Staatssekretär Steffen Teichert besucht Siemens Energy in Erfurt; Weitere Hochschulkooperationen und MINT-Förderung angekündigt

Kooperation mit Thüringer Hochschulen und frühe MINT-Förderung in der Schule: Staatssekretär Teichert besucht Siemens Energy

Kooperation mit Thüringer Hochschulen und frühe MINT-Förderung in der Schule: Staatssekretär Teichert besucht Siemens Energy

11.08.2026 Erstellt von Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Wie gewinnt ein Thüringer Industrieunternehmen seine zukünftigen Fachkräfte und bindet sie langfristig? Über dieses und andere Themen informierte sich der Thüringer Wissenschaftsstaatsekretär Prof. Steffen Teichert am 10. August 2026 bei einer Werksbesichtigung bei Siemens Energy in Erfurt. Am Erfurter Standort des Konzerns werden hochmoderne Generatoren gefertigt, die in Gas- und Dampfturbinen mechanische Energie in elektrische Energie umwandeln. Mit 600 Beschäftigten ist das Werk der größte Arbeitgeber der Stadt und wächst beständig: Allein in diesem Jahr wurden ca. 90 neue Mitarbeitende eingestellt. Dafür verantwortlich ist auch der weltweit steigende Strombedarf, der zukünftig vor allem in den Schwellenländern noch größer wird. In dieser Entwicklung spielt auch der zunehmende Fachkräftebedarf eine Rolle und war daher zentrales Thema des Besuchs.

Zunächst gab Werksleiter Andreas Konschak einen Überblick über das Portfolio des Erfurter Werkes und seine 80-jährige Geschichte. An die Präsentation schloss sich ein Rundgang durch die Produktionshalle an, in der die Generatoren-Fertigungsschritte – teilweise in hochpräziser Handarbeit – anschaulich wurden. Quality Manager Worthy Githinji, begleitete die Führung und erläuterte die Produktionsschritte, für die jeweils fundiertes Know-how benötigt wird. Er unterstrich, dass die Arbeit zukünftig durch KI-Anwendungen unterstützt werden solle. Dreh- und Angelpunkt der Produktion bleiben aber die erfahrenen Fachkräfte und ihr Spezialwissen.

Vom Studium in Thüringen ins Erfurter Werk

Teichert hatte Gelegenheit, einige junge, neu eingestellte Fachkräfte kennenzulernen und mehr über ihre Wege ins Unternehmen zu erfahren. Die Absolventen technischer Studiengänge berichteten, wie sie mit Siemens Energy in Erfurt in Kontakt kamen: etwa über eine Bachelorarbeit oder im Rahmen eines innerbetrieblichen Forschungsthemas während des Masters. Im Gespräch wurde deutlich: Ein früher Kontakt zur beruflichen Praxis ist den Studierenden wichtig. Firmenkontaktmessen an Hochschulen bieten zwar einen ersten Zugang. Entscheidend sei aber, dass Studieninhalte regelmäßig mit praktischen Erfahrungen verknüpft werden und Wissen in der Realität erprobt werden könne, etwa über regelmäßige Praxistage oder kontinuierliche Zusammenarbeit an realen Projekten.

MINT-Förderung beginnt lange vor dem Studium

Werksleiter Konschak und Projektmanagerin Kirsten Lemke betonten, dass sie bereits viele Schritte unternähmen, um auf junge Menschen zuzugehen und damit gute Erfahrungen gemacht hätten. In einem Schülerlabor können technische Anwendungen wie 3D-Druck ausprobiert werden. Regelmäßig werden Schülerpraktika angeboten und eng betreut, bei denen die Schüler selbst an der Werkbank tätig werden. Beide, Konschak und Lemke, wünschen sich bei der Ansprache von Schulen noch mehr Unterstützung von Seiten des Bildungsministeriums. Die Idee, für den Kontakt zu Studierendenden zusätzlich auf die Duale Hochschule Gera-Eisenach zuzugehen, griffen Konschak und Lemke interessiert auf. Bisher arbeitet das Werk vorrangig mit der Ernst-Abbe-Hochschule Jena (EAH Jena), der TU Ilmenau und der Fachhochschule Nordhausen zusammen.

Abschließend gab es noch eine kurze Runde mit zwei Absolventen der EAH Jena, bei der Teichert, ehemals Präsident der Hochschule, mehr über ihre Werdegänge und Erfahrungen in einem technischen Beruf erfuhr. Alle Seiten zogen ein positives Resümee und kündigten an, weitere mögliche Projekte in den Bereichen Fachkräftegewinnung an Hochschulen und MINT-Förderung an Schulen auf den Weg zu bringen.