ja! Tiefkühlbeeren-Rückruf bei Aldi, Lidl und Netto in Deutschland; Noroviren in Bio-Beerenmischungen bundesweit nachgewiesen

Rückruf von Tiefkühlbeeren der Marke ja! sowie bei Aldi, Lidl und Netto | Verbraucherzentrale.de

Rückruf von Tiefkühlbeeren der Marke ja! sowie bei Aldi, Lidl und Netto

Mehrere Discounter rufen eine Vielzahl von Tiefkühlbeeren-Chargen wegen Noroviren zurück. Kürzlich hat die REWE Group Tiefkühlbeeren wegen Hepatitis-A-Viren zurückgerufen, im Mai Globus. Vom Verzehr wird dringend abgeraten. Die Verbraucherzentrale rät, Tiefkühlbeeren vor der Verwendung zu kochen.

Schon seit Mai werden immer wieder Tiefkühlbeeren verschiedenster Anbieter zurückgerufen. Betroffen sind auch Bio-Beerenmischungen.

Konkret geht es um Angebote bei Aldi Nord und Süd, bei Netto Marken-Discount, Lidl, ja!

Rewe und Globus. Grund für den Rückruf sind aktuell Noroviren, zuvor ging es um Hepatitis-Viren. Aus den Regalen im Handel wurden die Packungen bereits entfernt. Die betroffenen Chargen sind unten aufgeführt.

In den Beerenmischungen von ja! und Globus wurden Hepatitis-A-Viren nachgewiesen. Die Erkrankung tritt erst mit ca. 4 Wochen Verzögerung auf, kann zu schweren Symptomen führen.

In der Bio-Beerenmischungen von Lidl, Aldi und Netto wurden Noroviren nachgewiesen, die zu sehr plötzlichen heftigen Durchfällen und schwallartigem Erbrechen führen können.

Welche Produkte sind vom Rückruf wegen Noroviren betroffen?

bio Beerenmischung tiefgefroren (300-Gramm-Packung, Aldi)

Mit dieser Bezeichnung werden die betroffenen Beeren bei Aldi Nord und Aldi Süd verkauft. Folgende Packungen werden dort zurückgerufen, weil sie mit Noroviren belastet sein könnten:

Sie haben die Mindesthaltbarkeitsdaten 21.03.2028, 22.03.2028 und 23.03.2028. Produziert wird die Ware von der Jütro Tiefkühlkost GmbH & Co. KG.

Freshona Bio Beerenmischung von Lidl (300-Gramm-Packung)

Der Rückruf betrifft die Mindesthaltbarkeitsdaten 22.02.2028, 23.02.2028, 02.03.2028, 14.04.2028, 17.04.2028 und 18.04.2028 mit folgenden Chargennummern:

Hersteller ist auch hier die Firma Jütro Tiefkühlkost. Das Produkt wurde in allen Lidl-Filialen in Österreich und Deutschland verkauft. Es kann in allen Lidl-Filialen auch ohne Kaufbeleg zurückgegeben werden.

BioBio Beerenmischung von Netto Marken-Discount (300-Gramm-Packung)

Bei Netto sind Packungen mit der Chargennummer L270326B3 und dem Mindesthaltbarkeitsdatum 26.03.2026 betroffen. Der Hersteller Jütro Tiefkühlkost gibt an, dass das Produkt deutschlandweit verkauft wurde.

Aus allen Märkten von Aldi, Lidl und Netto seien laut Jütro Tiefkühlkost die betroffenen Chargen aus dem Handel genommen worden. Wer trotzdem betroffene Packungen zu Hause hat, kann sie auch ohne Kassenbon in jeder Filiale des entsprechenden Discounters zurückgeben.

Welche Produkte sind vom Rückruf wegen Hepatitis-A-Viren betroffen?

Der Rückruf für das Ja!-Produkt betrifft derzeit ausschließlich die Chargennummer L-26085, GTIN: 4337256908795 mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 15.03.2028 .

Hersteller ist die Eurogroup España Frutas y Verduras S.A.U., Ronda Narciso Monturiol 6, 208 B, 46980 Paterna (Valencia)

Verkauft wurde die Beerenmischung nach bisherigem Kenntnisstand (28. Juli 2026) in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Bremen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Sachsen.

Ja-Produkte werden vor allem in Geschäften der REWE-Group wie Rewe und Nahkauf, aber z. B. auch bei Hit verkauft.

Diese Beerenmischungen können auch ohne Kaufbeleg in das Geschäft zurückgebracht werden. Der Kaufpreis wird erstattet.

Bereits seit dem 8. Mai 2026 wird der Globus Beeren-Mix , tiefgekühlt (300-Gramm-Packung) mit der Chargennummer 355

10000-001 und dem Mindesthaltbarkeitsdatum 29.09.2027 bundesweit zurückgerufen. Er wurde über die Globus-Verbrauchermärkte bundesweit verkauft.

Die Ursprungsware für die möglicherweise mit Hepatits -Viren belasteten Beeren kam laut Europäischem Schnellwarnsystem RASFF aus Serbien bzw. aus Serbien und Polen. Als Hersteller

Inverkehrbringer ist die Globus Markthallen Holding GmbH & Co. KG angegeben.

Wie gefährlich ist Hepatitis A?

Hepatitis A gehört zu den Erkrankungen, die in Deutschland meist durch Viren in Lebensmitteln (z.B. Tiefkühlkost) übertragen werden. Auch Muscheln oder Austern aus dem Mittelmeerraum sind häufiger betroffen. Auf Fernreisen können neben frischem, vorgeschnittenem Obst und Gemüse auch Eiswürfel und nicht abgepacktes Trinkwasser ein Problem darstellen.

Erste Symptome sind häufig Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen, allgemeines Krankheitsgefühl und gelegentlich erhöhte Temperatur . Es kann zu einer Gelbsucht mit Gelbfärbung von Haut und Bindehaut, dunklem Urin, entfärbtem Stuhl und starkem Juckreiz der Haut kommen. Die Beschwerden bleiben in der Regel wenige Tage bis mehrere Wochen bestehen. Insbesondere ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen der Leber können schwerere Krankheitsverläufe entwickeln.

Gegen Hepatits A kann man sich vorbeugend impfen lassen. Aber auch bis zu 14 Tage nach dem Verzehr des Produkts kann noch geimpft werden.

Informationen zu Hepatitis A gibt es beim Robert-Koch-Institut . Wichtig: Wenn Sie infiziert sind, können Sie andere Personen anstecken. Deshalb sind eine gründliche Händehygiene und die Einhaltung weitere Handhygiene-Maßnahmen besonders wichtig.

Für Hepatitis A besteht in Deutschland gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG) eine namentliche Meldepflicht. Das zuständige Gesundheitsamt muss sowohl bei einem Krankheitsverdacht und der Erkrankung als auch beim direkten oder indirekten Nachweis des Erregers (akute Infektion) schnell informiert werden.

Wie schnell merke ich, ob ich erkrankt bin?

Es ist oft schwierig, einen zeitlichen Zusammenhang zwischen dem Verzehr eines Lebensmittels und einer Erkrankung herzustellen. Das gilt besonders in diesem Fall, da zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung 15 bis 50 Tage liegen können, im Durchschnitt sind es 4 Wochen.

Eine Norovirus-Erkrankung tritt innerhalb von 10 bis 50 Stunden nach der Infektion auf. Sie äußert sich durch plötzlichen heftigen Durchfall, schwallartiges Erbrechen und gelegentlich auch Fieber. Die Symptome lassen nach wenigen Tagen von selbst nach. Problematisch ist der starke Flüssigkeitsverlust durch die starken Brechdurchfälle. Das stellt vor allem für Säuglinge, Kleinkinder und ältere Menschen eine Gefahr dar. Dadurch entwickeln sich schwerere Krankheitsverläufe mit ausgeprägtem Schwächegefühl und Schwindel. Wenn nach dem Verzehr dieser Beeren schwere oder länger anhaltende Symptome auftreten, sollten Sie ärztliche Hilfe suchen und auf eine mögliche Norovirus-Infektion hinweisen. Es ist wichtig, den zum Teil erheblichen Flüssigkeits- und Elektrolytverlust möglichst auszugleichen.

Informationen zu Noroviren gibt es beim Robert-Koch-Institut . Auch diese Erkrankung ist meldepflichtig. Eine Impfung steht nicht zur Verfügung. Wichtig ist die konsequente Einhaltung der allgemeinen Hygieneregeln. Wenn möglich sollten die betroffenen Personen separate Toiletten nutzen.

Was kann ich tun, um mich gegen Hepatitis-A- und Noroviren zu schützen?

Es gibt immer mal wieder größere Krankheitsausbrüche z. B. in Schulen oder Altenheimen durch Tiefkühlbeeren aus dem Lebensmittelhandel. (In Privathaushalten wird das in der Regel gar nicht bekannt.) Grund dafür ist der unsachgemäße Umgang mit solchen Beerenmischungen. Schon seit vielen Jahren warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung davor, TK-Obst roh zu verzehren und mit ihnen Smoothies, Shakes oder Eis zuzubereiten. Es rät, Tiefkühlbeeren grundsätzlich vor dem Verzehr aufzukochen . Solche Beeren können außer mit Hepatitis-A-Viren bei unsachgemäßer Produktion (unsauberes Waschwasser) auch mit Noroviren belastet sein.

Auch Muscheln sollten nur gut durchgegart gegessen werden.

Eine Alternative sind Tiefkühlfrüchte aus dem eigenen Garten oder gut gewaschenes, abgetropftes, selbst tiefgekühltes Obst aus der Saison und der Region.

Erhitzungshinweis fehlt: Wie reagieren die Anbieter von Tiefkühlbeeren auf die Kritik?

Die Verbraucherzentrale Bayern hat seit Ende Juli 2026 verschiedene Unternehmen befragt: Wie gehen sie mit dem Risiko von Krankheitserregern und ihren Rezeptempfehlungen um?

Der Grund dafür: Auf vielen Verpackungen fehlt ein klarer Hinweis, dass man die Früchte vor dem Essen erhitzen sollte. Gleichzeitig zeigen viele Anbieter auf ihren Webseiten Rezepte, in denen die Beeren roh verwendet werden – beispielsweise in Smoothies, Bowls oder Desserts.

Das ist problematisch, denn diese widersprüchlichen Informationen können Verbraucher:innen verunsichern. Besonders gefährdet sind:

Nur wenige Unternehmen haben auf die Kritik reagiert und Verbesserungen angekündigt. Alnatura und NORMA zeigten sich einsichtig: Sie wollen ihre Kommunikation überprüfen beziehungsweise haben bereits Anpassungen vorgenommen. Alnatura verwies zudem darauf, den Hinweis zur Erhitzung bewusst auf der Verpackung zu platzieren.

Andere Unternehmen reagierten dagegen eher ausweichend - mit allgemeinen Hinweisen auf Qualitätssicherung, bestehende Kennzeichnungen oder Abläufe bei Rückrufen. Auf die konkrete Kritik der Verbraucherzentralen, dass Erhitzungshinweise auf Verpackungen und Rezepte ohne Erhitzen angeboten werden, sind diese Firmen kaum eingegangen:

Besonders kritisch sehen die Verbraucherzentralen den Hersteller Jütro. Vor dort stammten die zuletzt zurückgerufenen, mit Noroviren belasteten Tiefkühlbeeren. Trotzdem verkauft Jütro weiterhin ein Produkt namens „Früchtemix für Smoothies (Fruit Mix)“ - ein Name, der nahelegt, man könne die Beeren ohne Erhitzen verwenden.

Das sendet aus Sicht der Verbraucherzentralen ein widersprüchliches Signal: Während Behörden und Rückrufe vor rohem Verzehr warnen, vermittelt die Produktgestaltung das Gegenteil. Jütro hat auf die Anfrage der Verbraucherzentralen nicht reagiert.

Alle Informationen zum Produktrückruf finden Sie hier:

Wir informieren Kund:innen sowohl in den Filialen, als auch über die Website über den Produktrückruf.

Die Sicherheit unserer Produkte hat für uns höchste Priorität. Alle Alnatura Produkte unterliegen strengen Qualitätskontrollen, wir lassen die Produkte regelmäßig von unabhängigen Laboren auf relevante Qualitäts- und Sicherheitsparameter prüfen.

Der Erhitzungshinweis auf der Verpackung unserer Tiefkühl-Beeren basiert auf den geltenden Empfehlungen zur sicheren Verwendung von Tiefkühlbeeren. Hintergrund ist, dass rohe und unerhitzte Beeren Keime oder Viren enthalten können. Die Empfehlung dient dem vorsorglichen Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher, insbesondere sensibler Personengruppen.

Das betreffende Rezept auf unserer Website hat diesen Hinweis bislang nicht ausdrücklich aufgegriffen. Wir überprüfen unsere Rezeptkommunikation derzeit und werden sie bei Bedarf anpassen, um eine einheitliche und klare Verbraucherinformation sicherzustellen.

Für all unsere Eigenmarkenprodukte gelten äußerst strenge Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen. Unsere Lieferanten sowie wir selbst lassen die Produkte regelmäßig durch externe, akkreditierte Labore überprüfen. Darüber hinaus erfolgen fortlaufende Kontrollen im Rahmen der amtlichen Lebensmittelüberwachung.

Selbstverständlich halten wir uns bei der Kennzeichnung unserer Produkte an die geltenden rechtlichen Vorgaben.

Unabhängig davon setzen wir uns kontinuierlich mit relevanten Fragestellungen rund um unsere Produkte auseinander und prüfen fortlaufend mögliche Optimierungspotenziale.

Die Sicherheit und Qualität unserer Eigenmarken-Produkte sowie das Vertrauen unserer Kundinnen und Kunden haben für uns oberste Priorität.

Sämtliche von uns vertriebenen Eigenmarken-Artikel entsprechen den gesetzlichen Vorgaben des deutschen und europäischen Lebensmittelrechts, insbesondere den Anforderungen der Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV). Die Kennzeichnung unserer Produkte wird im Rahmen unseres internen Qualitätsmanagements kontinuierlich überprüft.

Um den Informationsbedürfnissen der Verbraucherinnen und Verbraucher gerecht zu werde