Ramboll Deutschland GmbH AquaVentus Flächenstudie Zone 4 und 5 AWZ Nordsee Offshore-H2-Eignungsranking für Windenergieflächen; Kapazitätspotenzial bis zu 30,9 GW
REN2026N01366-RAM-RP-00002
Confidential Adressat AquaVentus Förderverein e.V. Dokumententyp Bericht Datum 10.08.2026 AquaVentus Flächenstudie Zone 4 & 5 AWZ Nordsee Offshore-H2-Eignungsranking für Windenergieflächen
Ramboll Deutschland GmbH Jürgen-Töpfer-Straße 48 22763 Hamburg Amtsgericht Hamburg, HRB 168273 Geschäftsführer: Mark Meier BNP Paribas S.A. IBAN: DE40512106004223034010 BIC: BNPADEFFXXX Doc ID REN2026N01366-RAM-RP-00002 / Version 1.0 Ramboll Deutschland GmbH Jürgen-Töpfer-Straße 48 22763 Hamburg T +49 40 302020-0 www.ramboll.com/de-de Confidential AquaVentus Flächenstudie Zone 4 & 5 AWZ Nordsee Offshore-H2-Eignungsranking für Windenergieflächen Projektname AquaVentus Flächenstudie Zone 4 & 5 AWZ Nordsee Projekt Nr. 352014558 Empfänger AquaVentus Förderverein e.V. Dokumententyp Bericht Version 1.0 Datum 2026/08/10 Durchgeführt von MXLU, ROSC Überprüft von LAGN, MXLU Genehmigt von KEBI
Ramboll Deutschland GmbH – AquaVentus Flächenstudie Zone 4 & 5 AWZ Nordsee Doc ID REN2026N01366-RAM-RP-00002 / Version 1.0 1/15 Confidential Abkürzungsverzeichnis Abkürzung Bedeutung AWZ Ausschließliche Wirtschaftszone BSH Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie FEP Flächenentwicklungsplan GIS Geoinformationssystem GW Gigawatt h Stunde(n) H2 Wasserstoff IWES Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme km Kilometer km² Quadratkilometer m Meter MCDA Multi-Criteria Decision Analysis NEP Netzentwicklungsplan ONAS Offshore-Netzanbindungssysteme OPEX Operational Expenditures; SEN-1 Sonstige Energiegewinnungsfläche SEN-1
Ramboll Deutschland GmbH – AquaVentus Flächenstudie Zone 4 & 5 AWZ Nordsee Doc ID REN2026N01366-RAM-RP-00002 / Version 1.0 2/15 Confidential Inhalt 1. Hintergrund 3 1.1 Veranlassung 3 1.2 Zielsetzung der Studie 3 2. Untersuchungsgegenstand 3 2.1 Räumlicher und planerischer Geltungsbereich 3 2.2 Zeitlicher Geltungsbereich 4 2.3 Abgrenzung des Untersuchungsraums 5 2.4 Untersuchte Kriterien 5 2.4.1 Kriterium 1: Systemischer Nutzen - Abgeregelte Energiemengen 6 2.4.2 Kriterium 2: Systemischer Nutzen - Windenergieerträge 6 2.4.3 Kriterium 3: Nähe zur geplanten H2-Transportinfrastruktur (AquaDuctus) 7 2.4.4 Kriterium 4: Entfernung zur Service-Infrastruktur 8 2.4.5 Kriterium 5: Wassertiefe 9 3. Methodik und Datenbasis 9 4. Bewertung und Ranking 11 5. Fazit 13 6. Referenzen 14 7. Appendix 15
Ramboll Deutschland GmbH – AquaVentus Flächenstudie Zone 4 & 5 AWZ Nordsee Doc ID REN2026N01366-RAM-RP-00002 / Version 1.0 3/15 Confidential 1. Hintergrund 1.1 Veranlassung Mit dem Flächenentwicklungsplan 2025 (FEP 2025, BSH) wurden mit den Gebieten N-14, N-16, N- 17, N-19 und N-20 erstmals Flächen westlich der Schifffahrtsroute SN10 in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) der Nordsee festgelegt. Es handelt sich um insgesamt ca. 2.700 km² mit einem Kapazitätspotenzial von bis zu 30,9 GW [1]. Parallel stellt der Netzentwicklungsplan 2037/2045 (NEP 2025, 2. Entwurf) fest, dass die Offshore- Elektrolyse mangels gesetzlichen Auftrags und regulatorischem Rahmen nicht in die Netzplanung einbezogen werden konnte [2]. Damit besteht für Zone 4 und 5 eine doppelte regulatorische Lücke: weder eine zeitliche Reihung im FEP noch eine Berücksichtigung der Offshore-H2-Option im NEP. 1.2 Zielsetzung der Studie Vor dem Hintergrund der bevorstehenden FEP-Fortschreibung, in deren Rahmen die zeitliche Reihung der Flächen und die Festlegung der ONAS (Offshore-Netzanbindungssysteme) erfolgen werden, untersucht diese Studie, welche der Flächen in Zone 4 und 5 für die Offshore- Wasserstoffproduktion besonders geeignet sind. Die Bewertung erfolgt anhand technischer, wirtschaftlicher und raumordnerischer Kriterien und mündet in eine Reihung der Flächen sowie in regulatorische Schlussfolgerungen. Ziel ist der relative quantitative Vergleich der Flächen untereinander im Hinblick auf ihre Eignung für die zentrale Offshore-Wasserstoffproduktion auf einer Offshore Plattform mittels Elektrolysetechnologie. Eine allgemeine technische und wirtschaftliche Bewertung der Offshore-Wasserstoffproduktion ist nicht Gegenstand der Studie. 2. Untersuchungsgegenstand 2.1 Räumlicher und planerischer Geltungsbereich Gegenstand der Studie sind die potenziellen Einzelflächen in den Gebieten N-14, N-16, N-17, N-19 und N-20 der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) der Nordsee, welche in dem markierten Bereich von Abbildung 1 und 2 dargestellt sind. Grundlage ist der Flächenentwicklungsplan 2025 (FEP 2025, BSH), Anhang 3 (Abbildung 16), mit dem erstmals Windenergieflächen westlich der Schifffahrtsroute SN10 beispielhaft aufgeteilt wurden. Insgesamt umfasst der Untersuchungsraum bis zu 21 Einzelflächen mit einer Gesamtfläche von ca. 2.700 km² und einem Kapazitätspotenzial von bis zu 30,9 GW Windenergie [1].
Ramboll Deutschland GmbH – AquaVentus Flächenstudie Zone 4 & 5 AWZ Nordsee Doc ID REN2026N01366-RAM-RP-00002 / Version 1.0 4/15 Confidential Abbildung 1: Untersuchungsbereich der Studie (Quelle: FNB Gas [3]) Abbildung 2: Darstellung der untersuchten Flächen (Quelle: FEP 2025 [1]) Ergänzend wird die Fläche SEN-1 als Referenzanker in die Untersuchung einbezogen. Für SEN-1 besteht bereits eine FEP-seitige Pflicht zur Wasserstoff-Leitungsanbindung. Sie dient damit als Vergleichsmaßstab, um zu prüfen, auf welche Flächen in Zone 4 und 5 dieselbe Anbindungslogik übertragbar ist. Im Rahmen dieser Studie wird davon ausgegangen, dass alle im Flächenentwicklungsplan aufgeführten Flächen grundsätzlich für die Nutzung von Offshore Wasserstoff geeignet sind. Insbesondere die Untersuchung struktureller Ausschlusskriterien wie etwa durch naturschutzrechtliche Belange, die die Attraktivität der Nutzung der Flächen durch Offshore Wasserstoff nicht beeinflussen, sondern grundsätzlich in Frage stellen, werden in dieser Studie nicht betrachtet. 2.2 Zeitlicher Geltungsbereich Der Inbetriebnahme-Horizont der untersuchten Flächen entspricht dem NEP-Zieljahr 2045 sowie dem FEP-Ausbaupfad 2035–2045. Die Bewertung bildet damit das Zeitfenster ab, in dem die untersuchten Flächen für die Realisierung verfügbar werden und in dem die planerischen Festlegungen zur zeitlichen Reihung und zur Netzanbindung durch die kommenden FEP- Fortschreibungen erfolgen werden.
Ramboll Deutschland GmbH – AquaVentus Flächenstudie Zone 4 & 5 AWZ Nordsee Doc ID REN2026N01366-RAM-RP-00002 / Version 1.0 5/15 Confidential 2.3 Abgrenzung des Untersuchungsraums Nicht Gegenstand der Studie sind: • Windenergieflächen in den Zonen 1 bis 3 der deutschen AWZ Nordsee, • das Küstenmeer, • die technische Auslegung der Elektrolyseure und der Plattformen (z. B. Stack-Technologie, Modulgrößen, Detailengineering der Wasserstoffproduktionsanlagen). Die Studie konzentriert sich somit ausschließlich auf die flächenbezogene Eignungsbewertung für die Offshore-Wasserstoffproduktion in den Zonen 4 und 5 und nicht auf die technische Konfiguration der späteren Produktionsanlagen oder die allgemeine Bewertung der Offshore Wasserstoffproduktion. 2.4 Untersuchte Kriterien Die Eignungsbewertung der Flächen erfolgt anhand eines Kriteriensets, das in Tabelle 1 dargestellt ist. Berücksichtigt wurden ausschließlich Kriterien, die einen flächenspezifischen Unterschied zwischen den untersuchten Gebieten abbilden, für die Eignung der Offshore-Wasserstoffproduktion relevant sind und auf einer belastbaren, für alle Flächen vergleichbaren Datenbasis bewertet werden können. Kriterien, die zwar für die allgemeine Projektentwicklung von Bedeutung sind, jedoch keine ausreichende Trennschärfe zwischen den Flächen erwarten lassen oder nicht einheitlich quantifizierbar sind, wurden nicht in das Ranking einbezogen. Eine detailliertere Beschreibung der Kriterien ist in den folgenden Unterkapiteln zu finden. Tabelle 1: Untersuchte Kriterien für das Offshore-H2-Eignungsranking Nr. Kriterium Beschreibung Quelle 1 Systemischer Nutzen - Abgeregelte Energiemengen Anteil der abgeregelten Energiemengen an der potentiellen Jahresgesamtproduktion basierend auf dem Ausbauszenario 25 in Prozent. Ad-Hoc Analyse: Ertragsmodellierung der Ausbauszenarien 24 und 25 [4] 2 Systemischer Nutzen - Windenergieerträge Äquivalente Volllaststunden basierend auf dem Ausbauszenario 25 in Stunden pro Jahr. Ad-Hoc Analyse: Ertragsmodellierung der Ausbauszenarien 24 und 25 [4] 3 Nähe zur geplanten H2- Transportinfrastruktur Entfernung zum nächstgelegenen H2- geeigneten Pipelinekorridor (AquaDuctus) in Kilometern. Gascade; FEP 2025 [1] 4 Entfernung zur Service Infrastruktur Die Entfernung zum nächsten Infrastrukturhafen via gängiger Schifffahrtsrouten (Esbjerg, Wilhelmshaven) in Kilometern. Google Maps 5 Wassertiefe Die Wassertiefe der unterschiedlichen Gebiete und den Einfluss auf die Gründung der Plattformen. FEP 2025 [1] In der Vorbereitung der Studie wurden weitere potenzielle Kriterien geprüft. Diese wurden jedoch nicht berücksichtigt, wenn sie entweder keine belastbare Differenzierung zwischen den Flächen ermöglichen, nicht mit einer einheitlichen Methodik für alle Flächen bewertbar sind oder eher die allgemeine Machbarkeit der Offshore-Wasserstoffproduktion als die relative Eignung einzelner Flächen betreffen. Hierzu zählen insbesondere: • Naturschutzfachliche Restriktionen: Da die betrachteten Offshore- Wasserstoffproduktionsplattformen konzeptionell innerhalb der ausgewiesenen Windenergieflächen beziehungsweise in direktem Zusammenhang mit diesen vorgesehen werden, ist auf Ebene dieser Studie kein hinreichend flächenspezifischer Unterschied ableitbar. Alle untersuchten Gebiete und Flächen befinden sich beispielsweise außerhalb der
Ramboll Deutschland GmbH – AquaVentus Flächenstudie Zone 4 & 5 AWZ Nordsee Doc ID REN2026N01366-RAM-RP-00002 / Version 1.0 6/15 Confidential Natura-2000-Gebiete. Flächenspezifische Naturschutzbelange, wie etwa das direkte Angrenzen an diese Natura-2000-Gebiete, bleiben für spätere Genehmigungs- und Projektentwicklungsphasen relevant, eignen sich jedoch nicht als trennscharfes Vergleichskriterium, da sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht hinreichend quantifizierbar sind. • Technische Restriktionen der Elektrolyse: Die Offshore-Wasserstoffproduktion unter Nordseebedingungen stellt grundsätzlich hohe Anforderungen an Elektrolyse, Wasseraufbereitung, Plattformintegration, Betrieb und Sicherheit. Diese Anforderungen betreffen jedoch alle betrachteten Flächen in vergleichbarer Weise und sind daher für die relative Flächenbewertung nicht ausreichend differenzierend. • Regulatorische und genehmigungsrechtliche Detailfragen: Diese sind für die spätere Realisierung wesentlich, lassen sich zum Zeitpunkt der Studie jedoch nicht belastbar flächenscharf bewerten. Sie werden deshalb nicht als eigenständiges Rankingkriterium angesetzt, sondern in den Schlussfolgerungen qualitativ eingeordnet. 2.4.1 Kriterium 1: Systemischer Nutzen - Abgeregelte Energiemengen Verschiedene Faktoren führen dazu, dass Windparks ihre Energieproduktion abregeln müssen, also ihre Windturbinen herunterfahren, obwohl diese theoretisch Energie produzieren könnten. Ein häufiger Grund hierfür ist eine Überlastung des Stromnetzes. Auch die von den Übertragungsnetzbetreibern vorgeschlagene und vom BSH im FEP erläuterte Überbauung der Windparks, also eine Installation von mehr Offshore-Wind-Produktionskapazität als vorhandener Übertragungskapazität, kann zu Spitzenlastzeiten eine Abregelung erforderlich machen. Übertragungsnetzbetreiber weisen die Windparkbetreiber in diesem Fall dazu an, die Produktionsleistung anzupassen. Diese Abregelung hat nicht nur wirtschaftliche, sondern auch technische Folgen: Windturbinen erfahren durch häufiges Abregeln zusätzliche Lastzyklen, die ihre Lebensdauer verringern. Die Produktion von Wasserstoff kann hierbei eine Lösung bieten, indem Windparks in den genannten Fällen nicht abgeregelt werden, sondern die Energiemengen stattdesse