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title: "Deutsche Bahn sperrt Bahnstrecke Leipzig–Zwickau; Fahrtzeit 1,5 Stunden statt 35–44 Min."
sdDatePublished: "2026-08-10T13:37:00Z"
source: "https://www.uniklinikum-leipzig.de/einrichtungen/hno/Freigegebene%20Dokumente/Lehre/LVZ%20Doskozil.pdf"
topics:
  - name: "public transport"
    identifier: "medtop:20001362"
locations:
  - "Burgenland"
  - "Schmölln"
  - "Altenburg"
  - "Gera"
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Deutsche Bahn sperrt Bahnstrecke Leipzig–Zwickau; Fahrtzeit 1,5 Stunden statt 35–44 Min.

20260807_LVZ_CITN_HP_18

In den Ersatzbussen könnten
Fahrradfahrer mitunter das Nachse-
hen haben. „Ich empfehle, das Fahr-
rad nicht mitzunehmen“, sagte
Leonhard Novak, Netzmanager S-
Bahn Mitteldeutschland auf Nach-
frage. Die Kapazität in den Bussen
sei begrenzt und Vorrang hätten
Rollstuhlfahrer. Wegen der Sper-
rung des Knotens Gößnitz gibt es in
dem Zeitraum auch Behinderungen
für Bahnreisende auf der Mitte-
Deutschland-Verbindung zwischen
Chemnitz und Gera. Zwischen
Glauchau und Schmölln wird es Er-
satz durch Busse geben.
Züge künftig schneller von
Zwickau nach Leipzig
Schon jetzt ist klar, dass es nach fast
vier Monaten Sperrpause im kom-
menden Jahr weitere Beeinträchti-
gungen geben wird. Zwischen Au-
gust und Oktober werde es dann
eine erneute Sperrung geben, kün-
digte Hornig an. Dafür werden
Bahnfahrer nach Abschluss der
Bauarbeiten dann schneller zwi-
schen Zwickau und Leipzig unter-
wegs sein. Ziel sei eine Fahrtzeit von
dann unter einer Stunde im Ex-
presszug, hieß es.
Sperrung auf Bahnstrecke Leipzig-Zwickau
Die neue Behinderung dauert mehrere Monate. Reisende müssen auf Bus umsteigen und Zeit einplanen.
Bus statt Bahn: Zugreisende zwi-
schen Zwickau und Leipzig müssen
in den kommenden Wochen und
Monaten mehr Zeit einplanen und
teilweise auf Busse umsteigen.
Grund sind Streckensperrungen
vom 17. August bis 12. Dezember,
um Bauarbeiten rund um den Bahn-
knoten Gößnitz sowie am Bahnhof
Werdau zu bündeln, wie die Deut-
sche Bahn informierte. Allein auf
dem Abschnitt Zwickau-Altenburg
verlängert sich den Angaben zufol-
ge dadurch die Fahrtzeit von aktuell
35 bis 44 Minuten auf dann rund ein-
einhalb Stunden.
Hintergrund ist der Ausbau der
Sachsen-Franken-Magistrale,
die
sich auf 288 Kilometer von Dresden
und Leipzig nach Süddeutschland
erstreckt. Dort sollen künftig Züge
mit bis zu Tempo 160 fahren und die
Trasse auch stärker für den überre-
gionalen Güterverkehr von den
Seehäfen gen Süden genutzt wer-
den. Allein in den Abschnitt Göß-
nitz-Crimmitschau werden den An-
gaben zufolge rund 330 Millionen
Euro investiert. Wegen Engpässen
bei Fachpersonal und Materialien
Von Andreas Hummel
Leipziger Arzt rettet Stimme von
Spitzenpolitiker aus Österreich
Hans Peter Doskozil ist Landeshauptmann im Burgenland. Nach einem jahrelangen
Leiden hat er sich an der Uni-HNO-Klinik den Kehlkopf entfernen lassen.
Es ist eine sehr seltene Erkrankung,
die Hans Peter Doskozil schon seit
vielen Jahren das Leben schwer
macht. Kein Krebs, sondern eine
schleichende Verknöcherung des
Kehlkopfes.
Doskozil ist ein Spitzenpolitiker
der Sozialdemokratischen Partei
Österreichs (SPÖ). Er war von 2016
bis 2017 Bundesminister für Lan-
desverteidigung und Sport. Seit
2019 ist er im österreichischen Bur-
genland Landeshauptmann – das
entspricht in Deutschland der Posi-
tion eines Ministerpräsidenten.
Erste Diagnose ohne Hoffnung
Bei der Wahl im vergangenen Jahr
führte er seine Partei trotz leichter
Verluste immer noch zu einem Er-
gebnis von gut 46 Prozent. Das sind,
auch in Österreich, ungewöhnlich
klare Machtverhältnisse in einer zu-
nehmend fragmentierten Parteien-
landschaft. Doskozil ist beliebt, galt
zeitweise sogar als aussichtsreicher
Kanzlerkandidat und erreicht mit
pragmatischen, teils eher konserva-
tiven Positionen auch Wähler außer-
halb des SPÖ-Klientels.
Umso wichtiger, dass das wich-
tigste Arbeitsmittel des Politikers
funktioniert: die Stimme. Doch seine
fortschreitende
Kehlkopfverknö-
cherung bereitet Doskozil immer
wieder Probleme, führt zeitweise so-
gar zu Atemnot. Ein Hals-Nasen-
Ohren-Arzt in Wien macht seinem
Patienten anfangs wenig Hoffnung
– und keinen Mut. Er solle sich den
Kehlkopf entfernen lassen und
einen anderen Job suchen. Damit
will Doskozil sich nicht abfinden.
Gemeinsam mit seiner heutigen
Frau beginnt er zu recherchieren.
Nach Leipzig empfohlen
Ein Spezialist in Hamburg empfiehlt
schließlich einen der wenigen Ex-
perten, die komplexe Eingriffe am
Kehlkopf durchführen. Professor
Andreas Dietz übernimmt die Be-
handlung, Direktor der Klinik und
Poliklinik für Hals-, Nasen- und Oh-
renheilkunde am Universitätsklini-
kum Leipzig (UKL).
Zum Jahreswechsel 2020/2021
ist die Lage dramatisch; Doskozil
macht sich auf den Weg nach Leip-
zig. „Auf dieser Fahrt bin ich 1000
Tode gestorben“, erzählt seine Frau
damals. Mehrmals behandelt An-
dreas Dietz seinen prominenten Pa-
tienten und sorgt für Linderung.
Doch im Frühjahr 2026 steht fest: Es
geht nicht mehr, der Kehlkopf muss
raus. „Er war immer eng, und er
wurde immer enger“, sagt Dietz.
Sein Patient bekommt wieder zu-
Von Björn Meine
nehmend schlecht Luft, seine Stim-
me wird immer heiserer.
Stimme hat sich verbessert
Zu Ostern steht die große Operation
an. Die Idee für die Zeit danach:
Hans Peter Doskozil soll mit einer
Stimmprothese sprechen. „Man
hofft natürlich, dass es funktio-
niert“, erzählt der Politiker. „Man
informiert sich im Internet über
Menschen ohne Kehlkopf, liest Be-
richte, wie sie auftreten und wie sie
sprechen können. Aber man weiß ja
nicht, ob es bei einem selbst auch so
klappt.“ Schon bald nach dem Ein-
griff merkt Doskozil aber, dass die
Stimme kommt. „Da war für mich
klar: Es geht weiter, es geht beruf-
lich weiter, wir werden es schaffen.“
Seine Stimme ist schon jetzt kla-
rer, lauter als zuletzt. „Ich werde viel
besser verstanden, und ich kann
wieder Sport treiben.“ Den Umgang
mit seinem Tracheostoma, einer
künstlichen Öffnung der Luftröhre
nach außen, empfindet er nicht als
große Einschränkung. „Vielleicht,
weil ich weiß, wie es sein kann,
wenn man ständige Atemnot hat.“
Der Politiker spricht von einer neu-
en Lebensqualität.
Prothese statt Roboterstimme
Doskozil – der Optimist. „Ich muss
lernen, mit der neuen Situation um-
zugehen und sie anzunehmen. Aber
ich bin sehr, sehr zufrieden.“ Er kön-
ne als öffentliche Person ein wichti-
ges Signal an andere Menschen
senden, die an Defiziten oder Behin-
derungen leiden. Die Erkrankung
habe auch seinen Blick auf die Ge-
sundheitspolitik verändert. Es müs-
se immer darum gehen, den Patien-
ten in den Mittelpunkt zu stellen,
Wartezeiten zu verkürzen, gerade in
ländlichen Regionen.
„Er macht das vorbildlich“, sagt
Andreas Dietz, „es ist beeindru-
ckend zu sehen, wie er das schafft.“
Doskozils Stimme werde künftig
kein Handicap mehr sein. Seine
Stimmprothese hat nichts mit der
teils gefürchteten Roboterstimme zu
tun, die durch Halten eines Elektro-
stimmgebers an den Hals entsteht.
„Es geht um ein kleines Ventil zwi-
schen Luft- und Speiseröhre, das mit
entsprechender Übung eine stabile,
gute Stimmbildung ermöglicht“, er-
klärt Dietz.
Viel Lob aus Österreich
Zu seinem Arzt sei „ein großes Ver-
trauensverhältnis“ entstanden, be-
richtet Doskozil. „Ich bin überzeugt,
bei ihm und seinem Team qualitativ
bestens aufgehoben zu sein. Ich
kann Leipzig nur gratulieren, dass
man dort so eine Abteilung und so
einen Arzt hat.“ In österreichischen
Medien war die Behandlung Dosko-
zils zuletzt ein großes Thema.
Hans Peter Doskozil, Landeshauptmann im österreichischen Burgenland, ist in der Leipziger Universitätsklinik erfolgreich
am Kehlkopf behandelt worden.
Foto: IMAGO/Andreas Stroh
„Es ist beeindruckend zu sehen, wie er das schafft“: Professor Andreas Dietz,
Kehlkopf-Experte vom Universitätsklinikum Leipzig, ist mit dem Genesungsver-
lauf seines prominenten Patienten zufrieden.
Foto: André Kempner
wird sich die Fertigstellung aber um
etwa ein Jahr verzögern, hieß es. Ur-
sprünglich sollten die Arbeiten noch
dieses Jahr enden.
Umfangreiche Arbeiten an
Gleisen, Weichen und Brücken
„Hier bleibt kein Stein auf dem an-
deren, um eine zukunftsfähige In-
frastruktur herzustellen“, sagte Jan
Hornig von der DB Infrago. Wäh-
rend der Zugverkehr bis Mitte De-
zember auf dem Abschnitt ruht, sol-
len Gleise und Weichen erneuert, an
Oberleitungen gearbeitet, Brücken
eingeschoben und Stützwände ge-
setzt werden. Zeitgleich finden Bau-
arbeiten am Bahnhof Werdau statt.
Dort werden Überholgleise für Gü-
terzüge auf 750 Meter verlängert so-
wie Weichen und Signalanlagen er-
neuert. Damit wird auch die Voraus-
setzung geschaffen, dass mit dem
Fahrplanwechsel
Bahnreisende
künftig ohne Umsteigen von Plauen
bis Leipzig fahren können.
Wegen Gleisbau und anderer Arbeiten gibt es Sperrungen auf der Bahnstrecke
Leipzig–Zwickau, sodass Ersatzverkehr per Bus erforderlich ist.
Foto: Roland Weihrauch/dpa
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Freitag, 7. August 2026