Dr. Nancy Aris erinnert an 65 Jahre Mauerbau in Berlin; Mindestens 140 Tote durch Fluchtversuche.
65 Jahre Mauerbau: Erinnerung braucht neue Zugänge | Der Sächsische Landtag
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65 Jahre Mauerbau: Erinnerung braucht neue Zugänge
Am 13. August 2026 jährt sich der Bau der Berliner Mauer zum 65. Mal. Die Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Dr. Nancy Aris, erinnert an das Leid, das die deutsche Teilung für die Menschen in Ost und West brachte. Fast 30 Jahre lang teilte die Mauer Berlin und die beiden deutschen Staaten. Sie war das Symbol der Unfreiheit und prägte eine ganze Epoche. An der Mauer zerbrachen Freundschaften und Familien, Karrieren und Lebensträume. Mindestens 140 Menschen kamen bei einem Fluchtversuch ums Leben.
„Heute ist die Mauer Geschichte: die friedliche Revolution brachte sie zu Fall, genauso wie das Regime, das sie errichten ließ. Für junge Menschen ist das alles sehr weit weg. Deshalb braucht es neue Wege, wenn wir junge Menschen erreichen wollen. Wir müssen ihnen Formate anbieten, die an ihre Lebenswelt anknüpfen, wenn wir Geschichte lebendig und verständlich vermitteln wollen“, sagt Dr. Nancy Aris.
Ein gelungenes Beispiel ist der Podcast Zeitkapsel Achim, wie hast du Menschen aus der DDR geschmuggelt? . Darin sprechen die Jugendlichen Eva und Josef mit dem Zeitzeugen Achim Neumann. Neumann floh nach dem Mauerbau aus der DDR. Er schloss sich einer Gruppe an, die Fluchttunnel von West- nach Ost-Berlin grub. Die Gespräche mit Achim machen beklemmend erlebbar, wie kompliziert und gefährlich so eine Flucht war.
„Solche persönlichen Geschichten machen Geschichte greifbar. Wenn Jugendliche einen Gesprächspartner in ihrem Alter auf der einen und einen Zeitzeugen auf der anderen Seite erleben, entstehen Fragen, die ein Geschichtsbuch eher nicht hervorruft. Genau solche Zugänge brauchen wir“, so Aris.
Auch die geplante Lehrplanreform böte aus Sicht der Landesbeauftragten die Chance, die Geschichte der deutschen Teilung und der SED-Diktatur fest im schulischen Lernen zu verankern. Hier gehe es vor allem darum, die Inhalte nicht nur fakultativ anzubieten, sondern prüfungsrelevant zu machen.
„Bei dieser Reform darf die Geschichte der deutschen Teilung nicht vergessen werden. Gerade weil die Zahl der Menschen mit eigenen Erinnerungen an den Mauerbau abnimmt, müssen wir dafür sorgen, dass diese Geschichte auch künftig ihren Platz in Schule und Gesellschaft hat“, sagt Aris.
Pressekontakt: Dr. Alexander Müller Referent für Politische Bildung, Öffentlichkeitsarbeit Tel.: +49 (0)351 493 3705 | Fax: +49 (0)351 451031 3709 E-Mail: alexander.mueller@slt.sachsen.de | lasd.landtag.sachsen.de