UPM Schongau Verantwortlichkeit für Umwelt und Gesellschaft Schongau, Deutschland; Umweltemissionen auf unbefriedigendem Niveau

UPM Schongau Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft Bericht 2025

Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft | Bericht 2025 2 UPM Schongau UPM Schongau liegt in einer Flussschleife des Lechs in der süddeutschen Stadt Schongau. Der Standort wurde im Jahr 1887 gegründet. Im Jahr 1962 wurde dort eine der weltweit ersten Flotations-Deinkinganlagen in Betrieb genommen. Dies bedeutete den Durchbruch beim Recycling von grafischem Altpapier zur Herstellung neuer Druckpapiere. Heute werden bei UPM Schongau auf zwei Papiermaschinen Rollendruck­ papiere für Zeitungen, Zeitungsbeilagen, Anzeigenblätter, Prospekte, Illustrierte, Taschenbücher und Kataloge her­gestellt. Altpapier ist dabei mengenmäßig der wichtigste Rohstoff. Als weitere Rohstoffe werden Sägewerksrestholz sowie Pigmente als Füllstoffe eingesetzt. Die Pigmente werden teilweise von der am Standort ansässigen Firma SMI erzeugt. UPM Schongau erzeugt in zwei Kraftwerken, nach dem Prinzip der Kraft- Wärme-Kopplung, Strom und Dampf. Strom wird bei der Papierherstellung für den Maschinenantrieb, Dampf zur Trocknung der feuchten Papierbahn benötigt. Das am Standort befindliche alte Gaskraftwerk ist außerhalb des EMAS Geltungsbereiches, da es nur im Auftrag der Bundesnetzagentur zur Netzstabilisierung betrieben wird. Das Abwasser aus dem Produktionsprozess wird in der werkseigenen Kläranlage gereinigt. UPM Schongau „Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft, Bericht 2025“ ist ein ergänzender Bericht zur gemeinsamen Umwelterklärung der Papier- und Zellstoffwerke von UPM (verfügbar unter www.upm.com). Er enthält werksspezifische Daten und Trends zu Umwelt und Gesellschaft für das vergangene Jahr. Der ergänzende Bericht und die gemeinsame Umwelterklärung bilden zusammen die Umwelterklärung gemäß EMAS. UPM ist ein Unternehmen für Materiallösungen, das Produkte und ganze Wertschöpfungsketten mit einem umfangreichen Portfolio an erneuerbaren Fasern, fortschrittlichen Materialien, Dekarbonisierungslösungen und grafischen Papieren transformiert. Unsere Leistung im Bereich Nachhaltigkeit wurde von Dritten anerkannt, darunter EcoVadis und die Dow Jones Sustainability Indices. Wir sind weltweit tätig und beschäftigen rund 15.100 Mitarbeitende bei einem Jahresumsatz von rund 9,7 Milliarden Euro. Unsere Aktien sind an der Nasdaq Helsinki Ltd. notiert.

UPM – we renew the everyday EU Ecolabel : FI/011/001 Weitere Informationen zur PEFC-Zertifzierung unter pefc.org Weitere Informationen zur FSC-Zertifzierung unter fsc.org www.blauer-engel.de/uz72 PEFC/02-31-80 Förderung nachhaltiger Waldbewirtschaftung www.pefc.org Produktionskapazität Bis zu 535.000 Tonnen pro Jahr Mitarbeiter 401 (Anzahl Mitarbeiter gesamt; Stand 31.12.2025) Produkte Standard- und aufgebesserte Zeitungsdruckpapiere sowie satiniertes Naturpapier: UPM Brite UPM News UPM MaxG/H UPM Eco UPM EcoPrime UPM EcoBasic UPM Book UPM Opalite UPM Color Yellow/Salmon/Pink Zertifizierungen EMAS – EU Eco-Management and Audit Scheme ISO 14001 – Umweltmanagementsystem ISO 9001 – Qualitätsmanagementsystem ISO 50001 – Energiemanagementsystem DIN ISO 45001 – Arbeitsschutzmanagementsystem PEFC Chain-of-Custody – Programme for the Endorsement of Forest Certification FSC® Chain-of-Custody – Forest Stewardship Council® Alle Zertifikate sind im UPM Certificate Finder einsehbar (verfügbar unter www.upmpaper.com/de/nachhaltigkeit) Umweltzeichen EU-Umweltzeichen und Blue Angel (RAL-UZ 14a bzw. 72) für UPM News, UPM Eco H/G, UPM ReCat und UPM EcoBasic und UPM Eco Prime

Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft | Bericht 2025 3 Rückblick 2025 Als Teil des finnischen Unternehmens UPM be- kennen wir uns zur Verantwortung gegenüber der Umwelt und verpflichten uns, unsere Pro- duktion so auszuführen, dass Auswirkungen auf die Umwelt und Mitarbeitende so gering wie möglich gehalten werden. Produktion und Umwelt Als einer der ersten Altpapier-Recycler in Deutschland leisten wir schon seit über 60 Jahren einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft. Beim Einkauf von Hackschnitzeln für die Frischfaserproduktion unterstützen wir eine nachhaltige Forstwirtschaft, indem wir gemäß den Vorgaben der PEFC- und FSC- Standards arbeiten. Umweltleistung Das Reporting im Bereich Umwelt erfolgt in einer konzernweit geführten Datenbank. Hier werden Abweichungen nach vorgegebenen Kategorien erfasst, von 1 (nicht signifikant) bis 5 (schwerer Umweltschaden). Ebenso erfasst werden die spezifischen Emissionen der Wasser-, Luft- und Abfallkenn- zahlen. Aufgrund der schlechten Auslas- tung, der Produkttransfers und der höheren Mengenverluste (Versuche, fehlende Neben- bahnen) sowie häufigen Sortenumstellungen und atypische Fahrweise zur Energiekosten- optimierung sind die spezifischen Emissionen auf einem unbefriedigenden Niveau. Gemäß den Vorgaben unseres integrierten Managementsystems für Qualität, Umwelt, Energie und Arbeitssicherheit prüfen wir Umweltauswirkung in internen und externen Audits. Für die Papierproduktion werden große Mengen an Energie eingesetzt. In den vergan- genen Jahren wurden deshalb große Anstren- gungen unternommen, um die Energieeffizienz am Standort zu verbessern. Mit den beiden großen Gaskraftwerken DKW und HKW 3 können wir bei Mangellage im süddeutschen Raum das Stromnetz durch Einspeisung sta- bilisieren. Bei Stromüberschuss durch zu hohe Verfügbarkeit regenerativer Energien kann das Stromnetz entlastet werden, indem wir unsere Kraftwerke zurückfahren, den benötigten Pro- zessdampf vom Elektroboiler erzeugen lassen und die energieintensive Erzeugung des TMP (Frischfaser aus Hackschnitzel) bis zur maxi- malen Befüllung der Halbstoffsilos betreiben. Für eine kontinuierliche Verbesserung in den Bereichen Energieeffizienz und Umwelt wurden auch für 2025 Ziele und Maßnahmen festgelegt. Umweltschutz ist am Standort Schongau seit vielen Jahren ein wichtiges Thema. Die fortlaufende Senkung des Bedarfs an Energie und Wasser, eine hohe Rohstoffausbeute zur Abfallverringerung sowie die Verwendung umweltverträglicher chemischer Hilfsstoffe im Produktionsprozess stehen im Fokus des stetigen Verbesserungsprozesses, der seit der Zertifizierung des Werkes nach internationalen Normen durch Managementsysteme für Umwelt, Qualität, Energie und Arbeitssicherheit gesteuert wird. Die Luftemissionen sind seit Jahren weit unter den Grenzwerten. In den letzten zehn Jahren konnten wir die spezifischen Stickoxid- frachten durch den Ersatz des Dampfkraftwer- kes und weitere technische Maßnahmen an den Energieerzeugungsanlagen, wie Rauch- gasrückführung, um 23 % senken. Die absolute Menge an Abfällen und Nebenprodukten ging zurück, vor allem auf- grund reduzierter Betriebszeiten des Feststoff- Kessels (HKW2). Die Kessel-Asche aus dem Heizkraftwerk konnte zu 100 % als Produkt verwertet werden. Einsatzbereiche sind die Bodenstabilisierung, Zuschlagstoff zu verschiedenen Baustoffen, sowie der Ersatz von Natronlauge in den eige- nen Produktionsanlagen. Eine weitere Verwertungsmöglichkeit für die Asche wurde zusammen mit einem Füll- stofflieferanten entwickelt. Ascheprodukte ersetzen einen Teil des für die Herstellung von Calciumcarbonat erforderlich Branntkalks. In der Abwasseranlage wurde das Projekt „Advanced Process Control“ erfolgreich fort- geführt. Mit Hilfe der künstlichen Intelligenz konnte die Stabilität der Anlagenfahrweise erhöht und dauerhaft die Auslaufwerte ins- besondere die Stickstoffkonzentration gesenkt werden. Dr. Eva Kriegbaum Geschäftführerin Ute Soller, Manager OHS/Environment & Management Systems

Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft | Bericht 2025 4 2025 gab es nur mehr 4 Beschwerden we- gen Lärmbelästigung im Sommer, welche aus- gelöst wurden durch die reduzierte Fahrweise der Anlagen und die Stilllegung der PM6. Die dadurch nicht dauerhafte gesicherte, gleich- mäßige Dampfabnahme führte zu aus Sicher- heitsgründen notwendigen Dampfablassen und somit zu ungewöhnlichen Lärmbelastun- gen. Durch technische Maßnahmen zum ge- zielten Ablassen von Überschußdampf konnte das Einsetzen der Sicherheitseinrichtungen für Überdruck deutliche reduziert werden.

Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft | Bericht 2025 5 UPM Schongau Unser Beitrag zur Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele Wasser Spezifische Fracht an Stickstoff (anorganisch) im gereinigten Abwasser (kg Stickstoff pro Tonne Papier) um 47 % verringert im Zeitraum 2016–2025 Energie Fernwärme an Stadt Schongau wurde um 3 % erhöht im Zeitraum 2016–2025 Zertifizierte Fasern Im Jahr 2025 lag der Anteil der Hackschnitzel aus zertifizierter nachhaltiger Waldwirtschaft (PEFC + FSC) bei 95 % 66 % Anteil Recyclingfasern in den von uns produzierten Papieren im Jahr 2025 Luft Stickoxid-Emissionen aus den Kraftwerksanlagen um 39 % reduziert im Zeitraum 2016–2025 Mitarbeiter Derzeit 18 Auszubildende im Werk Schongau 4 Papiertechnologen 1 Papiertechnologe im dualen Studium 7 Elektroniker Betriebstechnik 6 Industriemechaniker Arbeits- sicherheit Anzahl der Unfälle mit Ausfallzeit konnte um 33 % reduziert werden. (2016-2025 seit 2024 werden die Fremdfirmenunfälle dazugezählt)

Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft | Bericht 2025 6 Emissionen Heizkraftwerk 2025 Grenzwert (Tagesmittelwert) (mg/Nm3) Mittelwert der Messungen (mg/N m3) Wirbelschichtkessel/kontinuierliche Messung CO 50 17 Staub 5 0,10 SO2 50 6 NOX 150 124 Hgges. 0,03 0,00 HCI 10 0,0 Cges. 10 0,0 Wirbelschichtkessel/einmalige Messung HF 1 n.n Cd,TI 0,05 n.n Sb, As, Pb, Co, Cr, Cu, Mn, Ni, V, Sn 0,5 0,001 PCDD/F 0,1 ng/Nm3 0,025 GuD, Gas- und Dampfturbine/kontinuierliche Messung CO(1) 100–50 24 NOX 75–100 14 n.n. = nicht nachweisbar (1) Bei der Gas- und Dampfturbine sind je nach Betriebsart unterschiedliche Grenzwerte definiert. Der erste Wert gilt für die Gasturbine, der zweite Wert für den Abhitzekessel. Bei Betrieb von beiden Aggregaten wird eine Mischrechnung durchgeführt. Luft Die Luftemissionen wurden auch im Jahr 2025 auf konstant niedrigem Niveau ge- halten. Durch die thermische Verwertung von internen Produktionsrückständen und den Einsatz von Altholz konnte Erdgas ersetzt werden. Durch den gesteigerten Einsatz von biogenen Brennstoffen und Dampferzeugung mittels Elektroboiler bei hoher Verfügbarkeit regenerativer Energien aus dem Netz konnten wir in den letzten 10 Jahren die spezifischen CO2 Emissionen (Scope1 und 2) um knapp 10 % senken. Die spezifischen NOX-Emissionen unterlie- gen leichten Schwankungen, die aus wärme- und stromoptimiertem Betrieb der Gas- und Dampfturbine resultieren. Eine Senkung der spezifischen NOx Emissionen von 23% konnte durch vermehrten Betrieb des Elektroboilers anstelle der Gas- und Dampfturbine erreicht werden. Beim Wirbelschichtkessel sind die mittleren Konzentrationen von Stickoxiden (NOX) und Staub auf niedrigem Niveau und deutlich unter den Grenzwerten. Bei den Emissionen der Energieerzeu- gungsanlagen wurden im HKW 2 ein Halb- stundenmittelwert CO und nach der großen Revision im Sommer mehrere Halbstunden- und Tagesmittelwerte CO und NOx überschrit- ten. Auch die mittleren Konzentrationen für CO und NOx sind etwas erhöht im Vergleich zum Vorjahr. Eine ausführliche Ursachenana- lyse läuft bereits. Abfall Im Wirbelschichtkessel im Werk Schongau werden Festbrennstoffe eingesetzt. Der Groß- teil der Reststoffe, die bei der Energieerzeu- gung anfallen, ist als Ascheprodukt (47.589 t) eingestuft (gemäß Kreislaufwirtschaftsgesetz) und wird in der Baustoff- und Zement­industrie eingesetzt. In 2025 wurden wiederum 100 % als Produkt verwertet. Zudem ist das anfallende Sägemehl (1.393 t) als Nebenprodukt einge- stuft und wird zu 100 % verwertet. Im Jahr 2025 lag die Verwertungsquote für nicht gefährliche Abfälle und Nebenprodukte bei 100 %. Der Bettsand aus dem Heizkraft- werk konnte zu ebenfalls 100 % verwertet werden. Der größte Anteil der gefährlic