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title: "D.SPORTS organisiert Flag-Football-WM in Düsseldorf; erstes Flag-Football-WM in Deutschland"
sdDatePublished: "2026-08-10T11:33:00Z"
source: "https://www.dosb.de/aktuelles/news/detail/eine-wm-ist-nie-business-as-usual-aber-unser-brot-und-butter-geschaeft"
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D.SPORTS organisiert Flag-Football-WM in Düsseldorf; erstes Flag-Football-WM in Deutschland

„Eine WM ist nie Business as Usual, aber unser Brot-und-Butter-Geschäft“

„Eine WM ist nie Business as Usual, aber unser Brot-und-Butter-Geschäft“

Sonja Oberem ist bei D.SPORTS Projektleiterin für die Flag-Football-WM, die vom 13. bis 16. August in Düsseldorf stattfindet. Hier schildert sie, welches Potenzial der Sport hat und welche Rolle er für die Positionierung der Sportstadt Düsseldorf spielt.

DOSB: Sonja, bei D.SPORTS beschreibt ihr euch selbst als Event-Expert*innen. Warum passt eine WM im Flag Football optimal in euer Portfolio?

Sonja Oberem: Wir sind auf Sportgroßveranstaltungen spezialisiert und haben in diesem Bereich umfangreiche Expertise. Und wir sind überzeugt davon, dass die Flag-Football-WM wunderbar nach Düsseldorf passt. Die Anlage in Garath ist dafür prädestiniert. Insofern freuen wir uns sehr, dass wir den Zuschlag bekommen haben, sie zu organisieren.

Wie kam es überhaupt dazu, dass ihr diese WM organisiert, seit wann seid ihr damit befasst und mit wie vielen Menschen arbeitet ihr daran?

In der aktuellen Hochphase arbeiten wir fast mit der kompletten D.SPORTS-Crew daran, das sind rund 20 Personen. Der Pitch fand im Herbst 2024 statt, seitdem laufen intensive Gespräche. Den Zuschlag haben wir dann im Sommer vergangenen Jahres bekommen, seitdem sind wir in der Planung. Nach der Bekanntgabe des Gastgebers hat sich unser Organisationsteam formiert. Man fängt dann praktisch bei null an. Auf der Anlage in Garath gibt es bisher zwei Flag-Football-Felder, aber wenn man die Anlage jetzt sieht und sie mit dem Zustand vergleicht, der während der WM herrschen wird, wird man sie wahrscheinlich nicht wiedererkennen. Gemeinsam mit der Stadt und den New England Patriots haben wir dort bereits 2025 zwei Flag-Football-Felder eröffnet und so ist dort ist ein Komplex entstanden. Diese Felder sind als Warm-up-Courts in die WM eingebunden. Das ganze Thema Flag Football steht also schon länger auf unserer Agenda, ist durch die Düsseldorf Firecats auch in der Stadt verankert.

Es gab noch nie eine Flag-Football-WM in Deutschland. An welchen vorangegangenen Veranstaltungen habt ihr euch orientiert?

Es stimmt, diese WM ist ein neues Themenfeld für uns. Grundsätzlich funktionieren Sportgroßveranstaltungen zwar nach ähnlichem Muster, aber man muss sich auf jede Sportart durchaus spezifisch einstellen. Wir beherrschen es, Anlagen so umzugestalten, dass sie dem entsprechenden Anlass gerecht werden. Das macht unseren Job aus, dass wir in der Lage sind, mobile Tribünen und temporäre Bauten zu errichten. Für alle Bereiche haben wir glücklicherweise im eigenen Haus Spezialisten, die wir hinzuzuziehen können, seien es Produktion, Kommunikation, Marketing, Ticketing oder Sales. Wir können Hand in Hand mit internen Kollegen arbeiten, was gerade in den Absprachen ein unschätzbarer Vorteil ist. Eine WM ist zwar nie Business as Usual, aber alles, was damit zusammenhängt, ist schon unser Brot-und-Butter-Geschäft.

Wenn du diese WM von ihrer Bedeutung her einordnest in das, was ihr schon alles erlebt und organisiert habt, welchen Stellenwert hat sie für euch als Agentur?

Sie ist eine der herausragendsten Veranstaltungen, allein wegen ihrer sportlichen Bedeutung, das ist schon etwas anderes als eine nationale Meisterschaft. Wir haben zwar schon einige Welt- und Europameisterschaften mitorganisiert, zum Beispiel im Tischtennis, Fechten oder Beachvolleyball, haben das Weltrekordspiel zur Eröffnung der Handball-EM gehostet, sind für den Marathon in Düsseldorf zuständig, waren am Grand Départ der Tour de France 2017 beteiligt und bei der Fußball-EM 2024 Host City. Aber so eine WM hat einen hohen Stellenwert, vor allem im Zusammenhang mit der Möglichkeit, sich für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles qualifizieren zu können.

Was sind organisatorisch die größten Herausforderungen, vor denen ihr standet oder noch immer steht?

Es wäre nicht gut, wenn wir jetzt noch vor großen Herausforderungen stehen würden. Wir sind mit den Planungen sehr weit fortgeschritten und nehmen nur noch Feintuning vor. Seit Anfang August läuft der Aufbau. Dabei ist die größte Herausforderung bei einer Outdoorveranstaltung immer, die temporären Bauten zu errichten, die notwendigen Genehmigungen einzuholen, das Gelände entsprechend zu präparieren, damit es den Standard hat, den eine WM verdient. All das muss man im Blick behalten.

Es sind für diese WM 32 Teams zu Gast. Wie läuft das organisatorisch ab? Werden alle Spiele auf demselben Platz ausgetragen, oder gibt es mehrere Spielorte?

Das gesamte Turnier wird auf einer Anlage durchgeführt. Wir haben mehrere Warm-up-Felder und drei Turnierfelder, von denen eines als Main Field hergerichtet ist. Dort stehen auch die größten Tribünen, die 3.400 Menschen Platz bieten. Dazu gibt es kleinere Tribünen, einen VIP-Bereich für 130 Menschen. Wir werden eine Fanzone haben, LED-Leinwände zur Übertragung der Spiele. Insgesamt können pro Tag 5.000 Menschen auf die Anlage kommen. Für Donnerstag und Freitag gibt es noch Kapazitäten, für die beiden Wochenendtage sind die Tribünentickets schon ausverkauft, es wird aber noch Ground Tickets geben. Erhältlich ist das alles unter diesem Link: Veranstaltungen von IFAF World Flag 2026 | vivenu .

Die Ausrichtung einer WM ist immer etwas Besonderes, und wir wollen auch in Zukunft solche Veranstaltungen organisieren, insofern erhoffen wir uns von dieser WM eine Bühne auch für uns als Sportstadt. Sonja Oberem Projektleitung Flag-Football-WM D.SPORTS

Die Ausrichtung einer WM ist immer etwas Besonderes, und wir wollen auch in Zukunft solche Veranstaltungen organisieren, insofern erhoffen wir uns von dieser WM eine Bühne auch für uns als Sportstadt.

Was ist im Begleitprogramm geplant?

Es gibt diverse Mitmachaktionen von Partnern wie der NFL, die Franchises der verschiedenen Teams werden mit Aktivierungen oder Maskottchen vor Ort sein. Es wird ein Influencer-Combine der New England Patriots geben, viel Merchandising-Verkauf, umfangreiches Gastronomie-Angebot. Man kann auf dem Gelände auch außerhalb der Spiele gut verweilen und viel erleben.

Wie funktioniert der Austausch mit dem Weltverband und dem nationalen Verband?

Wir sind rein für die Gesamtorganisation zuständig. Unser Ansprechpartner ist der Weltverband IFAF, der dann die Kommunikation mit den nationalen Verbänden und den sportlichen Ablauf übernimmt. Wir organisieren den Transport für die Teams, sorgen für die Unterbringung und die gesamte Infrastruktur wie Catering, Umkleidekabinen, Physiotherapie.

Welche Rolle spielt die NFL Deutschland für die Ausrichtung des Events?

Eine große, sie sind ein wichtiger Partner, gerade was die Bereiche Marketing und Kommunikation angeht. Da die NFL Deutschland in Düsseldorf ansässig ist, haben wir kurze Wege, es gibt regelmäßige Meetings in der Woche, wir stimmen viele Aktionen ab. Gerade für das Thema Reichweite ist die NFL, und da schließen wir natürlich auch die Hauptorganisation in den USA ein, eine großartige Hilfe. Sie ist in das Thema Flag Football in Deutschland zum Beispiel über Schulprojekte schon länger sehr involviert und ist in allem, was die WM angeht, extrem engagiert. Wir sind sehr dankbar für die Hilfe und nehmen diese gern an.

Wer sind zusätzlich wichtige Unterstützer?

Wir sind als D.SPORTS ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stadt, arbeiten deshalb sehr eng mit allen Ämtern und Behörden zusammen und haben kurze Entscheidungswege, so dass es ein Arbeiten Hand in Hand ermöglicht. Sowohl die Landeshauptstadt Düsseldorf als auch das Land Nordrhein-Westfalen unterstützen uns ebenfalls mit einem Zuschuss in einer Größenordnung, die eine hohe Sichtbarkeit garantiert. Natürlich wird die WM auch genutzt, um die Bewerbung der Region KölnRheinRuhr in den Fokus zu rücken. In dieser Phase, in der der nationale Kandidat ausgewählt wird, ist jede Veranstaltung mit internationaler Strahlkraft wichtig.

Die Aufnahme ins Olympiaprogramm ist für Flag Football ein Bekanntheits-Boost. Welches Potenzial seht ihr für den Sport in Deutschland in den kommenden Jahren?

Das ist natürlich schwer einzuschätzen. Ob Flag Football in Deutschland ein Boom-Sport wird, bleibt abzuwarten, die Bekanntheit ist in den vergangenen Jahren dank der Aufnahme ins Olympiaprogramm und der Vergabe der WM nach Düsseldorf auf jeden Fall deutlich gewachsen. Wir fördern ja nicht nur den Sport, sondern auch Düsseldorfer Athletinnen und Athleten, die besonders aussichtsreiche Chancen auf eine Olympia-Teilnahme haben. Wir glauben also daran, dass Flag Football viel Potenzial hat. Es fängt ja erst langsam an anzurollen. Mit Sicherheit könnten in Düsseldorf auch künftig weitere Großveranstaltungen im Flag Football stattfinden, unabhängig davon, ob der Sport im Olympiaprogramm bleibt oder nicht. Ich hoffe aber sehr, dass er zumindest 2032 in Brisbane noch dazugehören wird.

Welche Auswirkungen erhofft ihr euch abseits des sportlichen Stellenwerts von der Ausrichtung der WM in Düsseldorf? Wann wäre die WM für euch ein Erfolg?

Aus meiner Sicht wäre sie ein Erfolg, wenn vom ersten Aufbau bis zum Abbau des letzten Zauns organisatorisch alles gut funktioniert. Die Gesamtdarstellung ist wichtig, auch die Zuschauerzahlen spielen für uns eine Rolle, wie die Veranstaltung vom Publikum angenommen wird. Die Ausrichtung einer WM ist immer etwas Besonderes, und wir wollen auch in Zukunft solche Veranstaltungen organisieren, insofern erhoffen wir uns von dieser WM eine Bühne auch für uns als Sportstadt.

Hat eine WM in einer Randsportart angesichts der Abstiege der Fußballer von Fortuna Düsseldorf in die Dritte Liga und der Düsseldorfer EG im Eishockey in die DEL 2 eine höhere Bedeutung für die Stadt?

Für die Stadt ist das schade, natürlich merkt man es, wenn die beiden bekanntesten Vereine der Stadt sportlich nicht erfolgreich sind. Wir unterstützen die lokalen Vereine durch optimale Rahmenbedingungen und moderne Sportstätten, bei der Vermarktung und Vermittlung von Sponsoring sehr stark. Generell setzen wir bei D.SPORTS auf den Dreiklang aus internationalen Sportgroßveranstaltungen, Athletenförderung und Unterstützung der lokalen Vereine. Es ist für uns natürlich nicht schön, dass es diese Abstiege der prominenten Clubs gab, aber das verändert nicht unseren Fokus, wir gehen deshalb nicht ausschließlich auf internationale Sportgroßveranstaltungen. Aber eine WM ist immer riesig und sollte im Fokus stehen.

Dann wünsche ich viel Erfolg bei der Durchführung und danke für das Gespräch!

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