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title: "Katharina Lehmann Osterkerze 2026 in der Kirche St. Paul; Auferstehung als Heilung des Verwundeten"
sdDatePublished: "2026-08-11T14:39:00Z"
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  - "Shanghai"
  - "Ebersberg"
  - "Munich"
  - "Finland"
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Katharina Lehmann Osterkerze 2026 in der Kirche St. Paul; Auferstehung als Heilung des Verwundeten

Layout 1

WENN EINE OSTERKERZE MIT EINEM GANG BEGINNT
OSTERKERZE 2026
FÜR DIE KIRCHE ST. PAUL
VON KATHARINA LEHMANN
Diese Osterkerze 2026 erscheint nicht als statisches Objekt, sondern als
Resultat einer Handlung. Ihr Körper besteht aus einem roten, matten Wachs-
Kern, der von einer weißen, durchscheinenden Wachshaut umhüllt wird. Die­
ses äußere Gewebe geht aus einem „Infinite Walk“ hervor – jener körper-
lichen Handlung, die die Künstlerin Katharina Lehmann im Januar 2026 im
leeren Kirchenraum vollzog. Ein kilometerlanger Faden in Verbindung mit
Farbe folgte Schritt, Atem und Verweilen und zeichnete ein organisches
Netzwerk-Gewebe aus Verdichtungen, Berührungen und Kreuzungen auf
die Bodenfläche des Kirchenraums. Der Akt: präzise, körperlich, zeitgebun­
den und Grundlage für alle Bilder, Objekte und Installationen der Künstlerin.

Nach intensiver Materialforschung wurde das entstandene Fadengewebe
in einem komplexen Prozess mittels eines selbst konstruierten Werkzeugs
sowie eines speziell entwickelten Verfahrens in Wachs übersetzt. Es bildet
die schützende Hülle für den roten Kern der Osterkerze – und bleibt zugleich
durchlässig. Der rote Kern wurde speziell für das Werk von Katharina Leh­
mann von den Steinhöringer Werkstätten der Katholischen Jugendfürsorge
der Erzdiözese München und Freising e.V. in der Ebersberger Kerzenmanu­
faktur gegossen.

An mehreren Stellen öffnet sich die Wachshaut der Kerze und gibt
den Blick auf das rote Innere frei. Die „Wunden“ sind nicht nur Zeichen
der Zerstörung, sondern der Verwandlung und können als Assoziationen an
die fünf Wunden Christi aufgefasst werden. Sie verweisen auf die Katastro­
phen und die Brutalität in der Welt sowie auf die Verletzlichkeit des Men­
schen und der Natur. Das Innere der Kerze, die Mitte, symbolisiert das Herz:
Ursprung, Wärme und Leben. Das Licht, das an Ostern entzündet wird,
durchdringt das Gewebe und macht die innere Glut sichtbar. Verletzlichkeit
wird nicht verborgen, sondern zum Ort der Durchlässigkeit. In dieser Offen­
heit liegt der Ruf zur Rückbesinnung auf Humanität sowie die Hoffnung auf
Auferstehung und neues Leben. Auferstehung erscheint hier als Heilung
des Verwundeten durch dessen Verwandlung in Licht. So verbindet die
Osterkerze Raum, Handlung und Gemeinschaft.

Der Kirchenraum ist nicht nur der Aufstellungsort, sondern Ursprung der
Form. Das Licht wird zum sichtbaren Zeichen eines lebendigen Zusammen­
hangs – zwischen Innen und Außen, Körper und Raum, Mensch und Glau­
ben. Die Osterkerze wird so zum skulpturalen Zeitprotokoll: entstanden aus
Bewegung, offen für Veränderung, im Abbrennen sich weiter wandelnd.

NETZWERK GEWEBE
 KATHARINA LEHMANN
ROTER KERN PROZESS
OSTERKERZE STRUKTU
   AUFERSTEHUNG
© KATHARINA LEHMANN

KIRCHE
KUNST
PASTORAL
IN DER ERZDIÖZESE MÜNCHEN UND FREISING
INFINITE WALK
 KATHARINA LEHMANN
             ROTER KERN
OSTERKERZE ÖFFNUNG
    AUFERSTEHUNG
Seit 2019 wird die Osterkerze für St. Paul von der Kunstpastoral als Auftrag
an Künstler:innen vergeben – dies waren bisher: Dorothea Frigo, Lothar Göt­
ter, Susanne Wagner, Bruno Wank (aufgrund des Beginns des Angriffskrie­
ges gegen die Ukraine zwei Mal), Judith Egger und Guido Weggenmann.

Dieses Projekt findet zunehmend Aufmerksamkeit. Für die Osterkerze 2026
bat Margit Huber, 1. Vorständin der GEDOK München, zum 100. Geburtstag
der GEDOK, dem größten interdisziplinären Netzwerk für Künstlerinnen in
Europa, einen Wettbewerb unter Künstlerinnen der GEDOKmuc hierfür
durchzuführen. Sehr gerne schrieb die Kunstpastoral diesen Wettbewerb in
Zusammenarbeit mit der GEDOKmuc aus. Es gab mehrere sehr spannende
Einreichungen, unter denen die Fachjury das Konzept von Katharina Leh­
mann auswählte.

KATHARINA LEHMANN

Wurde 1984 in Westsibirien geboren, lebt und arbeitet in München. 2006
Abschluss der Designschule München; zuvor Studienaufenthalt an der Hy­
vinkää School of Art in Finnland. Sie erhielt mehrere nationale und interna­
tionale Auszeichnungen. 2019/20 nahm sie an der sechsmonatigen Künst-
lerresidenz „The Swatch Art Peace Hotel“ in Shanghai teil. Durch ihren „In­
finite Walk“ erschafft sie Gewebeareale, indem sie mit kilometerlangem
Faden und Acrylfarbe Flächen abschreitet. Ihre Werke entführen in eine
Welt, in der sich zarte Muster mit tiefgreifenden gesellschaftlichen Fragen
verbinden. www.katharinalehmann.art

Katharina Lehmann überträgt die beim „Infinite Walk“ in St. Paul im Januar 2026
entstandene Struktur (Bild oben)
mittels eines erhitzen Kännchens in Wachs (Bild unten).
Erzdiözese München und Freising (KdöR),
vertreten durch das Erzbischöfliche Ordinariat München,
Generalvikar Christoph Klingan, Kapellenstraße 4, 80333 München

Verantwortlich: Ressort Seelsorge und kirchliches Leben, Fachbereich Kunstpastoral, Ulrich Schäfert,
St.-Pauls-Platz 10, 80336 München, kunstpastoral@eomuc.de; © Alle Rechte bei der Künstlerin
Interdisziplinäres Künstlerinnen-Netzwerk
GEDOK München e.V., Schleißheimer Str. 61, 80797 München
www.gedok-muc.de, mail@gedok-muc.de

© DENIS LEHMANN
© JULIA MILBERGER