Studie untersucht Süßes in 180 Teilnehmenden; keine Unterschiede in Vorliebe nach sechs Monaten
Weniger Süßes, weniger Verlangen danach? Eine Studie widerspricht der verbreiteten Annahme | aponet.de
Peter Erik Felzer | 12.08.2026 10:30 Uhr
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Weniger Süßes, weniger Verlangen danach? Eine Studie widerspricht der verbreiteten Annahme
Wer weniger Zucker und Co. isst, gewöhnt sich angeblich an einen weniger süßen Geschmack. Eine neue Studie kommt nun zu einem überraschenden Ergebnis: Selbst nach sechs Monaten änderten sich weder die Vorlieben für Süßes noch wichtige Gesundheitswerte.
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Viele Menschen versuchen, ihren Appetit auf Süßes zu zügeln, indem sie süß schmeckende Lebensmittel möglichst meiden. Doch genau dieser Ansatz könnte weniger wirksam sein als oft angenommen. In einer sechsmonatigen Studie wurden 180 Teilnehmende in drei Gruppen eingeteilt. Sie erhielten Ernährungspläne mit hohem, durchschnittlichem oder niedrigem Anteil süß schmeckender Lebensmittel. Die Süße stammte dabei nicht nur aus Zucker, sondern auch aus natürlich süßen Lebensmitteln und kalorienarmen Süßstoffen.
Was nach sechs Monaten ohne viel Süßes passierte
Das überraschende Ergebnis: Am Ende der Studie zeigten sich zwischen den Gruppen keine bedeutsamen Unterschiede bei der Vorliebe für süße Lebensmittel oder bei der Wahrnehmung von Süße. Wer weniger süß aß, verlor also nicht seinen Geschmack für Süßes. Gleichzeitig entwickelten Menschen mit besonders süßer Ernährung keine stärkere Vorliebe für süße Speisen. Veröffentlicht wurde die Studie im American Journal of Clinical Nutrition.
Gewicht und andere Werte blieben ähnlich
Die Forschenden untersuchten nicht nur die Geschmackspräferenzen. Sie erfassten auch das Körpergewicht und analysierten Blut- sowie Urinproben auf Marker, die mit Diabetes- und Herz-Kreislauf-Risiken in Verbindung stehen. Auch hier zeigte sich nach sechs Monaten kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen. Weder Gewicht noch die gemessenen Gesundheitsmarker entwickelten sich unterschiedlich, obwohl die Teilnehmer verschieden viel süß schmeckende Nahrung zu sich nahmen.
Warum süßer Geschmack nicht mit Zucker gleichzusetzen ist
Die Ergebnisse stellen die verbreitete Annahme infrage, dass eine geringere Aufnahme süß schmeckender Lebensmittel automatisch dazu führt, dass Menschen weniger Süßes mögen oder verlangen. Nach Ansicht der Forschenden sollte der Fokus möglicherweise stärker auf dem tatsächlichen Zuckergehalt und auf energiereichen Lebensmitteln liegen, nicht auf dem süßen Geschmack allein.
Das ist ein wichtiger Unterschied: Ein Lebensmittel kann süß schmecken, weil es Zucker enthält, aber auch durch natürlich vorkommende Zucker oder kalorienarme Süßstoffe. Umgekehrt können manche Produkte reichlich Zucker enthalten, ohne besonders süß zu schmecken.
Was die Studie nicht beantworten kann
Die Untersuchung hat die Studienteilnehmenden war zwar zufällig auf die drei Gruppen viel, durchschnittlich oder wenig Süßes aufgeteilt und gilt damit als aussagekräftig. Dennoch wurden die Teilnehmenden nur über sechs Monate beobachtet. Zudem zeigt die Studie lediglich, dass sich die gemessenen Werte in diesem Zeitraum nicht unterschieden. Ob andere Effekte bei längerer Beobachtungsdauer auftreten könnten, lässt sich daraus nicht ableiten.
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