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title: "BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag kritisiert Äußerungen des FAZ-Korrespondenten Michael Martens in Belgrad; FAZ bedauerte Formulierung"
sdDatePublished: "2026-08-12T11:07:00Z"
source: "https://bsw-fraktion-sachsen.de/pressemitteilungen/mehr-russische-soldaten-toeten-sprache-des-krieges-darf-nicht-zur-normalitaet-werden-journalismus-braucht-kritische-distanz-gerade-in-zeiten-des-krieges/"
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BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag kritisiert Äußerungen des FAZ-Korrespondenten Michael Martens in Belgrad; FAZ bedauerte Formulierung

„Mehr russische Soldaten töten“: Sprache des Krieges darf nicht zur Normalität werden; Journalismus braucht kritische Distanz – gerade in Zeiten des Krieges

„Mehr russische Soldaten töten“: Sprache des Krieges darf nicht zur Normalität werden; Journalismus braucht kritische Distanz – gerade in Zeiten des Krieges

Die BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag kritisiert die Äußerungen des FAZ-Korrespondenten Michael Martens auf einer Pressekonferenz mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Belgrad. Martens hatte gefragt, was „wir Europäer“ konkret tun könnten, um der Ukraine zu helfen, „mehr russische Soldaten zu töten“. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung bedauerte anschließend die Formulierung und erklärte, die Frage habe sich auf die Debatte bezogen, wie Russland durch militärische Verluste zu Friedensverhandlungen bewegt werden könne.

Dazu erklärt Ronny Kupke, Vorsitzender der BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag: „Russlands Angriff auf die Ukraine und das damit verbundene Leid sind durch nichts zu rechtfertigen. Aber auch in einem Krieg darf das Töten von Menschen nicht zu einer sprachlichen Selbstverständlichkeit werden. Wenn ein deutscher Journalist einen Präsidenten im Krieg fragt, was ‚wir Europäer‘ tun können, damit mehr gegnerische Soldaten getötet werden, ist eine Grenze überschritten. Journalismus muss gerade in Zeiten von Krieg und Eskalation kritische Distanz wahren. Journalisten sind keine Akteure des Krieges und sollten sich auch sprachlich nicht zu solchen machen. Aufgabe von Medien ist es, zu informieren, einzuordnen und unterschiedliche Positionen sichtbar zu machen – nicht, sich eine militärische Zielsetzung zu eigen zu machen.“

Zu einer neutralen Arbeit von Medien zählt beispielsweise auch, dem Leser deutlich zu machen, wie aktiv und unmittelbar die USA und Europa in die Kriegshandlungen gegen Russland involviert sind, weshalb Russland auch von einem Krieg gegen die NATO spricht. Gerade hier zeigt sich immer wieder die Einseitigkeit der Berichterstattung, deren Auswüchse Kommentare wie von Michael Martens sind. Die Wichtigkeit von Friedenspolitik durch Anerkennung der Verantwortung aller Akteure ist eine Lektion, die nach dem Ende des Kalten Krieges offenbar vergessen wurde und die dringend wieder in das öffentliche Bewusstsein gehört. Die nachträgliche Erklärung macht die Debatte aus Sicht der BSW-Fraktion nicht überflüssig. Die FAZ erklärte zwar, ihre redaktionelle Linie bestehe nicht darin, möglichst viele russische Soldaten zu töten. Zugleich bestätigte sie jedoch, dass hinter der Frage die Überlegung stand, Russland durch hohe militärische Verluste zu Verhandlungen zu bewegen.

Kupke weiter: „Wir erleben seit Jahren eine öffentliche Debatte, in der über immer neue Waffen, Reichweiten und militärische Fähigkeiten gesprochen wird. Viel zu selten steht dagegen die Frage im Mittelpunkt, wie dieser Krieg beendet, weiteres Sterben verhindert und Diplomatie wieder möglich gemacht werden kann. Genau diese Verschiebung müssen wir diskutieren. Wir brauchen keine Gewöhnung an die Sprache des Krieges. Wir brauchen eine Rückkehr zu Vernunft, Diplomatie und dem Grundsatz, dass jedes verhinderte Opfer zählt.“

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