DGB Bayern: Grundsicherungsmissbrauch gering in Günzburg; 0,8% Totalverweigerer 2025

Grundsicherung ist ein Rechtsanspruch | DGB Bayern

DGB: Nichtinanspruchnahme ist größeres Problem als Missbrauch

Günzburg Neue Studien, u.a. die des Soziologen Samuel Jalalian von der LMU München zeigen, dass der Missbrauch beim Bürgergeld, jetzt Grundsicherung, erheblich geringer ist, als große Teile der öffentlichen Propaganda vermuten lassen. So gab es 2025 gerade mal 0,8% sog. Totalverweigerer. Der pauschale Vorwurf, viele Grundsicherungsempfänger*innen seien faul oder arbeitsscheu, ist aus Sicht des DGB-Kreises, wie die Zahlen zeigen, völlig abwegig. Wenn es Sanktionen gab, so der DGB-Kreis in seiner PM, dann in 8 von 10 Fällen wegen verpasster Termine. Der Grund dafür seien oft Sprachbarrieren, Unwissenheit, Bürokratie oder „persönliche Tiefs“, die eine längere Arbeitslosigkeit mit sich bringen kann.

Zwar sei jeder Missbrauch einer zu viel, aber das zentrale Problem liegt für den DGB-Kreisvorsitzenden Werner Gloning wo anders: “Laut Studien beantragen 35 bis 48 Prozent (eine genauere Schätzung ist sehr schwierig, da die Dunkelziffer sehr hoch ist) der Anspruchsberechtigten ihnen zustehende Grundsicherungsleistungen nicht, aus Scham, aus Unwissenheit oder wegen bürokratischer Hürden.” Der DGB-Kreisvorsitzende: “Das muss geändert werden, denn es geht um einen Personenkreis, der oft auf jeden einzelnen Euro angewiesen ist.” Gloning ermutigt deshalb alle, die im Landkreis evtl. einen Anspruch auf Grundsicherungsleistungen haben, diese Leistungen auch zu beantragen, denn diese Leistungen seien kein gnädiges Almosen, das ihnen die Genehmigungsstelle zukommen lässt, sondern ein Rechtsanspruch, wenn bei den Betroffenen die Voraussetzungen gegeben sind.