427 neue LiVs starten am 1. August in Hamburg in die zweite Phase ihrer Lehrkräfteausbildung; 11 mit ausländischen Lehramtsabschlüssen

Katharina von Fintel: „Wo demokratische Regeln missachtet werden, braucht es Widerspruch!“

Bildungsstaatsrätin Katharina von Fintel: „Sie verpflichten sich damit den Grundwerten unseres demokratischen Gemeinwesens. Das ist weit mehr als ein formaler Akt. Dieses Bekenntnis wird in Ihrem beruflichen Alltag immer wieder eine Rolle spielen. Als Lehrkraft vertreten Sie keine parteipolitische Position. Gegenüber Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit können Sie jedoch nicht neutral bleiben. Wo die Würde eines Menschen infrage gestellt wird, braucht es Klarheit.

Wo demokratische Regeln missachtet werden, braucht es Widerspruch. In Ihrer Ausbildung haben Sie sicher vom Beutelsbacher Konsens gehört. Er gehört zu den Grundlagen politischer Bildung. Lehrkräfte dürfen junge Menschen nicht überwältigen oder ihnen eine bestimmte Meinung vorgeben. Ihre Aufgabe ist es, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen und die Schülerinnen und Schüler dabei zu unterstützen, sich ein eigenes Urteil zu bilden. Das bedeutet zugleich, Positionen einzuordnen. Eine demokratische Schule muss deutlich machen, wo die Grenze des Sagbaren überschritten wird und aus einer Meinung ein Angriff auf andere Menschen oder auf unsere freiheitliche Ordnung wird.“

Die Schullandschaft Hamburgs – und auch die Stadt selbst – sind bundesweit nach wie vor beliebt unter den angehenden Lehrkräften: Sowohl die Anzahl der neuen LiVs als auch die der Bewerbungen sind im Vergleich zum vorherigen Einstellungstermin im Februar (938 Bewerbungen) noch einmal angestiegen. Mit 1.062 Bewerbungen gibt es jetzt weit mehr als doppelt so viele Bewerbungen wie Plätze im Vorbereitungsdienst. Die Einstellungsquote liegt bei 39 Prozent. Die neuen LiVs werden nun 18 Monate lang im Landesinstitut für Qualifizierung und Qualitätsentwicklung in Schulen (LI) und in den Schulen ausgebildet.

Die Bewerbungen verteilen sich wie immer sehr unterschiedlich auf die einzelnen Lehrämter. Besonders beliebt waren wie schon in den Vorjahren die Plätze für den Vorbereitungsdienst zum Lehramt Sekundarstufe I und II. 580 junge Menschen hatten sich auf die 196 angebotenen Plätze beworben. Am zweithöchsten nachgefragt war das Lehramt an Grundschulen, hier gab es 193 Bewerbungen um die insgesamt 66 Plätze. Der Anteil an Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern ist im Vergleich zum Einstellungstermin im Vorjahr erneut gesunken und umfasst inzwischen lediglich 3,8 Prozent aller Plätze (August 2025: 7,4 Prozent).

Das Durchschnittsalter der Nachwuchslehrkräfte liegt bei 30,2 Jahren, die älteste Person ist 60, die jüngsten sind 23 Jahre alt. Mit 72,6 Prozent überwiegen die weiblichen Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst deutlich. Nur 28,4 Prozent aller neu eingestellten Nachwuchslehrkräfte sind männlich. Allerdings ist ihr Anteil im Vergleich zum Februar dieses Jahres (24,3 Prozent) wieder gestiegen. Vor einem Jahr (August 2025) waren 31 Prozent der LiVs männlich. Am höchsten ist der Anteil männlicher Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst für das Lehramt an den Berufsschulen (44,7 Prozent), gefolgt vom Lehramt für die Sekundarstufen I mit 40 Prozent und dem Lehramt für die Sekundarstufe I und II mit 34,7 Prozent. Mit einem Anteil von 92,4 Prozent findet man die meisten weiblichen Nachwuchslehrkräfte wie schon in den Vorjahren an Hamburgs Grundschulen.

Mit der Erhöhung der Bewerbungszahlen im Verhältnis zu Plätzen im Vorbereitungsdienst hat sich der Notendurchschnitt des Ersten Staatsexamens der angenommenen LiVs auf 1,64 noch weiter verbessert (Februar 2025: 1,68). Am besten sind die Abschlusszensuren der neuen Referendarinnen und Referendare für das Lehramt für Sonderpädagogik mit der Note 1,54.

Rund 51 Prozent der neu eingestellten LiVs haben bereits ihr Erstes Staatsexamen in Hamburg absolviert und sind der Stadt ihres Studiums treu geblieben.

Rückfragen der Medien Pressestelle Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung (BSFB) Telefon: 040 42863 2003 E-Mail: pressestelle@bsfb.hamburg.de Internet: www.hamburg.de

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Katharina von Fintel: „Wo demokratische Regeln missachtet werden, braucht es Widerspruch!“

427 neue Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst sind zum 1. August in die zweite Phase ihrer Lehrkräfteausbildung gestartet, elf von ihnen wurden mit ausländischen Lehramtsabschlüssen eingestellt. Als Willkommensgeste werden die angehenden Lehrerinnen und Lehrer traditionell zum feierlichen Senatsempfang ins Hamburger Rathaus eingeladen. Entsprechend voll war am heutigen Montagmorgen der Große Festsaal, in dem die jungen Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst – abgekürzt LiVs – mit Musik, einer feierlichen Ansprache von Bildungsstaatsrätin Katharina von Fintel und anschließender Vereidigung empfangen wurden. Dass diese Vereidigung weit mehr als ein formaler Akt ist, unterstrich von Fintel in ihrem Grußwort.

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