Erziehungsberatungsstellen der Caritas in Baden-Württemberg verzeichnen weiterhin hohe Nachfrage von Eltern, Kindern und Jugendlichen; 14-Jährige heute 20 Jahre alt

„Wenig Übung darin, Beziehungen anzubahnen“

Pressemitteilung 70188 Stuttgart „Wenig Übung darin, Beziehungen anzubahnen“ Erziehungsberatungsstellen der Caritas verzeichnen weiterhin hohe Nachfrage – soziale Ängste, Isolation und Schwierigkeiten beim Aufbau von Beziehungen nach wie vor hoch Erschienen am: 10.08.2026 Herausgeber: Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart e. V. Kommunikation und Markenpolitik Strombergstraße 11 70188 Stuttgart +49 711 2633-1112 +49 711 2633-1115 +49 711 2633-1112 +49 711 2633-1115 +49 711 2633-1115 info@caritas-dicvrs.de www.caritas-rottenburg-stuttgart.de

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„Wenig Übung darin, Beziehungen anzubahnen“

Erziehungsberatungsstellen der Caritas verzeichnen weiterhin hohe Nachfrage – soziale Ängste, Isolation und Schwierigkeiten beim Aufbau von Beziehungen nach wie vor hoch

Die Folgen der Lockdowns während der Corona-Pandemie wirken bei vielen jungen Menschen bis heute nach. Darauf weisen die Erziehungsberatungsstellen der Caritas in Baden-Württemberg anlässlich des Internationalen Tags der Jugend (12. August) hin. Besonders der zeitweise Wegfall persönlicher Kontakte zu Gleichaltrigen habe die soziale und psychische Entwicklung vieler Jugendlicher nachhaltig beeinträchtigt. Die hohe Nachfrage nach psychologischer Erziehungsberatung, die mit Corona nach oben schnellte, habe bis jetzt nicht nachgelassen.

Während der Pandemie stieg die Zahl psychischer Belastungen und Erkrankungen bei jungen Menschen deutlich an. Treffen mit Freundinnen und Freunden waren über lange Zeit kaum oder gar nicht möglich. Vielen Jugendlichen fehlten dadurch wichtige Erfahrungen im direkten Miteinander: gemeinsame Aktivitäten, spontane Begegnungen, Konflikte und Versöhnung, Nähe und Zugehörigkeit. Viele Jugendliche hätten in einer entscheidenden Lebensphase nicht gelernt, wie man Freundschaften aufbaut und Beziehungen anbahnt, lautet das Fazit der psychologischen Beraterinnen und Berater. Die damals 14-Jährigen seien heute 20 Jahre alt - und manche Schwierigkeiten zeigten sich nun im jungen Erwachsenenalter besonders deutlich.

Dies äußere sich etwa darin, dass sich das intensive “Zocken” im Jugendalter nicht ausgewachsen habe, sondern im Erwachsenenalter fortgesetzt werde. Gleichzeitig lebten viele junge Erwachsene ohne Partnerschaft und verfügten nur über wenig Erfahrung darin, Kontakte zu knüpfen oder Beziehungen aufzubauen. Ein Teil der jungen Erwachsenen habe soziale Ängste entwickelt, ziehe sich zurück und bleibe lieber zu Hause, als sich auf Begegnungen mit anderen einzulassen.

Bei den psychologischen Erziehungsberatungsstellen der Caritas in ganz Baden-Württemberg werden in der Beratung neue Wege gesucht. Im Mittelpunkt steht unter anderem die Frage, wie junge Menschen wieder leichter mit anderen in Kontakt kommen können. In einem geschützten Rahmen üben sie, auf andere zuzugehen, Gespräche zu führen und soziale Sicherheit zurückzugewinnen.

Die Psychologischen Beratungsstellen der Caritas unterstützen Eltern, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bei Erziehungsfragen, familiären Konflikten und psychischen Belastungen. Das Angebot steht allen Menschen offen - unabhängig von ihrer Konfession. In der Diözese Rottenburg-Stuttgart gibt es 17 Psychologische Beratungsstellen, in der Erzdiözese Freiburg sind es 14.

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