Fraktion Hauptsache Halle & FDP, Anfrage zum Rückbau des Hochhauses an der Richard-Paulick-Straße, Halle-Neustadt; umfangreiche Schadstoffbelastungen festgestellt und Bauverzögerungen
Beschlussvorlage
Anfrage
Beratungsfolge Termin Status Stadtrat 26.08.2026 öffentlich Kenntnisnahme
Betreff: Anfrage der Fraktion Hauptsache Halle & FDP zum Rückbau des Hochhauses an der Richard-Paulick-Straße („Campus Halle-Neustadt“)
Mit dem Rückbau des ehemaligen Studentenwohnheims an der Richard-Paulick-Straße schafft die Stadt Halle die Voraussetzungen für die Errichtung des „Campus Halle-Neustadt“. Nach Angaben der Stadtverwaltung haben sich die ursprünglich vorgesehenen Bauabläufe verzögert, da im Gebäude umfangreiche Schadstoffbelastungen festgestellt und beseitigt werden mussten. Neben asbesthaltigen Bauteilen und erheblichen Mengen Taubenkot wurden im Verlauf der Arbeiten weitere Schadstoffe entdeckt. So sind nach Informationen aus Fachkreisen bei Gebäuden dieser Bauzeit häufig auch PAK-haltige Baustoffe sowie künstliche Mineralfasern (KMF) anzutreffen. Die nachträgliche Schadstoffsanierung wirft daher Fragen hinsichtlich der vorbereitenden Untersuchungen, der Bauablaufplanung sowie des Schutzes der Anwohnerschaft auf.
Dahingehend fragen wir die Stadtverwaltung:
Wurden vor der Einbringung des Baubeschlusses in den Stadtrat im Mai 2025 im Gebäude Schadstoffuntersuchungen einschließlich Probenentnahmen durchgeführt?
Wenn ja, welche Schadstoffe wurden in welcher Konzentration festgestellt?
Falls nein, warum wurde auf entsprechende Untersuchungen verzichtet?
Wurden im Gebäude Belastungen durch Asbest, PAK-haltige Baustoffe, künstliche Mineralfasern (KMF), Taubenkot sowie weitere gesundheitsgefährdende Stoffe festgestellt? (Bitte die jeweiligen Schadstoffe, Fundorte und den Umfang der Belastung darstellen)
Aus welchen Gründen wurden die umfangreichen Schadstoffbelastungen nach Darstellung der Stadtverwaltung erst im Zuge der Rückbauvorbereitungen festgestellt und nicht bereits im Rahmen der Projektvorbereitung berücksichtigt? TOP: Vorlagen-Nummer: VIII/2026/02952 Datum: 04.08.2026 Bezug-Nummer. PSP-Element/ Sachkonto: Verfasser: Wels, Andreas Plandatum:
Welche konkreten Auswirkungen hatte die notwendige Schadstoffsanierung auf den Bauablauf? (Bitte den ursprünglich vorgesehenen Zeitplan dem aktuellen Zeitplan gegenüberstellen und die jeweiligen Verzögerungen erläutern)
Welche zusätzlichen Kosten sind infolge der Schadstoffbeseitigung entstanden bzw. werden derzeit erwartet?
Welche Maßnahmen wurden während der Schadstoffsanierung zum Schutz der Anwohnerinnen und Anwohner sowie der benachbarten Schulen getroffen? (Bitte insbesondere auf Maßnahmen zur Vermeidung der Freisetzung von Asbestfasern, PAK-belastetem Staub, KMF sowie biologischen Belastungen durch Taubenkot eingehen)
Sofern einzelne Schutzmaßnahmen nicht durchgeführt wurden, aus welchen fachlichen oder rechtlichen Gründen wurde darauf verzichtet?
Wurden während und nach der Schadstoffsanierung Luftmessungen oder sonstige Umweltkontrollen im Umfeld der Baustelle durchgeführt?
Wenn ja: wie häufig, an welchen Messpunkten, welche Stoffe wurden untersucht und zu welchen Ergebnissen führten die Messungen?
Falls nein, warum wurde darauf verzichtet?
Welche weiteren Kontrollen oder Freimessungen wurden nach Abschluss der jeweiligen Schadstoffsanierungsabschnitte durchgeführt, um die ordnungsgemäße Beseitigung der Schadstoffe nachzuweisen?
Wie viele Beschwerden von Anwohnerinnen und Anwohnern sind der Stadtverwaltung seit Beginn der Baumaßnahme bekannt geworden? (Bitte nach Beschwerdegründen, insbesondere Lärm, Staub, Schadstoffsorgen, Geruchsbelästigungen, vermehrtes Auftreten verwilderter Haustauben oder sonstige Beeinträchtigungen sowie nach zeitlicher Einordnung aufschlüsseln)
Welche Erkenntnisse liegen der Stadtverwaltung darüber vor, ob infolge der Arbeiten am Gebäude verwilderte Haustauben in benachbarte Wohngebiete ausgewichen sind, und welche Maßnahmen wurden gegebenenfalls ergriffen?
gez. Andreas Wels Vorsitzender Fraktion Hauptsache Halle & FDP