Verbraucherzentrale Bundesverband begrüßt Einführung der Frühstartrente in Deutschland; Kosten bis zu 1% zu hoch
Frühstartrente: Gute Idee mit erheblichem Nachbesserungsbedarf | Verbraucherzentrale Bundesverband
Frühstartrente: Gute Idee mit erheblichem Nachbesserungsbedarf
Verbraucherzentrale Bundesverband begrüßt die Einführung der Frühstartrente
Zentrale Probleme bei der Altersvorsorge bleiben allerdings bestehen, darunter zu hohe Produktkosten
An einigen Stellen muss nachgebessert werden, damit die Frühstartrente allen Kindern gleichermaßen zugutekommt
Die Frühstartrente kann ein Baustein für Vermögensaufbau und Finanzbildung sein. Damit sie allen Kindern gleichermaßen zugutekommt, braucht aus Sicht des Verbraucherzentrale Bundesverbands von Beginn an jedes Kind ein individuelles Konto. Die geplante kollektive Anlage für alle Kinder, deren Eltern nicht selbst ein Depot eröffnen, kann Ungleichheiten verstärken. Außerdem muss die unabhängige Finanzbildung gestärkt werden.
„Die Frühstartrente ist grundsätzlich eine gute Idee. Kinder bekommen die Chance auf staatlich finanziertes Altersvorsorgevermögen. Außerdem kann sie die Finanzkompetenz stärken. Aber Vermögensaufbau darf nicht von Einkommen, Finanzwissen oder der Initiative der Eltern abhängen. Damit alle Kinder gleichermaßen von der Frühstartrente profitieren, muss noch nachgebessert werden. Die Frühstartrente darf keine neuen sozialen Ungleichheiten schaffen“, sagt Dorothea Mohn, Finanzexpertin beim Verbraucherzentrale Bundesverband.
Zentrale Probleme der Altersvorsorge bleiben bestehen
Der Verbraucherzentrale Bundesverband kritisiert am Gesetzentwurf:
Nicht alle Kinder erhalten ein eigenes Vorsorgekonto. Für Kinder, deren Eltern kein Depot abschließen, ist eine kollektive Auffanglösung vorgesehen. Kinder ohne eigenes Depot profitieren deutlich weniger von den vorgesehenen Lern- und Erfahrungseffekten, da sie die Entwicklung ihres Vermögens nicht über ein eigenes Konto nachvollziehen können.
Die zulässigen Produktkosten sind mit bis zu einem Prozent zu hoch.
Hohe zusätzliche Einzahlungen durch die Eltern können bereits im Kindesalter sichtbare Vermögensunterschiede schaffen und soziale Ungleichheiten verstärken.
Der Bildungsanspruch bleibt unzureichend. Informationen über das Produkt ersetzen keine unabhängige und nachhaltige Finanzbildung.
Es fehlen klare Vorgaben für unabhängige Finanzbildung sowie Qualitätsstandards. Schulen dürfen nicht zu einem Ort für Produktvertrieb oder Anbieterwerbung werden.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert folgende Nachbesserungen im Gesetzgebungsverfahren:
Individuelle Vorsorgekonten für alle Kinder im staatlichen Standarddepot.
Eine umfassende Finanzbildungsstrategie mit Fokus auf Kompetenzaufbau statt bloßer Information.
Gesetzliche Absicherung der Unabhängigkeit von Finanzbildung sowie verbindliche Qualitätsstandards.
Weitere Forderungen siehe Stellungnahme (Download).
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