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title: "Thüringer Gesundheitsministerium und Thüringer Umweltministerium veröffentlichen Hitzeaktionsplan Thüringen; Schutz vulnerabler Gruppen verbessern"
sdDatePublished: "2026-08-11T14:27:00Z"
source: "https://soziales.thueringen.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/Hitzeaktionsplan_des_Landes_Th%C3%BCringen.pdf"
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  - name: "public health"
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  - name: "climate change"
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  - "Erfurt"
  - "Germany"
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Thüringer Gesundheitsministerium und Thüringer Umweltministerium veröffentlichen Hitzeaktionsplan Thüringen; Schutz vulnerabler Gruppen verbessern

Hitzeaktionsplan des Landes Thüringen

Hitzeaktionsplan
des Landes Thüringen

Vorwort
Gesundheitsministerin Katharina Schenk

Liebe Leserinnen und Leser,
Hitzeereignisse
nehmen
auch
in
Thüringen
an
Häufigkeit und Intensität zu. Die Sommer der letzten
Jahre
haben
bereits
deutlich
gezeigt,
welche
Belastungen langanhaltende Hitze für viele Menschen
mit sich bringt. Besonders ältere Menschen, Kinder,
chronisch Erkrankte und andere vulnerable Gruppen
sind gesundheitlich gefährdet.
Hitze ist das größte gesundheitliche Risiko des
Klimawandels in Deutschland. Deshalb gehört der
Schutz der Bevölkerung vor den Folgen extremer Hitze
zu den zentralen Aufgaben einer vorausschauenden
Gesundheitsvorsorge. Unser Ziel ist es, gesund-
heitliche Risiken frühzeitig zu erkennen und wirksam zu
minimieren.
Mit dem vorliegenden Hitzeaktionsplan haben das
Thüringer Gesundheitsministerium und das Thüringer
Umweltministerium
gemeinsam
eine
wichtige
Grundlage geschaffen. Der Maßnahmenkatalog bildet
das Herzstück des Hitzeaktionsplans. Er umfasst 21
Maßnahmen im Verantwortungsbereich der Landes-
verwaltung,
die
dazu
beitragen
sollen,
die
gesundheitlichen
Belastungen
durch
Hitze
zu
verringern und insbesondere vulnerable Personen-
gruppen besser zu schützen. Zugleich richten sich viele
Maßnahmen an die gesamte Bevölkerung und leisten
einen Beitrag dazu, gesundheitliche Chancengleichheit
im Hitzeschutz zu stärken.
Die Maßnahmen verbinden kurzfristiges Handeln mit
langfristiger
Vorsorge.
Sie
reichen
von
akuten
Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung während
konkreter Hitzeereignisse über saisonale Informations-
und Sensibilisierungsangebote bis hin zu präventiven
Ansätzen, die den gesundheitlichen Hitzeschutz
dauerhaft in Planungs- und Entscheidungsprozessen
verankern. Ein besonderer Schwerpunkt liegt darauf,
Wissen über die gesundheitlichen Risiken von Hitze
sowie
über
wirksame
Schutz-
und
Vorsorge-
maßnahmen zu vermitteln und damit die Prävention
nachhaltig zu stärken.
Dabei
wird
deutlich:
Hitzeschutz
ist
eine
Querschnittsaufgabe.
Er
gelingt
nur
im
engen
Zusammenwirken von Gesundheits-, Umwelt- und
Klimapolitik. Die ressortübergreifende Zusammen-
arbeit mit dem Thüringer Ministerium für Umwelt,
Energie, Naturschutz und Forsten war deshalb von
Beginn an ein wesentlicher Bestandteil bei der

Erarbeitung dieses Hitzeaktionsplans. Gemeinsam mit
der Kommunalen Hitze-Toolbox für die Thüringer
Kommunen ergänzt der Hitzeaktionsplan bestehende
Unterstützungsangebote und trägt dazu bei, den
Hitzeschutz im Rahmen der Klimaanpassung in
Thüringen weiterzuentwickeln.
Mein Dank gilt allen, die an der Erarbeitung des
Hitzeaktionsplans mitgewirkt haben. Der vorliegende
Plan schafft eine gemeinsame Grundlage für den
gesundheitlichen Hitzeschutz in Thüringen und soll
dazu beitragen, das Thema auf allen Ebenen weiter zu
verankern und gemeinsam voranzubringen.

Katharina Schenk
Thüringer Ministerin für Soziales, Gesundheit,
Arbeit und Familie

Vorwort
Umweltminister Tilo Kummer

Liebe Thüringerinnen und Thüringer,
Hitze gehört zu den deutlichsten und für jeden
fühlbaren Folgen des Klimawandels und sie betrifft
längst nicht mehr nur einzelne außergewöhnliche
Sommertage. Die jährliche Anzahl der Heißen Tage (≥
30 °C) hat sich im Thüringer Flächenmittel mehr als
verdoppelt – von 4 Tagen pro Jahr (1961–1990) auf 9
Tage pro Jahr (1995–2024). Bis zur Mitte des
Jahrhunderts (2031–2060) werden bis zu 13 Heiße
Tage pro Jahr in Thüringen erwartet, bis Ende des
Jahrhunderts könnten es im Mittel 26 Heiße Tage pro
Jahr sein. Diese wirken sich auf unsere Gesundheit,
unsere Städte und Gemeinden sowie auf Natur, Umwelt
und Infrastruktur aus. Vor diesem Hintergrund gewinnt
die enge Verzahnung von Gesundheitsvorsorge und
Klimaanpassung zunehmend an Bedeutung. Neben
einer
konsequenten
Minderung
der
Treibhaus-
gasemissionen
müssen
wir uns frühzeitig und
vorausschauend auf die unvermeidbaren Folgen des
Klimawandels vorbereiten und handeln.
Die Anpassung an den Klimawandel ist eine zentrale
Aufgabe des Thüringer Ministeriums für Umwelt,
Energie, Naturschutz und Forsten (TMUENF). Mein Haus
setzt das Bundes-Klimaanpassungsgesetz um und hat
die vorsorgende Klimaanpassungsstrategie für den
Freistaat erarbeitet. Der nun vorliegende Hitze-
aktionsplan
ist
ein
wichtiger
Baustein
dieser
Klimaanpassungsstrategie und steht zugleich für die
kontinuierliche
Weiterentwicklung
der
Thüringer
Klimaanpassungspolitik. Bereits 2019 wurde der
Hitzeaktionsplan als eine wichtige Maßnahme im
Handlungsfeld Gesundheit des damaligen Integrierten
Maßnahmenprogramms zur Anpassung an die Folgen
des
Klimawandels
(IMPAKT)
verankert.
Der
Hitzeaktionsplan
schafft
einen
landesweiten
Orientierungsrahmen und ergänzt die bestehenden
Maßnahmen der kommunalen Hitzevorsorge sinnvoll.
Mit der Kommunalen Hitze-Toolbox Thüringen hat das
TMUENF bereits im Vorgriff auf den Hitzeaktionsplan
wichtige
Grundlagen
geschaffen,
um
Städte,
Gemeinden und Landkreise bei der Entwicklung und
Umsetzung wirksamer Hitzeschutzmaßnahmen zu
unterstützen. Der Hitzeaktionsplan knüpft daran an
und verbindet die kommunalen Aktivitäten mit einem
gemeinsamen landesweiten Ansatz. So entsteht ein

abgestimmtes Vorgehen, das den Schutz besonders
gefährdeter Bevölkerungsgruppen verbessert.
Durch die Klimapaktmittel, die an Gemeinden und
Landkreise
ausgereicht
werden,
besteht
die
Möglichkeit, die Maßnahmen aus der kommunalen
Hitze-Toolbox auch zeitnah vor Ort umzusetzen. Dass
dies geschieht, sehen wir an den Rückmeldungen der
Gemeinden, die diese Finanzmittel sehr häufig für
Hitzeschutzmaßnahmen verwenden.
Seit der gemeinsamen Entwicklung der Kommunalen
Hitze-Toolbox
wurde
die
ressortübergreifende
Zusammenarbeit
weiter
ausgebaut.
Dies
zeigt:
Wirksamer Hitzeschutz gelingt nur im Schulterschluss
von Gesundheitsvorsorge und Klimaanpassung. Lassen
Sie uns diesen Weg gemeinsam weitergehen, damit
Thüringen auch in einem sich wandelnden Klima
lebenswert und widerstandsfähig bleibt.

Tilo Kummer
Thüringer Minister für Umwelt, Energie, Naturschutz
und Forsten

Vorwort Gesundheitsministerin Katharina Schenk ................................................................................................... 2
Vorwort Umweltminister Tilo Kummer ..................................................................................................................... 3
Abbildungsverzeichnis .......................................................................................................................................... 5
Tabellenverzeichnis ............................................................................................................................................... 5
Einleitung .............................................................................................................................................................. 7
Fachliche Grundlagen: Klimatische
Entwicklungen in Thüringen – Schwerpunkt Hitze ......................................... 10
Temperaturentwicklung – Heiße Tage .......................................................................................................... 10
Exkurs: Fallbeispiel Jena: Entwicklung von Hitzeparametern in der Stadt ........................................................ 14
Fachliche Grundlagen:
Gesundheitsrisiken durch Hitze und UV- Strahlung .......................................................... 17
Hitzeassoziierte Mortalität .......................................................................................................................... 18
Hitzeassoziierte Morbidität ......................................................................................................................... 20
Risiken durch UV-Strahlung ......................................................................................................................... 21
UV-Strahlung und Hautkrebs in Thüringen .................................................................................................... 22
Fachliche Grundlagen: Kernelemente der Hitzeaktionsplanung .............................................................................. 23
Kernelement I: Zentrale Koordinierung und interdisziplinäre Zusammenarbeit ............................................... 25
Kernelement II: Nutzung eines Hitzewarnsystems ......................................................................................... 26
Kernelement III: Information und Kommunikation ......................................................................................... 26
Kernelement IV: Reduzierung von Hitze in Innenräumen ............................................................................... 27
Kernelement V: Besondere Beachtung von Risikogruppen ............................................................................ 27
Kernelement VI: Vorbereitung der Gesundheits- und Sozialsysteme .............................................................. 29
Kernelement VII: Langfristige Stadtplanung und Bauwesen ........................................................................... 30
Kernelement VIII: Monitoring und Evaluation der Maßnahmen ...................................................................... 30
Übergreifende Koordination und Kooperationen in der Hitzevorsorge ..................................................................... 32
Das Netzwerk „Hitzeaktionsplan des Landes Thüringen“ .............................................................................. 32
Unterstützung der Kommunalebene im HAPT................................................................................................ 33
Einführung in den Maßnahmenkatalog ................................................................................................................. 36
Maßnahmen des HAPT nach
Kernelementen ...................................................................................................... 40
Ausblick .............................................................................................................................................................. 77
Monitoring und Evaluation .......................................................................................................................... 77
Ressourcensicherung .................................................................................................................................. 77
Verzeichnisse ...................................................................................................................................................... 80
Glossar....................................................................................................................................................... 80
Abkürzungsverzeichnis ............................................................................................................................... 82
Quellenverzeichnis ..................................................................................................................................... 84

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Beobachtete Entwicklung der jährlichen Anzahl der Heißen Tage in Thüringen ............................................ 11
Abb. 2: Entwicklung der beobachteten und zukünftigen jährlichen Anzahl der Heißen Tage in Thüringen ................. 12
Abb. 3: Wärmebelastungsindex für die Stadt Saalfeld/Saale ................................................................................. 13
Abb. 4: Hitze-Radar für die Stadt Jena ................................................................................................................... 15
Abb. 5: Geschätzte Anzahl hitzebedingter Sterbefälle im Zeitraum 2016 bis 2025 in Deutschtschland ............