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title: "GEW Niedersachsen fordert Arbeitszeiterfassung für Lehrkräfte in Niedersachsen; GEW-App startet nach Herbstferien"
sdDatePublished: "2026-08-10T11:28:00Z"
source: "https://www.gew-nds.de/aktuelles/detailseite/gew-arbeitszeiterfassung-in-schulen-muss-kommen-echter-personalbedarf-soll-ermittelt-werden-hitzeschutz-ampeln-fuer-alle-klassenzimmer"
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GEW Niedersachsen fordert Arbeitszeiterfassung für Lehrkräfte in Niedersachsen; GEW-App startet nach Herbstferien

Arbeitszeiterfassung / Personalbedarf ermitteln / „Hitzeschutz-Ampeln“ | GEW - Niedersachsen

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Niedersachsen geht mit drei Kernforderungen an die Landesregierung ins neue Schuljahr: eine Arbeitszeiterfassung für Lehrkräfte, die Ermittlung des tatsächlichen Personalbedarfs und ein Schulgebäudekataster. In einer Pressekonferenz zum Schuljahresbeginn stellte die Bildungsgewerkschaft die Details dar.

„Die Klimakrise und ihre Hitzewellen sind in vielen Klassenzimmern zu spüren. Das Lernen und Arbeiten in Räumen, die nicht vor hohen Temperaturen schützen, wird zunehmend schwieriger. Schulen sind nicht nur Lernorte für Kinder und Jugendliche, sondern ebenso Arbeitsplätze von Beschäftigten“, erläuterte der GEW-Landesvorsitzende Stefan Störmer. Das Land Niedersachsen als Dienstherr und Arbeitgeber sei nun dringend gefordert, den Arbeits- und Gesundheitsschutz zu gewährleisten. Immer mehr Hitzefrei stelle keine Lösung dar, betonte er. „Wir brauchen zunächst ein Gebäudekataster aller Schulen beim Land, das zusammen mit den Kommunen erstellt wird. Ein Hin und Her bei der Verantwortlichkeit darf es nicht geben“, forderte der GEW-Landesvorsitzende gemeinsame Anstrengungen, da die Schulbeschäftigten beim Land verbeamtet oder angestellt sind und die Kommunen die Gebäude stellen. Im neuen Gebäudekataster solle von den Schulen verzeichnet werden, ob ein Raum bereits klimatisiert ist und ob es Änderungsbedarf gibt: „Eine `Hitzeschutz-Ampel´ würde zur Einordnung helfen. Bei Rot muss umgehend klimatisiert werden, bei Gelb ist es nachrangig und bei Grün nicht notwendig“, sagte Störmer. Finanzschwachen Kommunen solle bei der Umsetzung der Hitzeschutzmaßnahmen anschließend geholfen werden.

Echter Personalbedarf an Schulen muss ermittelt werden

Die rot-grüne Landesregierung habe in den vergangenen Jahren die Zahl der Schulbeschäftigten Stück für Stück erhöht, das erkenne die Bildungsgewerkschaft ausdrücklich an. Vielerorts zeige sich jedoch weiterhin erheblicher Personalmangel. „Die Zahlenspielereien bei den Stellenausschreibungen müssen aufhören. Schon lange wird im Ministerium jeweils ein Wert festgelegt, der zum entsprechenden Einstellungstermin angestrebt wird. Anschließend berichtet man dann, wie viel Prozent von dieser selbst gesteckten Zahl erreicht wurde“, kritisierte der GEW-Landesvorsitzende. Die GEW Niedersachsen fordert hier einen Paradigmenwechsel in Form einer belastbaren Bedarfsermittlung. „Nun muss endlich der tatsächliche Personalbedarf in Niedersachsens Schulen berechnet werden. Auch wenn die Stellen zunächst nicht besetzt werden können, braucht es einen offenen Umgang mit den Personallücken“, betonte er. Innerhalb des Jahres erwarte er ein Ergebnis.

GEW entwickelt App für fehlende Arbeitszeiterfassung

Das Land Niedersachsen setzt die seit 2019 bestehende Pflicht zur vollständigen Arbeitszeiterfassung (Start, Ende und Unterbrechungen) in der Regel in allen Arbeitsbereichen um – außer in den Schulen, bemängelte die stellvertretende GEW-Landesvorsitzende Isabel Rojas. „Zäh hält sich das Narrativ, die Arbeitszeit von Lehrkräften könne nicht vollumfänglich und nur in Unterrichtsstunden erfasst werden. Dabei hat das Bundesarbeitsministerium im Mai 2025 klargestellt, dass es keine rechtlichen Argumente gegen die Arbeitszeiterfassung bei Lehrerinnen und Lehrern gibt“, berichtete Rojas. Die Arbeitszeitstudien der verschiedenen GEW-Landesverbände hätten ebenso das Gegenteil bewiesen, angefangen mit der Göttinger Arbeitszeitstudie in Niedersachsen, die von der GEW bereits vor zehn Jahren im August 2016 vorgestellt wurde. „Das Kultusministerium ist hier als Arbeitgeber In der Verantwortung, aber entzieht sich bisher der Pflicht und versucht, Sonderregelungen für den Schulbereich zu erwirken“, kritisierte die stellvertretende Landesvorsitzende. Die GEW erwarte weiterhin vom Land, die Voraussetzungen für eine Arbeitszeiterfassung in den Schulen zu schaffen, will ihren Mitgliedern allerdings in Kürze eine eigene App dafür zur Verfügung stellen. „Nach den Herbstferien soll unsere GEW-App starten. Sie bietet die Möglichkeit, nicht nur individuelle, sondern auch strukturelle Zuvielarbeit festzustellen“, kündigte Rojas an. Dieser Beitrag zum Gesundheitsschutz der Beschäftigten sei eminent wichtig und dürfe nicht mehr aufgeschoben werden, betonte sie.

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