Nahostkonflikt belastet US-Aktienmärkte in New York; Alphabet-A-Aktien minus 3,8%

Kommentar Aktien International

Marktkommentar 12. August 2026

Aktien International

Täglicher Marktkommentar aus dem BEKB-Handelsraum

Übersicht

Übersee Schluss Veränderung (in %) Volumen (Mrd.) Dow Jones Industrial 53'792

  • 0.3 S&P 500 7'728
  • 0.3 NYSE: 1.18 Nasdaq Composite 26'445
  • 0.6 Nasdaq: 7.81 Nikkei 225 67'548
  • 0.9 Hang Seng 25'394
  • 1.0 Shanghai Composite 3'945
  • 0.3

Europa Vortag Trading Range Weitere Kurse DAX 26'391 26'160 – 26'460 USD/CHF 0.8120 EUR/CHF 0.9370 EuroStoxx 50 6'551 6'400 – 6'700 Gold 4'388 USD/Unze Stoxx 50 5'548 5'400 – 5'700 NY WTI-Rohöl-Future 83.70 USD

New York Der Nahostkonflikt schwebt weiterhin als Damokles- schwert über der Marktentwicklung. Gerüchte über ei- nen Fortschritt haben den Investoren am US- Aktienmarkt gestern nicht lange gereicht. Die wichtigs- ten Indizes schlossen im Minus. Der Dow Jones Indust- rial sank um 0,34 %. Der marktbreite S&P 500 gab um 0,32 %. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 0,33 % nach unten. In der Gruppe der “Magnificent 7” waren die Alphabet-A-Aktien mit minus 3,8 % auffal- lend schwach. Die USA gehen nun davon aus, dass die durch den Krieg mit dem Iran verursachten Unterbre-

www.bekb.ch | Marktkommentar | 12. August 2026 2 chungen der Ölversorgung bis Ende nächsten Jahres etwa 600'000 Barrel pro Tag erreichen werden, da der Konflikt die Lieferungen über die wichtige Meerstrasse von Hormus weiterhin beeinträchtigt. Die Auswirkungen der Störungen der globalen Energiemärkte dürften also vorerst kaum abgemildert werden. An Konjunkturda- ten wurden nur die Verkäufe bestehender Häuser aus dem Juli veröffentlicht. Sie fielen etwas besser aus als erwartet, setzen aber keine Akzente. Spannender dürfte es am Mittwoch und Donnerstag werden, wenn erst die Verbraucher- und dann die Erzeugerpreise veröffentlicht werden, von denen sich Anleger Aufschluss auf den geldpolitischen Kurs der US-Notenbank erhoffen. Die Erwartungen einer Zinserhöhung durch die Fed im Sep- tember waren nach den überraschend schwachen Ar- beitsmarktdaten vom Freitag gesunken. Unternehmens- seitig stand Intel weiter im Blick. Der Chipkonzern hat die am Montag angekündigte Kapitalerhöhung auf 20 Milliarden Dollar von zuvor 15 Milliarden Dollar aufge- stockt. Die Aktie tendierte kaum verändert. Nvidia zeig- te sich ebenfalls flach. Das Unternehmen hat mit Wall- Street-Firmen KI-Finanzierungsvereinbarungen im Vo- lumen von 500 Milliarden Dollar geschlossen. Damit sollen die Kunden des Chipkonzerns bei der Finanzie- rung der Kosten für Rechenleistung unterstützt werden. Derweil ist der Medienkonzern des US-Präsidenten, Trump Media & Technology, noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Im zweiten Quartal hat sich der Ver- lust verzehnfacht. Die Aktie verlor über 5 %, war aber am Montag vor der Veröffentlichung der Zahlen schon um 8 % abgesackt. Rocket Lab standen sich nach Ver- öffentlichung durchwachsener Zahlen eigentlich still. Mit Enttäuschung wurden auch die Zahlen des Sportschuh- herstellers On Holding aufgenommen, dessen Aktie um gut 19 % absackt. Nach einer Ausblicksenkung fielen Hims & Hers um 3,4 %. Babcock & Wilcox machten nach Vorlage überraschend starker Geschäftszahlen einen Sprung um 5 % nach oben. AC Immune verteuer- ten sich um 15,4 %. Die US-Arzneimittelbehörde FDA prüft die beschleunigte Zulassung eines Parkinson- Medikaments des schweizerischen Unternehmens.

Asien An den fernöstlichen Aktienbörsen überzeugten heute Morgen nur die Indices in Südkorea und Tokio – an- sonsten wurden leichte Rückgänge registriert. Damit fehlte ein klarer Trend. Der Kospi in Südkorea baut sei- ne Aufschläge begleitet von erneuten Volatilitätsun- terbrechungen kontinuierlich aus und stieg zeitweise um über 4,2 %. Damit blieb der Gradmesser für KI- Investitionen auf Erholungskurs - angeführt erneut von den beiden Halbleiterschwergewichten Samsung Electronics und SK Hynix, die um 6,2 bzw. 4,8 % vor- rücken. Auch an anderen Plätzen der Region zählten Halbleiter- und Technologiewerte zu den Favoriten der Anleger - beflügelt von positiven Geschäftsausweisen im Sektor. Nach der Feiertagspause kletterte der Nikkei- 225 in Japan um 0,8 %. Aufschläge bei Finanz- und Energiewerten machten Verluste bei Elektronik- und Pharmaaktien mehr als wett. In China zeigte der Markt wie so häufig ein Eigenleben und zur Wochenmitte auch keine einheitliche Tendenz. Während der HSI in Hongkong 1,0 % einbüsste und seine Durststrecke damit auf drei Sitzungen in Folge ausbaute, zeigte sich der Shanghai-Composite im Kernland mit einem Auf- schlag von 0,2 %. In Australien sank der S&P/ASX-200 um 0,4 %. Die Warnung der australischen Notenbank am Vortag, als sie das Zinsniveau bestätigte, vor einer weiterhin zu hohen Inflation verunsichere Anleger. Denn Zinserhöhungen sind mittelfristig nicht auszuschliessen. Commonwealth Bank of Australia gaben um 0,6 % nach und belasten damit den Leitindex. Die Bank hat mit Jahresgewinn und Dividende die Erwartungen der Ana- lysten überboten. Das wichtige Geschäft mit Immobilien- finanzierungen verlief aber weiter schwach, zudem stieg der Aufwand für Wertberichtigungen auf Kredite. Der Versicherer Suncorp kündigte eine Sonderdividende und einen neuen Aktienrückkauf an, nachdem er seinen bereinigten Jahresgewinn um 4,5 % gesteigert hatte. Der Kurs legt um 3,6 % zu.

Europa Die Aktienkurse auf dem alten Kontinent dürfen sich heute zum Handelsbeginn nicht gross auf eine Seite schlagen - zu unterschiedlich zeigten sich die Vorreiter aus Amerika und Asien. Wegen steigender Ölpreise nehmen die Sorgen um eine anziehende Inflation nicht ab. Die am heute anstehenden US- Verbraucherpreisdaten für den Monat Juli werfen daher ihren Schatten voraus. Es wird ein leichter Rück- gang der Inflationsrate auf 3,4 % erwartet. Spekulatio- nen auf eine Zinserhöhung der US-Notenbank Fed im weiteren Verlauf des Jahres dürften dann zumindest erst einmal nicht weiter angeheizt werden, nachdem diese bereits ein schwacher US-Arbeitsmarktbericht am vergangenen Freitag eingedämmt hatte. In Deutsch- land hat das Ende des staatlichen Tankrabatts die Inflation im Juli in Deutschland etwas nach oben getrie- ben. Waren und Dienstleistungen sind sich um durch- schnittlich 2,8 % verteuert, nach 2,3 % im Juni. Die Fi-

www.bekb.ch | Marktkommentar | 12. August 2026 3 nanzmärkte schauen mit grosser Aufmerksamkeit auf die Preisdaten aus den USA wegen möglicher Anzeichen für eine Abkühlung der Konjunktur.

Marktnachrichten

Paramount: Wohl vor Wegzug auf Kalifornien Der Unterhaltungskonzern Paramount stellt laut Medi- enberichten die Weichen für einen Wegzug aus Kalifor- nien. Der Auslöser des Schritts soll eine Wettbewerbs- klage gegen die geplante Übernahme des Rivalen Warner Brothers sein. Der Paramount-Verwaltungsrat habe den Beginn des Vorhabens ab dem 1. Oktober gebilligt, berichteten Medien. Spekulationen zufolge sprach Paramount-Chef David Ellison von einem auf fünf Jahre ausgelegten Plan, bei dem der Grossteil der Jobs im Film- und TV-Bereich den Standort wechseln soll. Als ein potenzielles neues Zuhause könnten unter anderem die Bundesstaaten Tennessee, Georgia und Texas in Erwägung gezogen werden, so Meldungen. Das sind alles Bundesstaaten, in denen die Republikanische Partei von Präsident Donald Trump stark ist. Auch andere in Kalifornien ansässige Unternehmen, etwa der von Tech- Milliardär Elon Musk geführte Autokonzern Tesla, verleg- ten in den vergangenen Jahren ihre Firmenzentrale in republikanische Bundesstaaten, die den Unternehmen eine freiere Hand und eine niedrigere Steuerlast ver- sprechen.

E.ON: Unterstreicht nach Gewinnplus Prognosen Eon hat im ersten Halbjahr leicht mehr verdient als im Vorjahr. Wachstumstreiber war das Industriekundenge- schäft des Bereichs Energy Solutions, wie der Energie- konzern in Essen mitteilte. Der Ausblick auf das laufende Jahr wurde bestätigt. Das bereinigte EBITDA für die Monate Januar bis Juni verbesserte sich um 1 % auf 5,4 (5,3) Milliarden Euro. Der bereinigte Konzernüber- schuss lag bei 1,92 (1,83) Milliarden Euro, der berei- nigte Gewinn je Aktie bei 74 nach 70 Cent im Vorjahr. Analysten hatten mit 5,39 Milliarden Euro bereinigtem EBITDA und 73 Cent bereinigtem Ergebnis je Aktie ge- rechnet. Für 2026 rechnet E.ON weiter mit einem be- reinigten EBITDA von 9,4 bis 9,6 Milliarden Euro. Überdies werden ein bereinigter Konzernüberschuss von 2,7 bis 2,9 Milliarden Euro und ein bereinigter Gewinn pro Aktie von 1,03 bis 1,11 Euro angestrebt. In diesem Jahr sind Investitionen in Höhe von rund 8,7 Milliarden Euro geplant. Davon wurden im ersten Halbjahr 3 (Vor- jahr: 3,2) Milliarden Euro realisiert.

Hannover Rück: Gewinnziel wird trotz geschäftz tieferer Einnahmen hochgehalten Der deutsche Rückversicherer rechnet trotz des anhal- tenden Preisverfalls im Kerngeschäft weiter mit einem Rekordgewinn im laufenden Jahr. Vorstandschef Cle- mens Jungsthöfel peilt weiterhin einen Überschuss von mindestens 2,7 Milliarden Euro an, wie Hannover Rück mitteilte. Bei der Vertragserneuerung zum Juni und Juli musste der Rückversicherer jedoch, ähnlich wie seine grösseren Konkurrenten Swiss Re und Munich Re, berei- nigt um Inflation und veränderte Risiken einen Preis- rückgang von 4,5 % hinnehmen. Dennoch baute die Hannover Rück ihr Geschäft um mehr als 12 % aus. Im zweiten Quartal verdiente der Konzern unter dem Strich 695 Millionen Euro und damit knapp 17 % weniger als ein Jahr zuvor. Während der Umsatz mit knapp 6,4 Milliarden Euro praktisch stabil blieb, zehrten Schäden, Verwaltung und Vertrieb im Schaden- und Unfallgeschäft diesmal einen etwas grösseren Teil der Einnahmen auf. Die teuerste Naturkatastrophe war für die Hannover Rück das Erdbeben in Venezuela im Juni. Dafür legte das Unternehmen zunächst 75 Millionen Euro zurück

Vestas Wind: Geht von verbessertem Geschäfts- gang aus Einer der weltweit ältesten und grössten Windturbinen- hersteller hat seine Gewinnprognose für das Gesamt- jahr angehoben und nach einem sprunghaften Anstieg der Bestellungen für seine Windkraftanlagen einen Ak- tienrückkauf angekündigt. Das dänische Unternehmen rechnet nun für das Gesamtjahr mit einer Gewinnmar- ge zwischen 7 % und 9 %, nachdem die bisherige Prognose bei 6 % bis 8 % lag. Diese Anhebung stellt einen weiteren Fortschritt für Vestas dar, das seit meh- reren Jahren versucht, seine Rentabilität zu steigern, nachdem die Kosten in die Höhe geschnellt waren und es aufgrund der Pandemie zu Störungen in der Liefer- kette gekommen war. Die Nachfrage nach Windkraftan- lagen wächst weltweit, da Länder auf erneuerbare Energien setzen, um ihre Stromnetze zu dekarbonisie- ren, den steigenden Strombedarf zu decken und die heimische Energieerzeugung zu stärken.

ABN Amro: Erhöht seinen Jahresausblick Die niederländische ABN AMRO Bank hat ihre Prognose für die Zinseinnahmen im Gesamtjahr angehoben und ihre Kostenprognose gesenkt, nachdem das Gebühren- wachstum den Nettogewinn der Bank im zweiten Quar- tal gesteigert hatte. Die in Amsterdam börsennotierte

www.bekb.ch | Marktkommentar | 12. August 2026 4 Bank gab heute Morgen bekannt, dass der Nettoge- winn im zweiten Quartal auf 781 Millionen Euro gestie- gen ist, verglichen mit 606 Millionen Euro im Vorjahres- quartal. Dies übertraf die Analystenerwartungen. Das operative Ergebnis – die wichtigste Kennzahl der Bank – stieg um 13 % auf 2,42 Milliarden Euro. Dies lag über den Analystenprognosen von 2,33 Milliarden Euro. Der Nettozinsertrag stieg um 11 % auf 1,7 Milliarden Euro, während der Nettoertrag aus Gebühren und Provisionen um 25 % auf 617 Millionen Euro zulegte. ABN Amro hat ihre Prognose für den Nettozinsertrag im Firmenkun- dengeschäft für 2026 auf 6,8 Milliarden Euro angeho- ben. Darin enthalten ist die Übernahme der NIBC Bank, die Anfang des M