Junge Menschen gestalten Sachsen-Anhalt in Magdeburg; 23 Partnerschaften unter Druck
Junge Menschen gestalten Sachsen-Anhalt – wenn man sie lässt | AWO Landesverband Sachsen-Anhalt
Junge Menschen gestalten Sachsen-Anhalt – wenn man sie lässt
- August 2026 , Magdeburg
Wie soll Sachsen-Anhalt in Zukunft aussehen? Diese Frage bewegt viele junge Menschen. Sie wollen mitreden, Verantwortung übernehmen und ihre Heimat mitgestalten. Dafür brauchen sie Räume, Gelegenheiten und Menschen, die ihnen zuhören. Wenige Wochen vor der Landtagswahl am 6. September macht die AWO Sachsen-Anhalt zum Internationalen Tag der Jugend am 12. August darauf aufmerksam, dass genau diese Beteiligungsmöglichkeiten unter Druck geraten.
Wie Mitgestaltung gelingt, zeigt die Partnerschaft für Demokratie Burg und südliches Jerichower Land, deren Koordinierungs- und Fachstelle die AWO Sachsen-Anhalt verantwortet. Dort organisieren Jugendliche eigene Projekte und Veranstaltungen. So gestalteten junge Menschen des Cornelius-Werks ein offenes Zuckerfest für Begegnung und Austausch. Das von Jugendlichen organisierte Kleinfeldturnier des Kinder- und Jugendforums in Burg fand bereits zum sechsten Mal statt und zieht inzwischen Teams aus mehreren Bundesländern an. Gerade im ländlichen Raum schaffen solche Angebote wichtige Freiräume für Engagement und gesellschaftliche Teilhabe.
„Wer erlebt, dass die eigene Meinung zählt und das eigene Engagement etwas bewirken kann, entwickelt Vertrauen in die Gesellschaft und übernimmt Verantwortung für das Gemeinwesen. Genau diese Erfahrungen brauchen junge Menschen heute mehr denn je”, sagt Steffi Schünemann, Vorständin der AWO Sachsen-Anhalt.
Wie groß der Wunsch nach Mitgestaltung ist, zeigt auch das Projekt „Haus der Zukunft – 1000 Steine" der AWO in Sachsen-Anhalt: Mehrere Hundert Menschen aus Schulen, Vereinen und Einrichtungen haben bislang rund 2.000 Steine mit ihren Ideen für die Zukunft gestaltet, doppelt so viele, wie der Projektname vorsah. Nach dem erfolgreichen Auftakt in Magdeburg und Zeitz steht als nächste Station Halle (Saale) am 21. und 22. August auf dem Plan, wo das Haus aufgebaut wird und es verschiedene Mitmachprogramme gibt.
Möglich wird Beteiligung unter anderem auch durch die Partnerschaften für Demokratie, die aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben!” und dem Landesprogramm für Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit finanziert werden. In Sachsen-Anhalt bestehen 23 solcher Partnerschaften. Diese Strukturen geraten zunehmend unter Druck: In Salzwedel lehnte der Stadtrat bereits bewilligte Fördermittel ab. Geplant war hier unter anderem ein Jugendparlament. In Bitterfeld-Wolfen wurde die Fachstelle personell gekürzt. Kinder und Jugendliche trifft es zuerst: Ihre Chancen auf Teilhabe, Mitbestimmung und gesellschaftliches Engagement werden beschnitten.
Die AWO Sachsen-Anhalt fordert, die Beteiligung junger Menschen dauerhaft und verbindlich zu stärken. Bewährte Strukturen wie Partnerschaften für Demokratie ermöglichen echte Mitbestimmung, etwa wenn Jugendliche über Jugendfonds selbst über Fördermittel entscheiden. Beteiligungsrechte müssen unabhängig von wechselnden politischen Mehrheiten geschützt werden. Es braucht eine stabile Grundlage, die eine langfristige Finanzierung über Legislaturperioden hinaus sichert, idealerweise durch ein Demokratiefördergesetz. Ein solches Gesetz würde Demokratieförderung, politische Bildung und Extremismusprävention als dauerhafte staatliche Aufgabe verankern und zivilgesellschaftlichen Trägern sowie kommunalen Strukturen mehr Planungs- und Finanzierungssicherheit geben.
Die Zukunft Sachsen-Anhalts entsteht dort, wo Menschen die Möglichkeit haben, mitzureden, mitzugestalten und Verantwortung füreinander zu übernehmen.
Der AWO Landesverband Sachsen-Anhalt e. V. ist ein unabhängiger und anerkannter Spitzenverband der freien Wohlfahrtspflege. Mit rund 3.200 Mitgliedern, über 5.000 hauptamtlich Beschäftigten und ca. 3.500 Ehrenamtlichen setzt sich die AWO in Sachsen-Anhalt für Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit ein.
Als Mitgliederverband, Sozialdienstleister und sozialpolitische Interessenvertretung betreibt die AWO rund 500 Einrichtungen und Dienste, darunter Kliniken, Pflegeheime, Kindertagesstätten, Horte und Jugendeinrichtungen. Vielfältige Beratungsangebote unterstützen Menschen in schwierigen Lebenslagen, beispielsweise bei Sucht, finanziellen Engpässen oder familiären Herausforderungen.
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