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title: "Die Deutschordensschwestern Passau feiern 405 Jahre gelebte Berufung in Universitätskirche St. Nikola Passau; 550 Jahre Dienstjahre addiert"
sdDatePublished: "2026-08-10T10:07:00Z"
source: "https://www.bistum-passau.de/artikel/professjubilaeen-deutschordensschwestern-2026"
topics:
  - name: "religion"
    identifier: "medtop:12000000"
  - name: "culture"
    identifier: "medtop:20000038"
locations:
  - "Passau"
  - "Altötting"
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Die Deutschordensschwestern Passau feiern 405 Jahre gelebte Berufung in Universitätskirche St. Nikola Passau; 550 Jahre Dienstjahre addiert

Zwei Kronjuwelen, drei Eiserne und ein Diamant

Zwei Kronjuwelen, drei Eiserne und ein Diamant

Die Deutschordensschwestern haben in der Universitätskirche St. Nikola Passau 405 Jahre gelebte Berufung gefeiert. Sechs Jubilarinnen gab es heuer: Sr. Maria-Immaculata Niederle und Sr. Gottfrieda Kolb (75 Jahre), Sr. Helene Lehmann, Sr. Mirjam Müller und Sr. Maria-Regina Zohner (65 Jahre) und Sr. Barbara Magesacher (60 Jahre).

Tra­di­tio­nell im August fei­ern die Deutsch­or­dens­schwes­tern des selbst­stän­di­gen Hau­ses Pas­sau ihre Pro­fess­ju­bi­lä­en. Die Teil­neh­mer­zahl bei der Fei­er am Sams­tag in der voll besetz­ten Uni­ver­si­täts­kir­che St. Niko­la war beein­dru­ckend. So konn­ten Hoch­schul­pfar­rer Dom­vi­kar Peter Kunz, FamOT, und Obe­rin Sr. Maria-Fran­zis­ka Mei­er, OT , neben den sechs Jubi­la­rin­nen auch vie­le Ange­hö­ri­ge, zahl­rei­che Fami­lia­re und Zele­bran­ten will­kom­men hei­ßen. Die Fest­ge­mein­de fei­er­te mit Sr. Maria-Imma­cu­la­ta Nie­der­le und Sr. Gott­frie­da Kolb ( 75 Jah­re), mit Sr. Hele­ne Leh­mann, Sr. Mir­jam Mül­ler und Sr. Maria-Regi­na Zoh­ner ( 65 Jah­re) und mit Sr. Bar­ba­ra Mage­sa­cher ( 60 Jah­re). Beein­dru­ckend sind die ins­ge­samt 405 Jah­re geleb­ter Beru­fung, die die Jubi­la­rin­nen im Diens­te der Schwes­tern­schaft vor­wei­sen kön­nen. Auf eine noch beein­dru­cken­de­re Zahl kommt Pater Frank Bayard, Haupt­ze­le­brant und Hoch­meis­ter des Got­tes­diens­tes, der an die­sem Tag sogar 550 Jah­re feie­re, weil er zusätz­lich die Dienst­jah­re zwei­er Ordens­schwes­tern für ihre jeweils 55 Jah­re hinzuzähle.

Was von einem Leben blei­be sei­en Zah­len, Daten und Fak­ten. ​ „ Dabei ist da so viel mehr im Leben von Men­schen.“, so Gene­ral­abt Pater Frank Bayard OT . Auch im Leben von Ordens­frau­en geschah und geschieht vie­les im Ver­bor­ge­nen, doch ist es wich­tig, dass sie wir­ken. ​ „ Wer den anste­cken­den Glau­ben einer Sr. Maria-Imma­cu­la­ta, die Lie­bens­wür­dig­keit einer Sr. Gott­frie­da, das anste­cken­de Lächeln einer Sr. Bar­ba­ra, die Foto­do­ku­men­ta­ti­on Sr. Hele­nas, die tie­fen­his­to­ri­schen und spi­ri­tu­el­len Füh­run­gen von Sr. Mir­jam und die geist­rei­chen Wort­spie­le einer Sr. Maria-Regi­na ken­nen­lernt, der erkennt, dass Ordens­le­ben, auch ein Frag­ment für ein gutes Leben sein kann “, so der Hoch­meis­ter. Es gehe nicht dar­um zu ver­klä­ren oder Din­ge schön­zu­re­den, son­dern um geleb­tes Leben. Um Leben mit Höhen und Tie­fen, mit Erfol­gen und Schei­tern, getra­gen von einem Glau­ben an einen Gott, der da ist. Das Wir­ken Jesu, so der Pater, zei­ge sich nicht im Geschwätz, nicht im ​ „ Man-müss­te-mal“, son­dern im Anpa­cken, so wie es unse­re Jubi­la­rin­nen tun und getan haben. Wich­tig, so Pater Bayard sei es, nie das Ver­trau­en ein­zu­bü­ßen, dass Gott alles zum Guten füh­ren werde.

Ein emo­tio­na­ler Moment trat ein, als der Zele­brant die Anwe­sen­den auf­rief, gemein­sam für Sr. Rosa­lin­da zu beten, bei der sich für alle über­ra­schend der bevor­ste­hen­de Abschied ankün­digt. Es war offen­sicht­lich, dass die Gedan­ken der Mit­schwes­tern an die­sem Tag eben­falls bei ihrer Weg­ge­fähr­tin waren. Gera­de in die­sem Pro­zess des Los­las­sens wur­de das tie­fe Gott­ver­trau­en der Deutsch­or­dens­schwes­tern spür­bar. In ihrer Anspra­che ver­wies die Obe­rin dar­auf, dass es ein beson­de­res Jahr sei, in dem die Jubi­la­rin­nen fei­ern. Am 26 . August 1946 hät­ten die ver­trie­be­nen Schwes­tern den Kon­vent errich­tet. Heu­te kön­ne man nur noch ahnen, wel­che Mühen, wel­cher Ver­zicht, aber vor allem wel­ches Gott­ver­trau­en von Anfang an eine Rol­le gespielt haben müs­se, so Obe­rin Sr. Maria-Fran­zis­ka Mei­er. Sie dank­te den Jubi­la­rin­nen sehr herz­lich im Namen der gesam­ten Schwes­tern­schaft für ihre lang­jäh­ri­ge Ver­bun­den­heit und ihr Wir­ken in der Gemein­schaft. Wert­schät­zen­de Dan­kes­wor­te rich­te­te die Obe­rin an Hoch­meis­ter und Haupt­ze­le­brant Gene­ral­abt Pater Bayard sowie die zahl­rei­chen Kon­ze­le­bran­ten, dar­un­ter auch Pri­or Pater Chris­ti­an Stue­fer, der erst­ma­lig mit­fei­er­te, sowie an den frisch zum Dia­kon geweih­ten Fra­ter Fabi­an Lech­ner, bei­de OT . Für die musi­ka­li­sche Umrah­mung sorg­ten Orga­nist Chris­ti­an Mül­ler sowie Dom­kan­tor Maxi­mi­li­an Jäger mit sei­nem Ensem­ble. Auch ihnen sprach die Obe­rin ihren Dank aus.

Tho­mas Jün­ger, Ball­ei­meis­ter der Ball­ei Deutsch­land beton­te in sei­ner Fest­re­de, dass die Pro­fess­ju­bi­lä­en jedes Jahr auch ein Höhe­punkt für die Fami­lia­ren sei­en. Man feie­re zwei­mal 75 Jah­re, drei­mal 65 Jah­re und ein­mal 60 Jah­re – das hei­ße Kron­ju­we­len­ju­bi­lä­um, Eiser­nes und Dia­man­te­nes Jubi­lä­um. In einem klei­nen his­to­ri­schen Rück­blick zitier­te der Ball­ei­meis­ter aus dem Beschluss vom 08 . August 1945 den dama­li­gen Cari­tats­di­rek­tor Lud­wig Penz­ko­fer, der das ehe­ma­li­ge Chor­her­ren­stift in Pas­sau den Deutsch­or­dens­schwes­tern über­tra­gen woll­te und damit den Grund­stein für die wei­te­re Ent­wick­lung leg­te. Im Namen aller Fami­lia­re dank­te er den Jubi­la­rin­nen. Beson­ders hob er die his­to­ri­sche Arbeit Sr. Mir­jams zur Bewah­rung der Geschich­te der Deutsch­or­dens­schwes­tern und Sr. Maria-Regi­nas Empa­thie gegen­über den Fami­lia­ren hervor.

Kom­tur Dr. Tho­mas Koch von der Kom­tu­rei an der Donau ver­wies dar­auf, dass 405 Jah­re eine unge­heu­re Zahl sei­en. Dahin­ter stün­den Jahr­zehn­te geleb­ten Glau­bens. Der Kom­tur bemerk­te auf­fäl­li­ge Gemein­sam­kei­ten mit einer Ehe: ​ „ Am Anfang steht ein Ver­spre­chen vor Gott. Bei­de Gelüb­de begrün­den eine beson­de­re Lebens­form. Bei­de ver­lan­gen Treue und Ver­läss­lich­keit.“, so Dr. Koch. Er dank­te den Jubi­la­rin­nen sehr herz­lich für alles, was sie über vie­le Jahr­zehn­te für den Orden und die Kir­che geleis­tet haben. Noch vor Abschluss des Fest­got­tes­diens­tes war es ein Her­zens­an­lie­gen der Schwes­tern­schaft, Pater Bayard zu ehren, der in Kür­ze eben­falls Jubi­lä­um feie­re. Sr. Gott­frie­da, Sr. Mir­jam und Sr. Maria-Regi­na gra­tu­lier­ten im Namen aller zu sei­nem 25 -jäh­ri­gen Pro­fess­ju­bi­lä­um und über­reich­ten sym­bo­li­sche Geschen­ke. So über­gab Sr. Gott­frie­da einen irde­nen Krug, der sowohl für ein sta­bi­les, lan­ges Ordens­le­ben wie auch für die Sehn­sucht ste­he, mit dem Was­ser des Lebens gefüllt zu wer­den. Aus den Hän­den von Sr. Mir­jam konn­te Pater Frank ein Bild ent­ge­gen­neh­men, ver­bun­den mit dem Wunsch, dass er das wech­sel­sei­ti­ge Tra­gen auf sei­nem wei­te­ren Berufs­weg stets erfah­ren möge. Sr. Maria-Regi­na über­reich­te noch einen ver­sil­ber­ten Blu­men­gruß. ​ „ Sil­ber,“ so Sr. Maria-Regi­na, ​ „ wir­ke anti­mi­kro­biell“. Sie wünsch­te dem Gene­ral­abt vor allem Durch­hal­te­kraft und Got­tes Beistand.

Nach den Got­tes­dienst­fei­er­lich­kei­ten wech­sel­ten die Jubi­la­rin­nen mit ihren Gäs­ten von der Uni­ver­si­täts­kir­che ins Refek­to­ri­um bzw. in den Innen­hof des Niko­laklos­ters. Bei strah­len­dem Son­nen­schein und in herz­li­cher Atmo­sphä­re genoss man das Gespräch in net­ter Gemein­schaft. Freu­dig über­rascht wur­den die Jubi­la­rin­nen noch mit einem Ständ­chen und ein paar Ver­sen zu ihren Ehren. Für eine wei­te­re erfreu­li­che Nach­richt sorg­ten Hoch­meis­ter Pater Bayard und Obe­rin Sr. Maria-Fran­zis­ka: Sie freu­en sich über drei neue Inter­es­sen­tin­nen, die zukünf­tig ger­ne Teil der Schwes­tern­ge­mein­schaft sein möch­ten. Damit ste­hen auch im wei­te­ren Jah­res­ver­lauf beson­de­re Ereig­nis­se an wie der run­de Geburts­tag einer Mit­schwes­ter und die Neuaufnahmen.

Text + Fotos: Bir­git Kölbl-Grantner

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