Bezirksvertretung Ehrenfeld benennt Planstraße Klara-Caro-Straße in Köln-Ehrenfeld; Namensgebung ehrt jüdische Aktivistin Klara Caro
Beschlussvorlage
Dezernat, Dienststelle VIII/23/235/1
Vorlagen-Nummer
2039/2026 Freigabedatum
Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Benennung einer Planstraße im Bebauungsplan Nr. 66461/16 mit dem Arbeitstitel: Franz-Geuer-Straße in Köln-Ehrenfeld
Beschlussorgan Bezirksvertretung 4 (Ehrenfeld) Gremium Datum
Beschluss: Die Bezirksvertretung Ehrenfeld beschließt, die Planstraße, die von der Pellenzstraße in nord- östliche Richtung abgeht und nach etwa 92 Metern in die Stammstraße mündet, in
Klara-Caro-Straße zu benennen.
Bezirksvertretung 4 (Ehrenfeld) 21.09.2026
2 Haushaltsmäßige Auswirkungen
Nein Auswirkungen auf den Klimaschutz
Nein
Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung)
Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung)
Begründung: Das Plangebiet liegt im Osten des Stadtbezirks Köln-Ehrenfeld, im Stadtteil Ehrenfeld. Der Geltungsbereich des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes umfasst eine Fläche von ca. 2,2 ha. Das Plangrundstück wird im Wesentlichen durch die vorhandene Wohnbebauung entlang der Stammstraße im Norden, die Prälat-Ludwig-Wolker Bezirkssportanlage und die Fuchs- straße im Osten, die Bebauung an der Venloer Straße und der Franz-Geuer-Straße im Süden, sowie durch die Bebauung zwischen Pellenzstraße und Stammstraße im Westen begrenzt. Ziel der Planung ist die Entwicklung eines innerstädtischen Quartiers, das überwiegend dem Wohnen dient, auf einer brachgefallenen Gewerbefläche. Es sollen ca. 430 Wohneinheiten, davon 30% öffentlich gefördert, in unterschiedlicher Größe und Wohnformen entstehen. Der städtebauliche Entwurf sieht geschlossene Blockrandbebauungen vor und greift damit die Ty- pologie der Umgebung auf. Ein weiteres Ziel der Planung ist es, den Autoverkehr im Inneren des Quartiers auf ein notwendiges Minimum, also nur für die Ver- und Entsorgung zu begren- zen. Das gesamte Wegenetz innerhalb des Quartiers soll für die Allgemeinheit nutzbar sein und neue Fußweg- und Fahrradverbindungen zwischen den umliegenden Straßen und Wegen ermöglichen.
Zu dem Benennungsvorschlag Klara Caro wurde am 06.01.1886 in Berlin geboren und verstarb am 28.09.1979 in New York. Sie lebte seit der Heirat mit Dr. Isidor Caro in Köln und wurde hier zu einer der führenden Akti- vistinnen der jüdischen Gemeinde im Bereich der sozialen Arbeit und der Frauenrechte. Auch innerhalb der Stadtgesellschaft sowie überregional engagierte sie sich in diesen Bereichen und setzte diese Arbeit nach 1933 unter sehr schwierigen Bedingungen fort. Gemeinsam mit ihrem Mann entschied sie sich gegen eine Emigration, um den Gemeindemitgliedern beizu- stehen. Das Ehepaar wurde am 15.06.1942 von Köln aus in das Ghetto Theresienstadt depor- tiert, wo der Ehemann verstarb. Klara Caro überlebte, indem sie im Februar 1945 aus dem La- ger freigekauft werden konnte. Unmittelbar nach der Befreiung verfasste sie bereits Berichte über die Zeit im Ghetto, die aufgrund ihrer Detailliertheit und Plastizität besonders wertvolle Quellen sind.
Anlagen:
1 Öffentlichkeitsbeteiligung 2 Übersichtsplan