnellrestaurantkette Wendy’s (+2,6%) hat nach einem durchwachsenen zweiten Quar- tal ihren Ausblick für 2026 zurückgezogen und die Divi- dende gekürzt. Das Unternehmen will unter anderem mit Investitionen die Trendwende schaffen. Positiv werden die Zahlen zum ersten Geschäftsquartal von Take-Two Interactive (+4,1%) aufgenommen. Der Videospielean- bieter sieht nach eigenen Angaben keine Kaufzurückhal- tung der Kunden aufgrund des konjunkturellen Umfelds. Die als zinssensitiv geltenden Technologiewerte profi- tieren nicht durchweg von den sinkenden Marktzinsen, da Anleger nach wie vor die Nachhaltigkeit der KI- bedingten Gewinne und die massiven Investitionen in Frage stellen. Unter anderem gewinnen Nvidia 2,1 Pro- zent und Intel 1,8 Prozent. Die am Donnerstag nach Zahlenvorlage abgestraften Aktien von Western Digital und Sandisk verlieren jedoch weitere 3,9 und 1,7 Pro- zent.
Asien Die Rekordstände der Wall Street beflügeln am Montag die asiatischen Börsen, die in der Mehrzahl mit Auf- schlägen notieren. Ein schwacher US- Arbeitsmarktbericht dämpft die Sorgen über kurzfristige Zinserhöhungen durch die US-Notenbank und stützt somit die Aktienmärkte. “Die Fed-Fund-Futures implizie- ren jetzt eine 57-prozentige Wahrscheinlichkeit für keine Zinsänderung im September, nach einer 54-prozentigen Wahrscheinlichkeit für eine Anhebung vor dem Arbeits- marktbericht”, erläutert Marktanalyst Matt Simpson von StoneX. Trotz der positiven Stimmung gibt es auch mahnende Stimmen im Handel, denn die Unsicherheiten über den Fortgang des Iran-Krieges und die Wiederöff- nung der für den Ölhandel so eminent wichtigen Straße von Hormus sind groß. Der südkoreanische Kospi klettert nach erneuten Volatilitäsunterbrechungen um 0,6 Prozent - erneut geben die Schwergewichte SK Hynix (+1,2%) und Samsung Electronics (+0,1%) die Richtung des Marktes vor. Bereits an den US-Börsen hatten Technologietitel aus dem Halbleitersektor vorn gelegen. Allerdings folgen die Aufschläge einer verlust- reichen Woche für asiatische Chip-Aktien, da Anleger die Nachhaltigkeit der KI-getriebenen Rally und die Bewer- tungen im Halbleitersektor neu bewerteten. Auch in Japan wird der Markt angeführt von Elektroniktiteln. Der Nikkei-225 baut um Verlauf seine Aufschläge aus und legt um 2 Prozent auf 66.920 Punkte zu. Furukawa Electric ziehen um 5,8 Prozent an. Das unerwartete De- fizit der japanischen Leistungsbilanz für Juni wird lediglich zur Kenntnis genommen. In China zeigen sich die Technologiewerte uneinheitlich, allerdings waren die jüngsten Börsentrends des Sektors hier auch nicht kom- plett nachvollzogen worden. Der HSI in Hongkong ge- winnt 0,7 Prozent, der Shanghai-Composite im Kern- land 0,2 Prozent. Im Juli hat sich die Inflation bei den Verbraucher- und auch den Erzeugerpreisen unerwartet stark abgeschwächt. Dies deutet auf eine verhaltene
www.bekb.ch | Marktkommentar | 10. August 2026 3 Binnennachfrage hin und spiegelt die Auswirkungen von Extremwetter sowie sinkenden Ölpreisen wider. Für Zhi- wei Zhang, Chefvolkswirt bei Pinpoint Asset Manage- ment, steht die Schwäche der Preisdaten im Einklang mit anderen Konjunkturdaten wie dem Einkaufsmana- gerindex, der ebenfalls stärker als erwartet gefallen war. Chinas Wirtschaftswachstum verlangsamte sich im zweiten Quartal auf das schwächste Tempo seit über drei Jahren, da ein Boom bei KI-getriebenen Exporten nicht ausreiche, um eine schleppende Binnenkonjunktur und schwache Verbraucherausgaben auszugleichen. In Australien fällt der S&P/ASX-200 um 0,5 Prozent und gibt damit einen Teil der Freitagsgewinne wieder ab. Die australische Berichtssaison nimmt diese Woche richtig Fahrt auf, wobei große Unternehmen wie West- pac und die Commonwealth Bank of Australia Ge- schäftszahlen vorlegen werden. Anleger würden auf Anzeichen dafür achten, dass die hohen Aktienkurse durch sich verbessernde Gewinne und Ausblicke ge- stützt werden, sagt Analyst Greg Boland von Moomoo Australia and New Zealand. Lithium-Aktien widersetz- ten sich der allgemeinen Schwäche: Global Lithium Resources legen um 6 Prozent zu. Treasury Wine Es- tates ziehen um 4,7 Prozent auf den höchsten Stand seit Anfang Dezember 2025 an. Die Jahresergebnisse stoßen bei RBC auf eine positive Resonanz. Die Ge- schäftszahlen lägen sowohl über der Unternehmens- prognose als auch über den Konsensprognosen.
Europa Der Dax behält sein Rekordhoch vom Freitagnachmit- tag bei 26.445 Punkten zu Wochenbeginn im Visier. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex zweieinhalb Stunden vor dem Xetra-Handelsstart 0,1 Prozent höher als am Freitagabend auf 26.346 Punkte. Trotz höherer Ölpreise präsentieren sich die Aktienmärkte in Japan und Südkorea am Montagmorgen robust. Der JPMorgan-Anlagestratege Mislav Matejka bleibt derweil optimistisch (“bullisch”) für Aktien und rechnet mit weiteren Höchstständen. Das solide Fundament der Ergebnisentwicklung sowie die alles andere als übertrie- bene Positionierung der Anleger federten den Markt immer wieder gegen Schocks von der Geopolitik oder Inflationssorgen ab, so Matejka.
Marktnachrichten
Meta: US-Gericht verhängt weitere Strafe gegen Meta Der Facebook-Mutterkonzern Meta Platforms muss im US-Bundesstaat New Mexico weitere 567 Millionen US- Dollar zahlen. Ein Gericht verhängte die zusätzliche Stra- fe wegen Vorwürfen, wonach die sozialen Netzwerke des Konzerns Kinder schädlichen Inhalten, sexueller Aus- beutung und suchtfördernden Nutzungsmustern ausge- setzt hätten. Die in dem Verfahren verhängten Zahlun- gen summieren sich damit auf 942 Millionen Dollar. Richter Bryan Biedscheid kam zu dem Schluss, dass die Plattformen von Meta Kindern in New Mexico erhebli- chen Schaden zugefügt hätten. Neben den finanziellen Sanktionen ordnete das Gericht Änderungen beim Betrieb der Plattformen in New Mexico an. Bei Nutzern unter 18 Jahren sollen die Zahlen der Likes künftig aus- geblendet werden, sofern Eltern oder Erziehungsberech- tigte deren Anzeige nicht erlauben. Zudem muss Meta Empfehlungen einschränken, die Erwachsene mit Min- derjährigen in Kontakt bringen könnten, und verhindern, dass Erwachsene minderjährige Nutzer direkt anschrei- ben. Nutzer unter 18 Jahren sollen außerdem keine Nacktdarstellungen versenden oder empfangen können.
Novo Nordisk: Bringt Abnehmpille auf den Mrakt Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk bringt seine Wegovy-Abnehmpille am 1. September in Deutsch- land auf den Markt. “Es gibt bereits Wartelisten, unsere Lastwagen stehen bereit”, sagt Emil Larsen, Vizepräsi- dent für internationale Geschäfte bei Novo Nordisk, im Interview mit dem Handelsblatt. Für das Unternehmen, das mehrere Jahre Europas höchste Marktkapitalisie- rung hatte, steht viel auf dem Spiel. Denn im lukrativen Geschäft mit Abnehmmedikamenten hat Novo Nordisk gegenüber dem US-Rivalen Eli Lilly deutliche Marktantei- le verloren. Die Abnehmpille soll die Wende bringen. Doch trotz eines Rekordstarts etwa in den USA konnte sie bislang Analysten und Investoren nicht überzeugen.
GEA: Deutliches Gewinnplus im 2. Quartal Im zweiten Quartal kletterten die organischen Auftrags- eingänge, was auch unter dem Strich für ein deutliches Wachstum sorgte. Der Anlagenbauer GEA hat im zwei- ten Quartal auch unter dem Strich ein deutliches Wachs- tum verzeichnet bei einem organischen Anstieg des Auftragseingangs von 15,4 Prozent. Treiber des ho- hen Auftragseingangs waren unter anderem die Kun- denindustrien Dairy Farming, Dairy Processing und
www.bekb.ch | Marktkommentar | 10. August 2026 4 Food. GEA hatte bereits Ende Juli vorläufige Geschäfts- ergebnisse für das zweite Quartal veröffentlicht und zudem den Ausblick erhöht. Der Konzerngewinn klet- terte um 13,8 Prozent zum Vorjahr auf 121,8 Millio- nen Euro. Der Umsatz legte organisch um 11 Prozent zu, die bereinigte EBITDA-Marge kletterte auf 17,4 von 16,5 Prozent. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet GEA ein organisches Umsatzwachstum von 6,0 bis 8,0 Prozent und eine EBITDA-Marge vor Restrukturierungs- aufwand von 17,0 bis 17,4 Prozent. Zuvor hatte der Konzern ein Wachstum von 5,0 bis 7,0 Prozent und eine operative Marge von 16,6 bis 17,2 Prozent in Aussicht gestellt. Diese Erwartung bekräftigte GEA am Montag bei Veröffentlichung der ausführlichen Ergebnisse.
Futures S&P 500 7'790