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title: "Jutta Schnuphase verstorben Theater Erfurt; Ende Juni 2026 nach schwerer Krankheit"
sdDatePublished: "2026-08-10T08:07:00Z"
source: "https://www.theater-erfurt.de/aktuelles/wir-nehmen-abschied-von-jutta-schnuphase"
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  - "Erfurt"
  - "Dresden"
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Jutta Schnuphase verstorben Theater Erfurt; Ende Juni 2026 nach schwerer Krankheit

Wir nehmen Abschied von Jutta Schnuphase - Theater Erfurt

Eine großartige Tänzerin hat die Bühne des Lebens für immer verlassen

Jutta Schnuphase (geb. Kleinsteiber) war noch nicht volljährig, als sie im August 1974 direkt von der Palucca Hochschule für Tanz Dresden vom Theater Erfurt bzw. den „Städtischen Bühnen“ als Gruppentänzerin engagiert wurde. Den Arbeitsvertrag mussten damals ihre Eltern für sie unterschreiben. Es folgten 23 abwechslungsreiche Jahre als Balletttänzerin, in denen sie besonders gerne auch die zwiespältigen Rollen tanzte. Zu ihren Lieblingsstücken gehörten die Carmen-Suite (Carmen), Abraxas (Archisposa), Die Widerspenstigen Zähmung (Katharina) und Bolero . Sie liebte aber auch Operetten und Musicals wie die West Side Story in der sie 1986 zusammen mit Ks. Jörg Rathmann, der sein Debüt als „Baby John“ gab, auf der Bühne stand. „Das Herausragende an ihr war für mich ihre Fähigkeit, zerrissene und komplizierte Charaktere, wie Carmen und die widerspenstige Katharina mit ihrer ganz besonderen Ausstrahlung und Intensität unverwechselbar darzustellen“, sagt Christine Hedrich, die die Primaballerina damals als Teenagerin in all ihren großen Rollen sah. Später stand sie sogar einige Jahre gemeinsam mit ihr als Sängerin im Opernchor auf der Bühne. „Als Kollegin habe ich sie, auch als sie nicht mehr tanzte, genauso intensiv und mit unbedingter Verbundenheit zu unserem Haus erlebt. Sie arbeitete immer mit Herz und Humor und war nie verbissen“, erinnert sich Christine, die inzwischen im Besucherservice des Theaters Erfurt arbeitet.

Bei den ersten DomStufen-Festspielen 1994 tanzte Jutta Schnuphase in Carmina Burana vor rund 1.000 Gästen, die damals auf der Tribüne Platz fanden. Nach ihrem 40. Geburtstag beendete sie ihre tänzerische Karriere und wechselte von der Bühne in den Fundus, wo sie sprichwörtlich eins wurde mit den unzähligen Kostümen und Requisiten. Ab 2001 war sie als Assistentin der Gewandmeisterei tätig. „Es reichte der bloße Augenkontakt zwischen uns und wir hatten beide das richtige Kostüm vor Augen“, erinnert sich Susanne Ahrens, Gewandmeisterin Herren. „Ich habe sehr gern mit Jutta zusammengearbeitet. Sie war eine sichere Bank, sie kannte sich bestens im Fundus aus, war super hilfsbereit, fand immer etwas Passendes und wir teilten so manche Anekdote aus alten Zeiten“, sagt Susanne und muss lachen. Sie erinnerte sich an eine skurrile Situation im Katholischen Krankenhaus. Jutta hatte in einem Stück ein Teufelchen getanzt und war direkt im Kostüm ins Krankenhaus gekommen, in dem damals noch Nonnen arbeiteten. Der Anblick eines Teufels auf dem Behandlungstisch war für die Nonnen eher befremdlich. Für alle anderen war es unglaublich lustig.

Nach 46 Jahren im Theater sagte Jutta Schnuphase schließlich „Adieu“ und begab sich in den wohlverdienten Ruhestand. Doch das Theater zog sie immer wieder magisch an. Sie liebte es, ihre ehemaligen Kolleginnen und Kollegen auf der Bühne zu hören, und besuchte auch als Rentnerin viele Endproben und Vorstellungen. Zu etlichen Kolleg:innen pflegte sie außerdem bis zum Schluss einen engen freundschaftlichen Kontakt.

Wir haben in tiefer Trauer von ihrer Familie erfahren, dass Jutta Schnuphase Ende Juni 2026 nach schwerer Krankheit verstorben ist. Wir werden sie nie vergessen. Sie wird in unseren Herzen weiterleben und uns in Erinnerung bleiben.

Wir nehmen Abschied von Jutta Schnuphase

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